(de) Solidarität mit den Kämpfen im Iran aus Dortmund von ag dortmund

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Mi Jan 10 07:23:41 CET 2018


In einer windigen Nacht haben wir ein Solidaritätstransparent mit den Kämpfen im Iran an 
einer befahrenen Straße der Dortmunder Nordstadt aufgehängt. ---- Der Iran wird derzeit 
von den heftigsten Unruhen seit der "grünen Bewegung" von 2009 erschüttert. Die aktuellen 
Demonstrationen haben zwar noch nicht die zahlenmäßige Größe von 2009 erreicht, scheinen 
aber an Radikalität darüber hinaus zu gehen. Aus Protesten gegen Preiserhöhungen wurde 
schnell eine generelle Infragestellung des Regimes unter Parolen wie "Tod der islamischen 
Republik" und "Tod dem Diktator" (Ajatollah Khamenei). ---- Die iranischen Autoritäten 
beeilten sich, die Bewegung als vom Ausland gesteuerte Provokation darzustellen und 
zahlreiche Internettrolle aus aller Welt haben nichts Besseres zu tun, als ihnen diese 
Lesart der Ereignisse nach zu plappern. Natürlich werden Auseinandersetzungen im Iran von 
anderen reaktionären Kräften genau beobachtet, und es kann durchaus sein, dass etwa 
Saudi-Arabien oder die USA heimlich intervenieren, um einen ihrer geopolitischen Gegner zu 
destabilisieren. - Die Menschen im Iran haben aber genug eigene Gründe, um auf die Straßen 
zu gehen und sie haben in der Vergangenheit mehr als einmal ihren Freiheitswillen kund 
getan. Wer die Proteste als lediglich von außen gesteuerten Komplott wahrnimmt, offenbart 
damit sein eigenes autoritäres Weltbild, in dem es nicht sein kann, dass Menschen sich 
selbst zum Handeln ermächtigen, ohne dass irgendwer im Hintergrund die Strippen zieht.

Auch von den vergifteten Lobpreisungen, die den Aufständischen von Trump oder Netanjahu 
entgegen gebracht werden, sollten wir uns nicht irritieren lassen. Sicher passt es diesen 
Herren momentan in den Kram, wenn das Regime eines mit ihnen verfeindeten Staates in 
Schwierigkeiten gerät. Doch wir können uns sicher sein, dass die Herrschenden aller Länder 
sich schnell wieder im Kampf gegen die Revoltierenden vereinigen werden, sobald diese dazu 
übergehen, offen die Herrschaft als solche in Frage zu stellen.

Angesichts der Erfahrungen der arabischen Rebellionen, sowie der Schwäche der 
revolutionären Bewegung weltweit ist leider zu befürchten, dass der momentane iranische 
Aufbruch in einer weiteren Niederlage enden wird.

Umso dringlicher erscheint es uns daher, selbst am Aufbau revolutionärer Strukturen zu 
arbeiten und dem Islamismus auch hier entgegen zu treten - eine Aufgabe, vor der 
Linksradikale und Anarchisti*nnen inklusive uns selbst bisher kläglich versagten.

Unsere besten Wünsche gehen an alle, die im Iran derzeit von Repression betroffen sind.

Tod der Islamischen Republik!

Tod allen Religionen und Staaten!

Lang lebe die Anarchie!

Anarchistische Gruppe Dortmund, im Januar 2018

http://agdo.blogsport.eu/2018/01/05/solidaritaet-mit-den-kaempfen-im-iran-aus-dortmund/


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