(de) evibes: Widerstand gegen den Gesetzesentwurf zur Umsetzung des ProstSchG

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Mi Feb 21 10:00:51 CET 2018


Nach der öffentlichen Anhörung im Landtag zum Gesetzesentwurf der Landesregierung zur 
Umsetzung des sogenannten "Prostituiertenschtzgesetzes", welche am 9. Februar stattfand, 
war klar, dass die Kritikpunkte, welche die Initiative Sex Workers Solidarity in ihrem 
Offenen Brief bereits geäußert hatte, von verschiedenen Expert_innen geteilt werden. ---- 
Ulrike Henkert, Stephanie Klee vom BSD, Cornelia Leser vom Sächsischen Städte- und 
Gemeindetag, Dr. Aspasia Manos vom Gesundheitsamt Leipzig, Psychologe und Sexualtherapeut 
Dr. Frank Pietzcker, Ulrike Richter von KOBRAnet sowie Dr. Matthias Stiehler vom 
Gesundheitsamt Dresden haben einhellig und deutlich den Gesetzesentwurf der 
Staatsregierung kritisiert und v.a. in den Punkten Gebühren, Datenschutz und 
Sprachmittlung bei Gesundheitsberatung und Registrierung dringenden Überarbeitungsbedarf 
angemahnt.

Sex Workers Solidarity hält grundsätzlich fest: Kein Schutz durch Kontrolle! Das, was das 
Gesetz vorgeblich erreichen soll, wird durch seine Umsetzung verunmöglicht. Die Erhebung 
von Gebühren widerspricht jedem Schutzzweck, Sexarbeiter*innen werden in neue 
Abhängigkeiten oder in die Illegalität getrieben, durch Zwangsberatungen jegliches 
Vertrauensverhältnis untergraben und besondere Bedürfnisse von migrantischen sowie unter 
21-jährigen Sexarbeiter*innen komplett ignoriert.

Die Mitglieder des Sozialausschusses sind demnach dazu aufgefordert, die von den 
Sachverständigen in aller Deutlichkeit vorgetragenen Kritikpunkte und Anregungen ernst zu 
nehmen, sie einzubeziehen und den Gesetzesentwurf so zu überarbeiten, dass jeder mögliche 
Spielraum im Sinne der Betroffenen ausgenutzt wird! Außerdem brauchen wir in Sachsen 
unabhängige Beratungsstellen für Sexarbeiter*innen, spezielle Schulungen für das Personal 
in Ämtern und Behörden und eine möglichst wertungsarme Auseinandersetzung mit Sexarbeit - 
ohne Stigmatisierung und Vorverurteilungen!

Im Vorfeld und auch nach der öffentlichen Anhörung im Landtag gab es ein gutes Medienecho. 
Ein paar Beiträge haben wir hier mal für euch gesammelt:
MDR Aktuell: Neues Prostituiertenschutzgesetz - Prostituierte beklagen hohe Kosten, 
Kommunen fühlen sich allein gelassen
ARD Sachsenspiegel: Neues Gesetz für Prostituierte - Und nun?
DNN: Viel Wirbel um den Schutz von Prostituierten
Tag 24: Huren über neues Gesetz gefrustet: "Bedroht unsere Existenz"
Tag 24: Prostituierte protestieren vor dem Landtag
SZ Online: Dresdner Prostituierte protestieren
Leipziger Internet Zeitung: Landesregierung muss nacharbeiten - In der Form ist das 
Prostituiertenschutzgesetz unzumutbar und schafft Verunsicherung und Ängste

Am Dienstag, den 06. Februar, 3 Tage vor der öffentlichen Anhörung gab es im MDR Sachsen 
auch ein Radiointerview zum Thema, auf welches wir euch ebenfalls gerne hinweisen möchten: 
https://www.mdr.de/sachsenradio/podcast/dienstags/audio-620730.html

http://evibes.org/2018/02/15/weiterer-protest-gegen-den-gesetzesentwurf-zur-umsetzung-des-neuen-prostituiertenschutzgesetzes/


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