(de) Internationale Nachrichten - Januar 2018 / IAA und soziale Kämpfe Geschlossen

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Fr Jan 19 08:01:06 CET 2018


Slowakei: Lohnraub bei "Space Mania" ---- Die Basisgewerkschaft Priama akcia (PA-IAA) 
unterstützt einen Arbeitskampf wegen vorenthaltenen Lohnes von über 200 Euro in einem 
Familien-Spielcafe in Senec, nahe der Hauptstadt Bratislawa. Der Chef weigert sich seit 
Oktober 2017 trotz mehrmaliger schriflicher Aufforderungen das Geld zu zahlen, welches er 
seiner ehemaligen Mitarbeiter*in Mia schuldet. ---- Doch trotz der Drohungen bzw. falschen 
Anschuldigungen des Chefs und angesichts der herbeigeholten Polizei und 
Rechtsanwält*innen, hat sie mit einer Freundin mehrmals vor dem Eingang für ihr Recht 
demonstriert und nun auch gemeinsam mit der Priama Akcia eine Kundgebung organisiert. ---- 
Spanien: Studientag in Albacete ---- Die Studierenden-Sektion der CNT-IAA Albacete 
organisiert am 03.02.2018 einen anarchosyndikalistischen Studientag unter dem Motto "Wozu 
brauchen wir Stellvertreter*innen, wenn wir Versammlungen haben?". Damit wollen die 
notwendige Kritik am Parlamentarismus in der Student*innen-Bewegung verbreiten. Außerdem 
möchten sie den Diskurs über die Verteidigung der Vollversammlungen weiter vertiefen, aber 
vor allem aber verweisen sie auf das Scheitern der Führerschaft und auf die mangelnde 
Beteiligung der Studierenden an ihren eigenen Kämpfen hin.
Die Basisgewerkschaft hofft dabei, ein Klima der Reflexion und des gegenseitigen Lernens 
unter allen Menschen schaffen können. Sie setzt sich weiterhin für Selbststudium, 
Diskussion und Engagement ein.

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Spanien: Ein Arbeitsunfall und seine Folgen
Guillermo Arias ist einer von Tausenden Arbeiter*innen, die jedes Jahr einen 
Betriebsunfall erleiden. Der Arbeiter aus Huesca leidet seit Jahrzehnten an den Folgen 
eines schweren Sturzes auf den Kopf, welcher von der Malerfirma Lapanto vertuscht werden 
sollte. Er wurde nach dem Sturz im Jahr 1992 bewusstlos aus der Werksanlage gebracht, um 
vorzutäuschen, dass sich der Unfall woanders ereignet hätte. Infolge der Quetschungen, 
Brüche und eines Schädel-Hirn-Traumas musste er fast zwei Jahre lang im Krankenhaus 
behandelt werden.

Da der Unfallbericht vom Unternehmen gefälscht wurde und schon in der Notaufnahme versucht 
wurde den Vorfall herunterzuspielen, muss er bis heute nicht nur gegen die ständigen 
Schmerzen, sondern auch für die Offenlegung der Krankenunterlagen, sowie eine angemessene 
Entschädigung kämpfen. Das Unternehmen versuchte sogar das Unfallopfer wegen seines 
Widerstandes auf 15.000 Euro Strafe und 2 Jahre Gefängnis zu verklagen.
Erst im Oktober 2017 bekam Guillermo die medizinischen Untersuchungsergebnisse und kann 
nun eine entsprechende Therapie einleiten. Daher hat er nun mittels einer Petition auf 
change.org seinen Fall vorgestellt, um über diesen Skandal zu informieren und die 
Wiedereröffnung der Untersuchung durch die Arbeitsaufsicht einzufordern, was mittlerweile 
wohl geschehen ist. Dabei wird er unter anderem von der CNT-IAA Granada unterstützt.

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Brasilien: Aufruf zum Wahlboykott
Das Allgemeine Syndikat der COB-IAA in Araxá veranstaltet am 21.01. einen Vortrag mit 
Diskussion über Nichtwählen und anarchistischen Wahlboykott. Als Anarchosyndikalist*innen 
setzen sie sich statt Stellvertretung in Betrieb oder Parlament für direkte Aktionen ein. 
Angesichts zunehmender Ausbeutung und Repression, sowie der faschistischen Gefahr, kämpfen 
sie selbstbestimmt für die Würde und die Rechte der Arbeiter*innen, gegen Armut und 
Erwerbslosigkeit.

