(de) fda-ifa: Über fünf Jahre Anarchistische Gruppe Dortmund - unsere Aktivitäten im Jahr 2018 - Ein Rückblick von agdortmund

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Sa Dez 29 15:31:01 CET 2018


Unser komisch formulierter Grundüngsaufruf ---- 2018 ist unsere Gruppe fünf Jahre alt 
geworden. Fünf Jahre anarchistische Aufbauarbeit und Kämpfe fanden nun im Jahr 2018 ihren 
erneuten vorläufigen Höhepunkt. Für uns als Anarchistische Gruppe ist das zurückliegende 
Jahr das aktivste und umsetzungsstärkste, das wir bisher gemeinsam gestaltet haben. Also 
los geht`s, begleitet uns auf diesem kleinen Rückblick. ---- "Anarchismus in 
Dortmund"-Rundreise ---- Ende 2017 entwickelten wir die Idee der "Anarchismus in 
Dortmund"-Rundreise. Da sich in Dortmund anarchistische und linksradikale Präsenz 
hauptsächlich in der Nordstadt konzentriert, während es in vielen anderen Vierteln so gut 
wie nie entsprechende Aktivitäten gibt, nahmen wir uns vor, in möglichst vielen Vierteln 
außerhalb der Nordstadt eine anarchistische Veranstaltung durchzuführen. Begleitet wurden 
die Stationen in den Vierteln mit starker Mobilisierung und Präsenz in der jeweiligen 
Nachbarschaft. 2017 führten wir unsere erste Station in Westerfilde durch, 2018 waren wir 
dann in Hörde und dem Kreuz- bzw. Klinikviertel.

Wir konnten dabei wertvolle Erfahrungen sammeln und speziell der Rundreise-Part in Hörde 
war mit circa 30 Gästen ein toller Erfolg. In Hörde konnten wir gut sehen, wie viel mit 
einer starken Straßenmoblisierung zu erreichen ist; so wurden unter anderem über 4000 
Flyer im Viertel verteilt. Wir hatten uns ursprünglich erhofft, mehr Stationen in diesem 
Jahr zu schaffen, aber durch andere wichtige Projekte und Ereignisse trat das Vorhaben 
etwas in den Hintergrund. Das Projekt bleibt für uns aber weiterhin aktuell; wir werden 
sehen, was das Jahr 2019 in dieser Sache hergibt. Sollte es irgendwo in Scharnhorst, 
Lütgendortmund oder wo auch immer Menschen geben, die dies hier lesen und gern in ihrem 
Kiez eine solche Veranstaltung durchführen wollen, so meldet euch bei uns, wir sind gerne 
zur Kooperation bereit!

Wir werden mehr - Anarchistische Kennenlerntreffen und "Tag der anarchistischen Gruppe" im 
Black Pigeon
2018 konnten wir ein, für unsere Verhältnisse, zahlenmäßig starkes Wachstum unserer Gruppe 
verzeichnen. So sind bespielsweise durch die Anarchismus-Rundreise einige neue Leute dazu 
gestoßen. Uns war es schon immer wichtig, dass Menschen, die Interesse haben, aktiv zu 
werden, schnell und einfach Teil der Gruppe werden können und bei ihrem Wunsch nach 
Organisierung keine unnötigen Steine in den Weg gelegt werden. Dafür gab es schon immer 
niedrigschwellige Kennenlerntreffen, welche wir 2017 bis Mitte 2018 "Anarchistische 
Kennenlerntreffen" nannten. In diesem Rahmen gab es spannende offene Diskussionen, welche 
in der Regel gut besucht waren. Bei annähernd jedem dieser Treffen kamen neue Leute zur 
Gruppe dazu. Aufgrund unserer gestiegenen Kapazitäten und dem veränderten Ladenkonzept des 
Anarchistischen Buch- und Kulturzentrums "Black Pigeon" entschlossen wir uns ab August, 
nunmehr jeden Dienstag von 17-19 Uhr einen "Tag der anarchistischen Gruppe Dortmund" im 
Black Pigeon zu gestalten. Bisher sind wir mit dem Verlauf des Ganzen mit kleineren 
Ausnahmen durchaus zufrieden; 2019 geht`s also weiter mit dem Tag der Anarchistischen 
Gruppe Dortmund!

Fight for Afrin und Zusammenarbeit mit der kurdischen Bewegung

2018 intensivierten wir auch unsere Kontakte zur kurdischen Bewegung. So waren wir bei 
einem Großteil der Mobilisierungen für das von der Türkei angegriffene und leider auch 
eingenomme Afrin in Syrien dabei und zeigten unsere aktive Solidarität mit der kurdischen 
Bewegung auf den Straßen Dortmunds. Unsere Bemühungen blieben den Freund*innen nicht 
unbemerkt; so kam es zu der Entwicklung eines lokalem Afrin-Solidaritätsbündnisses, mit 
dem wir zusammen eine breit aufgestellte 500 Menschen starke Demonstration zum Nevroz 
durchführten.

Zuletzt gab es dann noch eine gemeinsame Anreise und Teilnahme an den Protesten gegen den 
Erdogan-Besuch in Köln. Wir werden auch weiterhin die Situation in Rojava im Blick 
behalten und internationale Solidarität aufbauen und üben.

Anarchistischer 1. Mai - für eine Welt ohne Lohnarbeit!

