(de) af rhein-ruhr: Anarchistische 1. Mai Demonstration 2018 wieder in Dortmund!

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Mi Feb 28 07:26:30 CET 2018


24. Februar 2018 in Aktionen, Ankündigungen, Theorie, Gruppen und AGDo ---- Nachdem es 
2015 eine erfolgreiche anarchistische Demonstration zum 1. Mai mit 300 Teilnehmer*innen 
gab. Nehmen wir uns dieses Jahr unter dem Motto: "Irgendwie - Irgendwo - Irgendwann - für 
eine Welt ohne Lohnarbeit! Arbeitsreche fallen nicht vom Himmel, sie werden erkämpft!" mit 
einer eigenen Demo wieder die Straßen Dortmunds! Haltet unsere Webseite im Auge nach und 
nach werden weitere Informationen folgen. ---- https://1maidortmund.noblogs.org ---- Es 
folgt der Aufruf für dieses Jahr: ---- Lohnarbeit ist eine Zumutung! ---- Auch wenn wir 
gegenüber unseren Vorgesetzten und Kolleg*innen meist betonen müssen, dass wir zu unserem 
Job stehen und wie sehr er zu unserer "Selbstverwirklichung" beiträgt - insgeheim ist uns 
allen klar, dass arbeiten gehen unter den herrschenden Bedingungen eine Zumutung ist.

Arbeit ruiniert unsere Bandscheiben und unsere Nerven; sie treibt uns in Burnout und 
Depression. Dennoch ist unser ganzes Leben auf die Arbeit ausgerichtet. Wir müssen unsere 
Interessen, Hobbys, sogar unsere Kindererziehung, unsere sozialen Beziehungen, die 
Fürsorge für Angehörige hinten anstellen. Und das heißt noch lange nicht, dass wir dann 
wenigstens genug zum Leben hätten: Wie viele Menschen haben zwei oder mehr Jobs und kommen 
kaum über die Runden? Wer nicht arbeiten kann oder will wird vom Jobcenter sanktioniert, 
vom sozialen Umfeld abgewertet und an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Diejenigen unter 
uns, die sich für ihre Berufe entschieden haben, um "Menschen zu helfen" oder "etwas 
Sinnvolles" zu tun, mussten bald feststellen, dass die betreffenden Institutionen ganz 
anderen Zwecken dienen und dass sich ihre menschlichen Absichten oftmals nur gegen diese 
verwirklichen lassen. So möchten beispielsweise Sozialarbeiter*innen eigentlich Menschen 
dabei unterstützen, ein selbstverantwortliches Leben zu führen, werden aber gezwungen, die 
ihnen Anvertrauten für den Arbeitsmarkt verwertbar zu machen.

Das dies alles so ist, liegt weder am Zufall noch am miesen Charakter unserer 
Arbeitgeber*innen, sondern schlicht daran, dass in der bestehenden Gesellschaft der Zweck 
der Produktion die Erwirtschaftung von Profit ist und nicht die Befriedigung menschlicher 
Bedürfnisse. Die staatlichen Institutionen stehen dabei nicht im Gegensatz zur 
gewinnorientierten Privatwirtschaft; sie sind alle auf die eine oder andere Art damit 
betraut, den Unternehmen ein günstiges Umfeld für ihre Geschäfte zu schaffen oder zu erhalten.

DGB-Gewerkschaften und Parteien werden uns nicht retten!

