(de) evibes: Lauter Populismus statt Emanzipation
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Sa Feb 3 07:45:48 CET 2018
31. Januar 2018 Allgemein 120 Dezibel, Antifeminismus, Dresden, e*vibes, Feminismus,
neurechte, sexualisierte Gewalt, sexualisierter Machtmissbrauch, sexuelle Gewalt ---- "120
Dezibel" ist eine neue rechtspopulistische Kampagne. In einer konzertierten Aktion wird
sie gerade vor allem im Internet gepusht. Es ist eine von vielen und wird wahrscheinlich
nicht die letzte sein. Doch ihr Fokus auf "Frauen*themen" hebt sie von vielen bisherigen
neurechten Kampagnen ab. ---- Wie bei vielen neurechten Ideen wird von linken
Graswurzelbewegungen agekupfert. Stilistisch an Anti-Harassment-Aktionen angelehnt und mit
direktem - allerding klar ablehnendem - Bezug zu #Aufschrei-Debatte sollen Frauen* mit
aufwändig produzierten Videos und Webpräsenzen angelockt werden. Doch ein kleiner Blick
hinter die Kulissen zeigt klar: es geht hier nicht um Frauen*rechte, diese dienen nur als
populistischer Deckmantel für die indentiäre rechten Ideolgie mit ihrem Rassismus,
Nationalismus und Antifeminismus.
Sie spielen mit den von ihnen selbst geschürten Ängsten von vielen Menschen in Europa. Sie
behaupten, einzig und allein Menschen, die nicht aus Europa kommen, seien für
(sexualisierte) Übergriffe auf Frauen (weiße, mitteleuropäische bzw. deutsche)
verantwortlich. Sie fordern die Schließung der Grenzen.
Damit einher geht auch die Forderung dass sie, als Frauen, geschützt werden wollen. Da der
weiße Ritter aus ihrer Sicht auf sich warten lässt "müssen" sie nun selbst aktiv werden.
Sie rufen dazu auf, sich nun endlich zu wehren. Was für ein Offenbarungseid: so lange nur
"deutsche" Männer* vergewaltigen, oder es keine "deutschen" Frauen* trifft, scheint
sexualisierte Gewalt kein Problem zu sein.
Sie benutzen vermeintliche europäisch-liberale Werte, um eine Demarkationslinie zu ziehen
und Politiken der Zugehörigkeit zu konstruieren. Die Nachahmung feministischer Rhetorik
dient dazu, vor allem weibliche* Wählerinnen zu mobilisieren, weil diese in klassischen
rechtspopulistischen Bewegungen unterrepräsentiert sind.
Seit Jahrzehnten sind es konservative und rechte Politiker_innen, die den feministischen
Kampf gegen Missbrauch, Vergewaltigungen und sexualisierte Gewalt immer wieder auf's neue
torpedieren. "120 Dezibel" reiht sich dabei nahtlos ein. Statt patriarchale Strukturen zu
kritiseren, zeigt man zur Schuldabwehr auf die vermeintlich anderen. Statt
emanzipatorische Forderungen zu unterstützen, werden längst widerlegte Mythen in hipper
Form neu aufgewärmt. Das macht die rechtspopulistische Suppe allerdings kein bisschen
appetitlicher!
Das ist kein Feminismus, es ist Gendernationalismus!
Wir wollen keine weißen Ritter. Wir lassen uns nicht für rechte Kampagnen einspannen.
Feminismus statt Vaterland!
* Mit dem Sternchen hinter Frau*, Mann*, weiblich*, männlich* wollen wir verdeutlichen
das diese Geschlechtskategorien lediglich gesellschaftlich konstruiert sind.
http://evibes.org/2018/01/31/lauter-populismus-statt-emanzipation/
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