(de) fda-ifa: #SaveAfrin - Gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien
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Sa Feb 24 09:35:55 CET 2018
Wir sind heute auf der Straße, um gegen den Angriff der türkischen Armee auf den
kurdischen Kanton Afrin in Nordsyrien zu protestieren. Afrin ist Teil einer kurdischen
Föderation, die sich inmitten der Bürgerkriegswirren im Norden Syriens seit 2013
etablieren konnte. Es leben dort ca. 800.000 Menschen, von denen viele aus anderen Teilen
des Landes geflüchtet sind und die jetzt erneut durch Krieg bedroht sind. ---- Der
türkischen Regierung ist es ein Dorn im Auge, dass sich an ihrer Grenze ein kurdisches
Selbstverwaltungsgebiet etabliert hat. Sie fürchtet, dies könnte den Autonomiebestrebungen
der Kurd*innen innerhalb des eigenen Landes Auftrieb geben, die der türkische Staat seit
Jahrzehnten blutig unterdrückt. Darüber hinaus braucht Präsident Erdogan die
nationalistische Mobilisierung gegen einen äußeren Feind, um nach Innen Kritik an seiner
brüchig gewordenen Herrschaft zu ersticken. Er hofft darauf, dass religiöse und säkulare
Türk*innen allen Streit vergessen und treu zu "ihrer" Regierung stehen, sobald es gegen
die Kurd*innen geht. Und tatsächlich haben bereits alle relevanten türkischen
Oppositionsparteien bis auf die pro-kurdische HDP ihre Unterstützung der Militäroffensive
zum Ausdruck gebracht.
Unser Protest richtet sich auch gegen die deutsche Bundesregierung, die das Regime Erdogan
unterstützt und gewähren lässt. Sie tut dies, weil sie mit der Türkei einen schmutzigen
"Flüchtlingsdeal" abgeschlossen hat. Dieser soll Menschen von Europa fernhalten, welche
dem Elend und den Kriegen entkommen wollen, die der Kapitalismus über ihre Länder brachte.
In diesem Zusammenhang hat der Bundesinnenminister dem türkischen Staat vor kurzem den
Gefallen getan, die Fahnen der YPG zu verbieten und damit der türkischen Lesart zu folgen,
die diese syrisch-kurdische Miliz als "Terrororganisation" einstuft. In Wirklichkeit war
es jedoch eben diese Miliz, die am entschlossensten und erfolgreichsten die Terrorbanden
des "Islamischen Staates" bekämpft hat.
Im Rahmen der Kampagne gegen den IS haben die syrischen Kurd*innen sowohl mit Russland als
auch mit den USA kooperiert und von beiden Staaten militärische Unterstützung erhalten.
Jetzt, nachdem der IS fast besiegt ist, wurden sie von beiden Mächten im Stich gelassen,
die den aktuellen Angriff der Türkei tolerieren. Dies zeigt einmal mehr, dass sich um
Befreiung kämpfende Menschen nicht auf die Unterstützung von Staaten oder anderen
hierarchischen Mächten verlassen dürfen. Diese mögen ihnen zwar zeitweise helfen, sofern
es ihren Interessen nützt; sobald dies nicht mehr der Fall ist, sind solche Mächte
jederzeit bereit, ihre bisherigen Verbündeten fallen zu lassen.
Wirkliche Befreiung kann nur durch ein Bündnis von Unterdrückten aller Länder erreicht
werden, die sich gegen jede Form der Herrschaft und Ausbeutung zur Wehr setzen und damit
per se den Interessen der unterdrückenden Mächte widersprechen. Nur eine solche Bewegung
könnte eine Welt schaffen, in der alle ohne Angst verschieden sein können.
Anarchistische Gruppe Dortmund, Januar 2018
Wir, Lila F, unterstützen den, von unseren Dortmunder Genoss*innen verfassten Text in
Solidarität mit Afrin.
https://fda-ifa.org/saveafrin/
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