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Australien: Besuch aus Indonesien
Alvin Noza von der Basisgewerkschaft "Persaudaraan Pekerja Anarko Syndikalis" (PPAS) aus 
Jakarta wird am 28.01. zu Besuch in Melbourne sein. Auf Einladung der lokalen ASF-IAA soll 
über Anarchosyndikalismus in Indonesien informiert werden. Ein Schwerpunkt der 
Präsentation wird der Arbeitskampf der Uber-Fahrer*innen von der Gewerkschaft KUMAN sein. 
Aber auch über andere Arbeitskämpfe, z.B. in der Fast-Food-Gastronomie, sowie von den 
Arbeiter*innen im Internationalen Container-Terminal der Hauptstadt Jakarta, soll 
berichtet werden.

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Belgien: Streik bei Deliveroo
In Brüssel und Liège haben am 13.01. über 130 Fahrer*innen der Internet-Plattform 
"Deliveroo" gestreikt. Ende Oktober 2017 hatte das Unternehmen angekündigt, die 
Zusammenarbeit mit der Genossenschaft "SMart" zu beenden, die den überwiegend 
studentischen Fahrer*innen momentan Vertragsbedingungen als sozialversicherte 
Arbeitnehmer*innen, sowie anteilige Reparaturkosten, bietet. Ende Januar 2018 sollen sie 
nun alle als Scheinselbständige weiterarbeiten und dann nicht mehr nach Arbeitszeit (mind. 
3h), sondern nach Auslieferung bezahlt werden, was ein geringeres Einkomnen für bedeuten 
würde.

Die Essenskurier*innen trafen sich an zentralen Plätzen, meldeten sich mit ihren Handy bei 
der Firmen-App ab und fuhren mit ihren Fahrrädern durch die Innenstädte, um Restaurants 
aufzusuchen, die mit der Online-Vermittlung zusammenarbeiten. Bei spontanen Kundgebungen 
riefen sie die Gastronom*innen zur Solidarität mit ihrem Arbeitskampf und zu einem 
zweiwöchigen Boykott des Bestellservice auf. Auch drohten sie damit, im Fall von 
Streikbruch, das Essen abzuholen und gemeinsam an Obdachlose zu verteilen. Das unabhängige 
"Kurier-Kollektiv" (Collectif des coursier-e-s) hat den Protest organisiert und wurde 
dabei von verschiedenen Gewerkschafter*innen unterstützt. Auch aus Flandern, Mechelen, 
Antwerpen und Gent wird von Mobilisierungen der Deliveroo-Fahrer*innen berichtet.

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Tunesien: Landesweite Sozialproteste
Bei den Demonstrationen gegen steigende Lebenshaltungskosten haben sich in der Hauptstadt 
Tunis auch Anarchist*innen an den Kundgebungen beteiligt, berichtet ein Aktivist. Auch 
soll es dort bisher rund 400 politische Gefangene nach den zahlreichen Protesten, 
Plünderungen und Straßenkämpfen mit der Polizei geben. Sieben Jahre nach der Revolution 
von 2011 in dem nordafrikanischen Land ist die wirtschaftliche und soziale Lage angesichts 
einer erhöhten Mehrwertsteuer und der Inflationsrate von mehr als 6% zunehmend prekär 
geworden.

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New York: Proteste für kämpfende Arbeiter*innen und gegen Trump
Zur Unterstützung der rund 1.700 seit März 2017 für Rente und Krankenversorgung 
streikenden Arbeiter*innen beim Kabelbetreiber "Spectrum" (Time Warner Cable) fand am 
15.01. eine Kundgebung verschiedener Organisationen statt, darunter auch die lokale 
Workers‘ Solidarity Alliance (WSA). Der antikapitalistische Protest fand im Rahmen der 
Aktionstage anlässlich des ersten Jahrestags der Amtseinführung des US-Präsidenten statt, 
die am 20.01. mit Abschlussdemonstrationen enden sollen.

Dabei geht es nicht nur um die rechtspopulistische Herrschaft des Präsidenten und die 
zunehmende Repression, sondern auch um Solidarität mit kämpfenden Arbeiter*innen und 
verfolgten Gewerkschafter*innen, sowie mit allen Gefangenen. Vor allem gilt es, die 200 
Angeklagten zu unterstützen, die noch wegen der Proteste im Januar letzten Jahres von der 
Staatsgewalt verfolgt werden (#DropJ20). Und zuvor ist am 18.01. auch eine anarchistische 
Kundgebung gegen sexualisierte Polizeigewalt geplant, da zwei Beamte der NYPD wegen einer 
Vergewaltigung vor Gericht stehen.

CreativeCommons: BY-NC

(http://anarchosyndikalismus.blogsport.de)

http://anarchosyndikalismus.blogsport.de/2018/01/15/internationale-nachrichten-januar-2018/


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