Der erste Mai ist vor allem ein Tag der Selbstbeweihräucherung der DGB-Gewerkschaften 
geworden, an dem Bratwurstessen und langweilige Festreden Tradition haben. Von solchen 
"Interessenvertreter*innen" haben wir nichts zu erwarten! Alle ein bis zwei Jahre handeln 
sie eine magere Lohnerhöhung heraus, die kaum die Inflationsrate deckt und sie feilschen 
um eine Altersvorsorge, die gerade mal so hoch wie der Hartz4-Satz ist. Bei ihren Streiks 
und Protestaktionen ist für uns lediglich die Rolle von Statist*innen vorgesehen, die brav 
das machen, was ihnen von irgendwelchen Funktionär*innen gesagt wird. Die wesentliche 
Aufgabe der reformistischen Gewerkschaften besteht darin, die Wut der Lohnabhängigen zu 
kanalisieren und sie von selbstständigen und möglicherweise unkontrollierbaren Handlungen 
abzuhalten. Nicht zufällig demonstrieren sie zusammen mit der Polizei, die anderntags 
unsere Genoss*innen verprügelt, wenn sie den Faschisten den Weg versperren. Die 
DGB-Gewerkschaften sichern als treue Partner*innen des Kapitals den "sozialen Frieden" am 
Standort Deutschland, den die Unternehmen brauchen, um auf dem Weltmarkt erfolgreich zu sein.

Auch auf linke Parteien sollten wir keine Hoffnung setzen. Was immer sie auch in ihren 
"fortschrittlichen" Programmen versprechen (meist ohnehin nicht viel!), sie erwarten von 
uns, dass wir in der Passivität und Vereinzelung der Wähler*innen verbleiben, sodass ihre 
Politik von vornherein auf das Gegenteil von Freiheit hinausläuft.

Den Kampf selbst in die Hand nehmen!
Der einzige Weg aus der Misere besteht darin, dass wir auf alle Stellvertreter*innen 
pfeifen und uns selbst, zusammen mit anderen Lohnabhängigen, für unsere Interessen 
einsetzen. Wir müssen uns mit Menschen aus anderen Ländern verbünden und Kämpfe gemeinsam 
führen, anstatt uns gemäß der Logik der Standorte gegeneinander ausspielen zu lassen.

Das von der Menschheit angehäufte Wissen und ihre technischen Hilfsmittel haben ein Niveau 
erreicht, welches längst für alle Menschen weltweit ein gutes Leben ermöglichen würde. 
Dafür müssten jedoch die Produktionsmittel den Händen der Eigentümer*innen entrissen und 
gründlich umgestaltet werden, sodass sie endlich menschlichen Zwecken dienen können. 
Dieser Plan ist ohne einen radikalen Bruch mit der kapitalistischen Eigentumsordnung und 
den diese beschützenden Staatsapparaten nicht zu verwirklichen.

Die revolutionäre Arbeiter*innenbewegung hatte sich einst dieses Ziel gesetzt. Bei all 
ihren Fehlern und trotz ihrer vernichtenden Niederlagen steht sie für den Traum einer von 
Zwang und Ausbeutung befreiten Menschheit. Der 1. Mai war ihr internationaler Kampf- und 
Feiertag. Darum wollen auch wir an diesem Tag auf die Straße gehen und die Idee einer 
herrschaftsfreien Gesellschaft propagieren. Heute existiert eine Bewegung, die sich diesem 
Ziel verpflichtet sieht, allenfalls in winzigen und unzulänglichen Keimformen. Es 
erscheint uns daher angemessen, an die Tradition unserer Schwestern und Brüder aus einer 
anderen Zeit anzuknüpfen, auch wenn wir wissen, dass ein neuer Anlauf der Befreiung 
langfristig neue Formen und seine eigene Poesie entwickeln muss, um erfolgreich zu sein.

Wir laden alle herzlich ein, unseren Kampf mit zu führen, gemeinsam zu streiken und 
solidarisch zu streiten, zu besetzen, zu sabotieren und zu kollektivieren und uns 
gegenseitig zu helfen. Dann werden wir irgendwie, irgendwo, irgendwann eine Gesellschaft 
erreichen in der wir ohne Angst und Zwang Leben, Lieben und lernen können.

http://afrheinruhr.blogsport.de/2018/02/24/anarchistische-1-mai-demonstration-2018-wieder-in-dortmund/


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