(de) anarcho syndikalismus IAA: Solidarität mit polnischen Postler*innen

a-infos-de at ainfos.ca a-infos-de at ainfos.ca
Fr Feb 16 07:11:32 CET 2018


Die Basisgewerkschaft ZSP-lAA ruft zu einer Prostestwoche vom 26.02.-04.03. gegen die 
Unterdrückung der Arbeiter*innen bei der polnischen Post (Poczta Polska) auf. Seit fast 
zwei Jahren protestieren im ganzen Land die Arbeiter*innen der staatlichen Behörde für 
bessere Arbeitsbedingungen. ---- Die ZSP hat dies aktiv unterstützt und versucht ein 
landesweites Netzwerk zu koordinieren. Gemeinsam mit hunderten anderer Arbeiter*innen 
haben sie gemeinsam Aktionen durchgeführt und Arbeiter*innen in die Gewerkschaft 
aufgenommen. Alle Arbeiter*innen haben eines gemeinsam: Sie haben die Schnauze voll von 
den miserabelen Arbeitsbedingungen und sind unzufrieden mit der Rolle der 
stellvertretenden Gewerkschaften, welche die entsprechenden Abkommen mit ihren 
Arbeitgeber*innen abgeschlossen haben.

Bei größeren Aktionen der anarchosyndikalistischen ZSP ging es sowohl um die Offenlegung 
der Probleme bei der Postbehörde, als auch darum ein Forum zu bieten zur Vernetzung von 
tausenden betroffenen Arbeiter*innen. Dabei ging es außerdem darum, im ganzen Land 
Kontakte zu knüpfen und landesweite Vernetzungstreffen zu organisieren, sowie alternative 
Gewerkschaftsmodelle vorzustellen, um sich selbst und weitere großflächige Proteste zu 
organisieren.

Diese Arbeit wurde direkt von den Stellvertreter*innen des Gewerkschaftsbundes 
"Solidarität" (NSZZ Solidarnosc) und vom Post-Management angegriffen. Die 
Post-Gewerkschaft von "Solidarnosc" begann eine widerliche Lügenkampagne, indem sie 
behautete, die ZSP sei eine sowjetische paramilitärische Organisation. Dabei handelt es 
sich jedoch um eine groteskte Falschinformation, die eigentlich lächerlich wäre, wenn sie 
sich nicht in die aktuelle rechtsradikale Politikhysterie einfügen würde.

Als sich die Arbeiter*innen zu organsieren begannen und zu landesweiten Protesten für eine 
bedeutende Lohnerhöhung und andere Forderungen aufgerufen haben, startete das 
Post-Management gemeinsam mit ihren gewerkschaftlichen Diener*innen eine Kampagne zur 
Verfolgung und Bedrohung gegen die Arbeiter*innen. In ganz Polen wurden Arbeiter*innen 
aufgesucht, um ihnen zu sagen, dass die Proteste illegal seien und sie daher mit 
Strafmaßnahmen bedroht würden usw.
Letztlich wurden im Anschluss an die großen Protesten im letzten Jahr dann die Kollegen 
Klaudiusz und Rafal gefeuert, und nun auch Zbyszek. Er war aktiv an den Protestaktionen 
beteiligt und hatte versucht andere Arbeiter*innen zu organisieren.

Doch außer diesen Vergeltunsgmaßnahmen gegen die Postler*innen gab es auch verschiedene 
Versuche mit Strafprozessen gegen ein weiteres Mitglied der ZSP, Jakub aus Warschau, 
vorzugehen. Die Postbehörde versuchte ihn (vergeblich) wegen des unglaublichen Vorwurf zur 
"Vorbereitung einer gewaltsamen Revolution" anklagen zu lassen. Auch hierbei handelte es 
sich um eine ebenso dumme, wie hysterische Reaktion, die jedoch einen höchst 
schwerwiegenden Vorwurf beinhaltet, der den tatsächlichen Tatbestand weit überschreitet - 
nämlich bei der Koordination landesweiter Arbeiter*innen-Proteste mitzuhelfen.

Leider versucht die Postbehörde nun mit Rückendeckung des Staates erneut weniger 
kriminelle Anklagen vorzubringen, die ebenfalls totaler Quatsch sind. Obwohl die ZSP die 
Hauptlast der Repression zu tragen hat, ist es wichtig festzuhalten, dass tatsächlich alle 
Arbeiter*innen davon betroffen sind. In Verbindung mit der jüngsten Verfolgungswelle ruft 
sie daher zu einer internationalen Woche der Solidarität und des Protests auf, die vom 26. 
Februar bis zum 04. März gehen soll. Weltweit sind einige Kundgebungen bei verschiedenen 
Niederlassungen des Polnischen Staates geplant. Weitere Informationen über geplante 
Proteste werden folgen. Wer andere Formen der Solidarität zeigen möchte kann sich mit der 
ZSP in Verbindung setzen (is at zsp.net.pl).

Quelle: http://iwa-ait.org/content/solidarity-postal-workers-against-state-repression
Übersetzung: Anarchosyndikalistisches Netzwerk - ASN Köln, 
http://asn.blogsport.de/kontakte/koeln/)

Hintergrundinformationen:

Warschau: Proteste der Post-Arbeiter*innen

Am 06./07.12.2017 haben in der polnischen Hauptstadt und anderen Orten die Arbeiter*innen 
der Post für bessere Arbeitsbedingungen protestiert. Kurz vor Beginn der Aktionen hatte 
das Management eine kleine Lohnerhöhung angekündigt. Die gelben Gewerkschaften, die 
protestierende Arbeiter*innen angreifen, da sie sie nicht kontrollieren können, feiern 
dies als ihren Sieg.

Die Aktionen fanden statt nachdem das Management gedroht hatte, jene Arbeiter*innen zu 
kündigen, die über ihre Arbeitsbedingungen im Internet reden. Die firmentreuen ("gelben") 
Arbeiter*innen behaupten zudem, dass sich die Proteste gegen die Post selbst richten 
würden und verleumnden die Basisgewerkschaft ZSP-IAA als "Außenstehende", so als ob deren 
Mitglieder nicht bei der Post arbeiten würden.

In einigen Städten wurden die Kundgebungen von Arbeiter*innen an der Basis 
selbstorganisiert, die keiner Gewerkschaft angehören. Alle diese Drohungen und 
Manipulationen sollen die Solidarität zwischen den Arbeiter*innen unterlaufen und das 
Abkommen bestärken, das einige Gewerkschaften mit der Unternehmensführung abgeschlossen haben.
(Quelle: 
http://anarchosyndikalismus.blogsport.de/2017/12/10/internationale-nachrichten-dezember-2017/)

Siehe auch:
"Polen: Post-Proteste" (ZSP-IAA)
http://anarchosyndikalismus.blogsport.de/2016/11/24/polen-post-proteste-zsp-iaa/

http://anarchosyndikalismus.blogsport.de/2018/02/11/iwa-solidaritaet-mit-polnischen-postlerinnen/#more-277


Mehr Informationen über die Mailingliste A-infos-de