(de) a-g dortmund: Anarchismus Rundreise durch Dortmund Episode 2: Hörde

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So Feb 4 09:16:59 CET 2018


Am 27.01. fand in Dortmund Hörde eine Anarchismus-Einführungsveranstaltung statt. Dem 
vorausgegangen war eine intensive Bewerbung im Viertel. ---- Die Mobilisierung ---- Im 
Rahmen der zweiten Episode der Rundreise haben wir unsere Mobilisierungen noch einmal 
deutlich angekurbelt. Neben über 4000 Flyern, die wir verteilt haben, wurde plakatiert, 
Aufkleber geklebt und zum Abschluss der Mobi gab es einen zweistündigen unangemeldeten 
Infostand im Ortskern. Einen Großteil der Flyer, die wir verteilt haben, sind direkt in 
den Briefkästen gelandet. Wir haben allerdings auch viel wert darauf gelegt, Pasant*innen 
direkt anzusprechen. Toll fanden wir auch, dass viele Betreiber*innen von Geschäften 
unsere Flyer ausgelegt haben. ---- Eingehen wollen wir an dieser Stelle kurz auf unsere 
Tour um den Phönixsee, welches eine stark gentrifizierte und wohlhabende Gegend ist. Uns 
war es wichtig, auch in so einer Art von Viertel unsere Veranstaltung zu bewerben, da 
üblicherweise Vierteln mit einer wohlhabenden Bevölkerung das Interesse an solchen 
Veranstaltungen gerne abgesprochen wird. Obwohl es durchaus in unseren Reihen einige 
Genoss*innen gibt, die eben aus solchen Gegenden stammen.

Persönliches Highlight von einigen von uns war sicherlich der unangemeldete Infotisch 
wenige Tage vor der Veranstaltung. Bereits zu diesem Zeitpunkt hat sich für uns gezeigt, 
dass unser Mobilisierungskonzept in diesem Fall komplett aufgegangen ist. Von den vielen 
Menschen, die wir mit dieser Aktion angesprochen haben, gab es Rückmeldungen, dass sie 
bereits Flyer in ihrem Briefkasten gefunden hätten, dass sie überlegen, vorbei zu kommen 
und es entwickelten sich teilweise lebhafte Gespräche. Natürlich gab es auch vereinzelte 
negative Rückmeldungen, aber das bleibt bei der Masse an Menschen, die wir erreichen 
konnten, nicht aus.

So lebt es sich am Phoenix See

Hörde bleibt dreckig, wir setzen den Bagger an!

Auf die erfolgreiche 2 Episode der Rundreise

Der Veranstaltungstag und der Veranstaltungsort

Am 27.1. war es dann soweit, der Tag der Veranstaltung war gekommen. Im Gegensatz zur 
ersten Episode in Westerfilde, wo nur wenige Menschen den Weg zu uns gefunden haben, 
konnten wir dieses Mal circa 30 Menschen unsere Gäste nennen. Das Café Aufbruch, in dem 
unsere Veranstaltung stattfand, ist ein offenes Nachbarschaftscafé. Es lebt von der 
Selbstorganisation der Beteiligten und hat vor allem viele Do-It-Yourself- und 
Kunstangebote. Definitiv ein netter Raum, in dem ihr für Kaffee und Kuchen einkehren 
solltet, wenn ihr mal in Hörde seid.

Toll war auch, dass gänzlich unterschiedliche Leute zur Veranstaltung kamen. Was beileibe 
keine Selbstverständlichkeit ist und bestimmt nicht nur in Dortmund szeneuntypisch. Nach 
dem Vortrag gab es noch eine Diskussion zu offen gebliebenen Fragen, die wir als etwas 
anstrengend empfanden, weil sie sich stark auf die Gewaltdebatte fokussierte und sich 
teilweise etwas plump des Für und Widers bediente, anstatt die Stärke in der 
Unterschiedlichkeit und der Angemessenheit der Mittel zu sehen.
Im Anschluss gab es dann noch einzelne Personen, die Interesse an einer Organisierung hatten.

