(de) fau dresden: SEXARBEITER_INNEN KRITISIEREN LANDESREGIERUNG IN OFFENEM BRIEF - STÄRKUNG VON ARBEITSRECHTEN STATT ÜBERWACHUNG
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Do Feb 8 06:39:27 CET 2018
Heute hat die von uns mit gegründete Initiative Sex Workers Solidarity einen Offenen Brief
an Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) und alle Abgeordneten demokratischer Fraktionen
im Sächsischen Landtag veröffentlicht. ---- Darin wird Kritik am aktuellen Gesetzesentwurf
der Landesregierung zur Umsetzung des sogenannten "Prostituiertenschutzgesetzes" in
Sachsen geäußert. Dieser soll nach langen Verzögerungen im März verabschiedet werden. ----
Der Zusammenschluss von Sexarbeiter_innen und Unterstützer_innen fordert die
Sozialministerin und die Abgeordneten dazu auf, die Perspektiven und Wünsche der
Betroffenen nicht länger zu ignorieren. ---- Lou Michalek, Pressesprecher_in der
Initiative erklärt dazu: ---- "Wir müssen uns nicht nur gegen weit verbreitete Vorurteile
behaupten. Auch für gute Arbeitsbedingungen müssen wir immer wieder streiten. Der aktuelle
Gesetzesentwurf legt uns dabei Steine in den Weg."
Der offene Brief wurde kurz vor der öffentlichen Anhörung des Ausführungsgesetzes am
09.02. im Sozialausschuss versendet. Sex Workers Solidarity ruft darin die sächsischen
Abgeordneten auf, die Kosten für die Zwangsregistierung auf keinen Fall auf die
Betroffenen umzulegen.
Weiterhin wird auf eine mehrsprachige und kostenfreie Umsetzung der Pflichtberatung des
Bundesgesetzes gedrängt.
"Die Erfahrung zeigt: Repression bringt keinen Schutz. Mit dem Gesetz werden weder
Betroffene von Menschenhandel unterstützt, noch verbessert es die Arbeitsbedingungen in
der freiwilligen Sexarbeit."
Zur tatsächlichen Unterstützung von Sexarbeiter_innen fordert die Initiative den Ausbau
niedrigschwelliger Beratungs- und Bildungsangebote durch unabhängige Träger. Diese müssten
auf freiwilliger, mehrsprachiger und anonymer Grundlage stattfinden.
"Wir werden die Zumutungen des ProstSchG nicht einfach hinnehmen. Wir setzen stattdessen
auf die Selbstorganisation und den Austausch unter Kolleg_innen."
Dies war der Inhalt der Pressemitteilung,
den Offenen Brief selbst findet ihr hier:
http://evibes.org/wp-content/uploads/sites/24/2018/02/Sex-Workers-Solidarity-Offener-Brief.pdf
Hintergrundinfo:
Sex Workers Solidarity ist eine unabhängige Selbstorganisation von Sexarbeiter_innen und
Unterstützer_innen.
Wichtig ist ihnen die gegenseitige Unterstützung bei Behördengängen oder Problemen mit
Kund_innen und Betreiber_innen.
Neben der Auseinandersetzung mit der rechtlichen Lage von Sexarbeiter_innen stehen sie im
Austausch mit Beratungsstellen und Betroffeneninitiativen.
Ihre Arbeit beruht auf einer feministischen, gewerkschaftlichen und kapitalismuskritischen
Perspektive.
An der Gründung beteiligt waren: e*vibes, Frauen*bildungszentrum, böse&gemein und wir, die
FAU Dresden.
Zur Kritik am Gesetz: Positionspapier des International Committee on the Rights of Sex
Workers in Europe (ICRSE):
http://www.hydraberlin.de/fileadmin/users/main/pdf/Manifeste_und_Texte/ICRSE_Overview_of_the_German_Prostitutes_Protection_Act_May2017_DE_02.pdf
Beitrags-Navigation
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