(de) FAU Berlin, [Pressemitteilung] Wie weiter im Arbeitskampf beim LSVD? Von Valentin Domann

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Mo Feb 5 08:25:09 CET 2018


Sehr geehrte Damen und Herren, ---- hiermit möchten wir Sie über neue Entwicklungen im 
Arbeitskampf am Bildungs- und Sozialwerk des Lesben- und Schwulenverbands 
Berlin-Brandenburg (BLSB) in Kenntnis setzen. Zuletzt erhebt ein offener Brief der (zum 
Teil ehemaligen) Mitarbeiter*innen schwere Vorwürfe gegen die Geschäftsführung und den 
Vorstand. ---- Weitere Informationen entnehmen Sie bitte beigefügter Pressemitteilung. 
Ferner ist ein Bild zur freien Verwendung verlinkt. ---- Für Rückfragen stehen wir 
selbstverständlich bereit. Sie erreichen uns unter untenstehender Telefonnummer. ---- Mit 
freundlichen Grüßen, ---- Valentin Domann, Pressesekretär ---- [Pressemitteilung] 
Klassenkampf unter dem Regenbogen ---- +++ Nach Kündigungswelle scheint die professionelle 
Bildungs- und Sozialarbeit des Berliner LSVD in Gefahr +++ Offener Brief macht die 
Betriebsleitung für die Pleite verantwortlich +++ Gewerkschaft kritisiert Union Busting 
und kündigt weitere Schritte an +++

Am gestrigen Dienstag übergab die scheidende Belegschaft des Bildungs- und Sozialwerkes 
des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin Brandenburg e.V. (BLSB) der Geschäftsleitung 
einen offenen Brief, der die Chefetage mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Es geht um 
Missstände, die nicht nur Bildungsarbeiter*innen und die LGBTIQ Szene, sondern auch die 
Politik aufhorchen lässt. Der Brief beschreibt, wie das rigorose Vorgehen gegen 
gewerkschaftlich organisierte Angestellte und eine Kündigungswelle zum Jahreswechsel dazu 
führen, dass viele Projekte es Betriebes nun brachzuliegen scheinen.

Dem Regenbogenfamilien-Zentrum in Schöneberg steht beispielsweise Anfang Februar ein 
kalter Neustart bevor. Das Zentrum wurde von drei Angestellten mit jahrelanger Erfahrung 
getragen, von denen die letzte verbleibende Mitarbeiterin das Projekt zu Ende Januar 
allerdings verließ. Die Belegschaft des Projektes hatte zuvor eine Weiterbeschäftigung für 
sich ausgeschlossen, da sie die autoritären Bedingungen im Betrieb satt hatte und 
Solidarität mit ihren Kolleg_innen zeigen wollte, von denen ein Gros zum Jahresende vor 
die Tür gesetzt wurde.

In den anderen Beratungs- und Bildungsprojekten sieht es ähnlich aus: Durch die 
Kündigungswelle wurde die Zahl der Angestellten von etwa zwanzig auf heute unter zehn mehr 
als halbiert, doch viele der dadurch frei gewordenen Stellen sind noch nicht einmal 
ausgeschrieben, obwohl die öffentlichen Mittel freigegeben sind.

Im offenen Brief der BLSB-Betriebsgruppe, die aus aktuellen und ehemaligen Angestellten 
besteht, heißt es dazu: "Der Feldzug des LSVD gegen die eigenen Mitarbeiter*innen und 
damit gegen jahrelange Erfahrung, Expertise und Netzwerkzugehörigkeiten endet in einem 
Trümmerfeld". Die Mitarbeitenden sehen die Probleme als hausgemacht an, sind sie doch 
bereits vor über einem Jahr angesprochen worden. Umso absurder mutet es an, dass der 
Vorstand ausgewählte Freund*innen gestern Abend zum feierlichen Neujahrsempfang lud.

Die Verfasser*innen des Briefes sind als Betriebsgruppe in der Freien Arbeiterinnen- und 
Arbeiter Union Berlin (FAU) organisiert. Doch trotz massiven Druckes durch Gewerkschaft 
und Politik ließen Geschäftsführer Jörg Steinert und Vorstand Gespräche über einen 
Tarifvertrag platzen, woraufhin die Angestellten den Betrieb im Dezember mit einem 
Warnstreik lahmlegten. "Dass der Streik nicht zum Einlenken geführt hat, zeigt welch 
niedrigen Stellenwert die Güte der Beratungsarbeit für die Geschäftsführung hat. Seit 
Beginn der Tarifverhandlungen stellt sich die Leitung stur und möchte kein Quäntchen ihrer 
Macht abgeben - auch wenn das heißt, dass sie ihren eigenen Betrieb damit kaputt machen", 
so Käte Gengenbach, Sekretärin der FAU. Doch es ist klar: Die Basisgewerkschaft wird 
weiter mit allen Mitteln für die im Betrieb verbliebenen Mitglieder kämpfen und sich für 
Verbesserungen im prekären Beratungsbetrieb in Berlin einsetzen. Hierbei ist ein erster 
Erfolg, dass die Angestellten des BLSB gezeigt haben, wie man sich auch als Arbeiter*in in 
befristeten Projektstellen solidarisch organisieren und den Kampf gegen Ausbeutung in 
diesem Bereich auf die Tagesordnung setzen kann.

Berlin, 1. Februar 2018

Bild zur freien Verwendung: hier ( Kundgebung vor dem LSVD am 30.11. 2017, ©FAU Berlin)
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