(de) Anarchistisches Kollektiv Glitzerkatapult: Kritisch-Solidarische Aktion bei der "Wir haben es satt"-Demo 2018

a-infos-de at ainfos.ca a-infos-de at ainfos.ca
So Jan 28 08:27:43 CET 2018


Am 20. Januar fand die große "Wir haben es satt"-Demonstration, organisiert von einem 
Bündnis aus verschiedenen Umwelt- und Tierschutzgruppen, statt, die für eine 
gerechtere/ökologischere Landwirtschaft protestierte. Wir haben mit einer 
kritisch-solidarischen Aktion am Rande der Demo versucht eine anarchistisch 
tierbefreierische Position hinein zu tragen. Wir konnten über 1000 Flyer verteilen und mit 
Transpi und Megaphon auf unsere Ideen aufmerksam machen. Die Leute zeigten sich sehr 
interessiert und vielleicht konnten wir einige dazu bewegen, weiter über unsere Ideen nach 
zu denken. ---- Und hier der Text vom verteilten Flyer: ---- Einen Blick über den 
Tellerrand wagen ---- Schön, dass Du heute mit so zahlreichen anderen Menschen auf der 
Straße bist. Im Rahmen der Demo werden einige Aussagen gemacht, über die es sich lohnt, 
weiter nachzudenken.

Kapitalismus als Ganzes kritisieren

Der im Aufruf thematisierte Großkonzern Monsanto ist u.a. bekannt für die Herstellung von 
gentechnisch veränderten Saatgut und gesundheitsschädlichen Pflanzenschutzmitteln - und 
wird auch auf den "Wir haben es satt"-Demonstrationen zu Recht dafür kritisiert. Die 
Darstellung von einzelnen Konzernen als böse erscheint verlockend, aufgrund der 
katastrophalen Auswirkungen auf Mensch und Tier, die durch ihr Handeln hervorgerufen 
werden. Doch Monsanto und andere Unternehmen folgen nur den Spielregeln des Kapitalismus - 
wie auch mittelständische Unternehmen und Selbstständige es tun. Die Vermehrung von 
Kapital steht an erster Stelle. Im Konkurrenzkampf um die höchsten Gewinne sind Tier, 
Natur und Mensch Mittel zum Zweck und somit zweitrangig. Um im Kapitalismus 
konkurrenzfähig zu sein, muss immer billiger produziert werden - darunter leiden Menschen, 
Tiere und Natur. In der Folge ist es kurzsichtig, einzelne Konzerne anzuklagen, wo doch 
die Grundsätze unseres Wirtschaftens auf Ausbeutung und Naturzerstörung aufbauen. Statt 
Symptome wie vermeintlich "böse" Konzerne zu bekämpfen, sollten wir das Problem an der 
Wurzel packen, verschiedene soziale Bewegungen zusammenführen und den Kapitalismus abschaffen.

Artgerecht ist nur die Freiheit

Im Aufruf wird artgerechte Haltung von Tieren gefordert und davon gesprochen, dass Tiere 
wertgeschätzt werden sollen. Gemeint ist damit jedoch nur, dass Tiere nicht in 
"Megaställen" gehalten werden sollten. In Frage gestellt wird aber nicht die Tatsache, 
dass Tiere auch in kleinbäuerlicher/ökologischer Landwirtschaft gezüchtet, eingesperrt und 
getötet werden. Was dies mit Wertschätzung zu tun hat, Tiere weiterhin als Produkte 
anzusehen, bleibt als offene Frage zurück. Solange Menschen Tiere nicht als fühlende 
Lebewesen anerkennen, die ein Interesse an Freiheit und Unversehrtheit besitzen, kann es 
keine Verbesserung für sie geben. Nur eine vegane Lebensweise kann wertschätzend gegenüber 
Tieren sein. Denn Tiere gehören uns nicht, sie gehören nur sich alleine.

Landwirtschaft? Radikaler Wandel statt Klimawandel!

Die Herstellung tierischer Produkte wie Fleisch, Milch oder Eier, braucht erheblich mehr 
Wasser, Land und andere Ressourcen als der Anbau von Pflanzen, die direkt von Menschen 
verzehrt werden. Für die Produktion einer tierischen Kalorie, werden durchschnittlich 7 
Pflanzen-Kalorien benötigt. Der Flächenbedarf für den Futtermittelanbau führt zur massiven 
Abholzung von Regenwäldern. Lebensräume und Ökosysteme werden so für immer zerstört. Tier- 
und Pflanzenarten sterben massenhaft aus und Urwälder gehen als dauerhafte CO_2-Speicher 
verloren.  Noch dazu trägt die globale Tierproduktion einen Anteil von 18 % aller 
Treibhausgase während der Verkehr z.B. für 14% verantwortlich ist.
Tierische Produkte sind daher Ressourcenverschwendung. Wenn wir weiterhin so viel Fleisch, 
Milchprodukte und Eier konsumieren, bräuchten wir im Jahr 2020 bereits die Ressourcen von 
fast 2 Erden um unsere Ernährung dauerhaft zu sichern.

Durch den Konsum von Tierprodukten fördern wir Ressourcenkämpfe, Armut und Hunger in 
wirtschaftlich benachteiligten Ländern. Deshalb ist unser Festhalten an traditionellen 
Ernährungsformen auch ein Festhalten an Privilegien. Wir stehen in der Verantwortung 
eigene Ernährungsgewohnheiten zu überdenken.
Um den Klimawandel zu stoppen und Verteilungsgerechtigkeit herzustellen, müssen wir 
globale Zusammenhänge erkennen und uns für eine ökologische, vegane Landwirtschaft 
einsetzen, die alle Menschen mit genügend Essen versorgt.
Eine pflanzliche Ernährung ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung.

https://glitzerkatapult.noblogs.org/post/2018/01/22/kritisch-solidarische-aktion-bei-der-wir-haben-es-satt-demo-2018/


Mehr Informationen über die Mailingliste A-infos-de