Mit allen Verbliebenen machten wir uns auf zum Antisemitismus-Denkmal in der Nähe der 
ehemaligen alten Synagoge. Zusammen sangen wir das Moorsoldaten-Lied und legten 
anschließend eine Gedenktafel und Rosen nieder. Nach einer Gedenkminute und dem 
Versprechen, dazu beizutragen, dass Deutschland nie wieder faschistisch werde und das so 
Etwas oder Ähnliches nie wieder geschehe, verließen wir den Ort des Geschehens.

Hörde

Hörde ist ein sehr diverser Stadtteil, vom Phönixsee über die Innenstadt bis nach 
Klarenberg liegen Welten. Während am Phönixsee die Menschen in esklusiven 
Einfamilienhäusern leben müssen, quetschen sich die Leute in Klarenberg mit ihrer Familie 
auf wenigen Quadratmetern - und das nur wenige Minuten voneinander entfernt. Speziell am 
Phönixsee ist die Gentrifizierung weit voran geschritten, es wird aber immer noch massiv 
gebaut, was erahnen lässt, dass der Umgestaltungsprozess noch nicht am Ende ist. Es sei 
jedem aus der Nordstadt, welcher an jeder frisch gestrichenen Fassade meint, das Gespenst 
der Gentrifizierung zu erkennen, empfohlen, einmal den Phönixsee zu besuchen. Von frischer 
Wandfarbe zu einem Laden wie es ihn z.B. in Hörde gibt, in dem du dir dein persönlich 
designtes Holzfahrrad anfertigen lassen kannst, liegen eben doch noch ein paar Schritte. 
Was uns aber dennoch nicht weniger wachsam machen lassen sollte, was die Nordstadt angeht. 
Im Gegensatz zu vielen anderen Städten im Ruhrgebiet kann Mensch in Hörde, grade im 
Stadtkern, noch einige schöne alte Gebäude bestaunen. Leider müssen diese zunehmend 
unwirtlichen Neubauten im Einheitsstil aus Beton und Glas weichen - und damit auch die 
Menschen die vorher dort lebten.

Fazit

Alles in allem waren die Aktivitäten in Hörde für uns ein großer Erfolg, sowohl die gut 
besuchte Veranstaltung, als auch die Mobilisierung haben erreicht, dass wir einen Einblick 
in die Potentiale des Viertels bekommen haben und viele weitere Menschen mit der Idee des 
Anarchismus vertraut machen konnten. Unser für die Rundreise angedachtes Konzept hat in 
Hörde sehr gut gegriffen und wir sind schon ganz gespannt darauf, wie es in anderen 
Vierteln aussehen wird.

Anarchismus in Dortmund Rundreise

Was ist die Idee hinter der Rundreise? Wir wollen gezielt in möglichst allen Vierteln in 
Dortmund mindestens eine Veranstaltung organisieren. Wir finden es natürlich gut, dass es 
in der Dortmunder Nordstadt eine recht stabile linksradikale und anarchistische Bewegung 
gibt. Allerdings halten wir es für problematisch, wenn sich ein Großteil unserer 
Aktivitäten nur noch auf ein Viertel beschränkt. Im Idealfall wollen wir möglichst in 
allen Vierteln Dortmunds handlungsfähige anarchistische Lokalstrukturen aufbauen. Denn 
klar ist auch, dass den Kampf in andere Viertel zu tragen langfristig nur mit einer 
lokalen Verankerung funktioniert. Ein Kernpunkt der anarchistischen Idee ist es sich 
möglichst dezentral zu formieren, weshalb eine Verankerung in vielen Vierteln strategisch 
notwendig ist.

Straße für Straße - nehmen wir uns die Stadt!

Anarchistische Gruppe Dortmund

http://agdo.blogsport.eu/2018/01/31/anarchismus-rundreise-durch-dortmund-episode-2-hoerde/


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