Einer unserer absoluten Höhepunkte dieses Jahr waren sicherlich unsere Aktivitäten zum 
anarchistischen 1. Mai. Nachdem es 2015 das letzte mal eine eigenständige anarchistische 
Demonstration zum 1. Mai gab, nahmen wir uns für dieses Jahr vor, an den Erfolg von 2015 
anzuknüpfen. Vorbereitet wurde unsere Demo von einer recht breiten Moblisierungskampagne 
mit einem Vortrag zur Geschichte des 1. Mai in Dortmund sowie Beteiligung an der 
Revolutionären Vorabenddemo in Bochum. Durch ein spontanes Aktionsbündnis mit der Gruppe K 
und dem Kommunistischen Kollektiv Ruhr gab es außerdem einen ereignissreichen 
Schwarz-Roten Block mit 80 Menschen auf der 1. Mai Demonstration des DGB in Dortmund. Die 
Versuche der DGB-Ordner, uns zunächst auf eigene Faust und später unter Zuhilfenahme der 
Cops von der Demonstration zu drängen, konnten aufgrund unserer Durchsetzungsfähigkeit und 
der Solidarisierung anderer Teile der Demo vereitelt werden, sodass ein kämpferischer 
Akzent auf der DGB-Demo gesetzt werden konnte.

Am frühen Abend ging es dann zu unserer eigenen Demonstration, die wir großteils in 
Eigenregie organisierten. Umso erfreulicher war, wie gut alles geklappt hat und dass sich 
uns über 300 Genoss*innen unter dem Motto "Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann - für eine Welt 
ohne Lohnarbeit!" anschlossen. Der Abend klang mit einem Kulturprogramm im Black Pigeon aus.

Der Verlauf des 1. Mai macht deutlich, wie gut die anarchistische Bewegung Dormtunds im 
bundesweiten Vergleich aufgestellt ist und zeigt die tiefe lokale Verankerung unserer 
Gruppe. Eine Tradition anarchistischer 1. Mai Demonstrationen in Dortmund zu etablieren 
wäre eine tolle Idee, findet ihr nicht? Wer weiß, vielleicht ist 2019 hier noch mehr 
möglich...

Das zweite Anarchistische Parkfest - aus der Nachbarschaft für die Nachbarschaft

Nachdem es 2017 das erste Mal ein erfolgreiches Anarchistisches Parkfest im Blücherpark im 
Hafenviertel gegeben hatte, waren wir durch die vielen positiven Rückmeldungen fast schon 
zu einer Wiederholung gezwungen. Aber es war gar nicht nötig, uns von außen zu drängen, 
wir hatten selbst große Lust, dieses Projekt erneut zu realisieren und gingen dies mit 
viel Tatendrang an. Die Organisation lief diesmal spürbar besser als im Jahr zuvor und die 
Aufgaben waren auf mehr Schultern verteilt. Es gab ein deutlich erweitertes Kulturprogamm 
und sogar eine Hüpfburg! Viele hundert Menschen unterschiedlichster Hintergründe kamen den 
Tag über zusammen und genossen den auch vom Wetter her idealen Spätsommersonntag. Auch für 
nächstes Jahr gibt es bereits Überlegungen, eine dritte Ausführung des Parkfestes zu 
begehen...

Antifaschismus

Natürlich waren wir auch auf vielfältige Weise in die zahlreichen Aktivitäten gegen 
faschistische Demonstrationen und den gesellschaftlichen Rechtsruck involviert. Neben der 
alltäglichen Beteiligung an den Gegenprotesten spielt das Bemühen um breiter angelegte 
antifaschistische Strategien bei vielen unserer Projekte eine Rolle. So ging es bei 
unserer Rundreise unter anderem auch darum, im öffentlichen Raum antifaschistische Akzente 
zu setzen und den Bemühungen der Dortmunder Nazis, bestimmte Kieze für sich zu 
reklamieren, etwas entgegen zu setzen. Besonders starke Aktivitäten haben wir als Gruppe 
im Kontext der Mobilisierung gegen den faschistischen Großaufmarsch am 14.04. entwickelt.

Wir beteiligten uns für unsere Verhältnisse stark an der Vorab-Mobilisierung und waren in 
unterschiedlicher Weise am 14.04. selbst auf der Straße aktiv. Natürlich hatten wir bei 
unseren Aktivitäten im Bereich des Antifaschismus nicht nur die lokale Dortmunder 
Naziszene im Blick.

Wichtig ist uns, auch den generellen Rechtsruck nicht aus den Augen zu verlieren, dazu 
beizutragen, dass ihm der Boden entzogen wird, aber eben auch aktiv gegen ihn zu agieren. 
So führten wir Veranstaltungen und Infotische zum Thema durch. Am 7.12. organisierten wir 
im Rahmen eines FdA (Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen)-Aktionstags gegen den 
aufkommenden Faschismus in Brasilien eine Kundgebung vor dem brasilianischen Konsulat in 
Düsseldorf, um auf die Machtübernahme des Faschisten Jair Bolsonaro aufmerksam zu machen. 
Hier wollte die Polizei zunächst unseren Kundgebungs-Anmelder nicht zulassen; per 
juristischem Einspruch konnten wir jedoch kurz vor knapp diese Einschränkung unserer 
Versammlungsfreiheit vor Gericht abwenden.

Gegen das neue Polizeigesetz und seine Welt

Großen Eifer entwickelten wir in den Aktivitäten gegen das neue Polizeigesetz in NRW. So 
formulierten wir einen recht breit wahrgenommenen anarchistischen Aufruf gegen das Gesetz. 
In diesem argumentierten wir zum einen, dass es nicht ausreicht, gegen dieses eine Gesetz 
zu opponieren, sondern gegen die Gesellschaftsordnung, die es benötigt und hervorgebracht hat.

Zum anderen sagten wir voraus, dass ein bloß symbolischer Protest mit 
Latschdemonstrationen und Petitionen nicht ausreichen wird, um das Gesetz zu verhindern. 
Echter Druck von unten, Streiks, Besetzungen und vieles mehr wäre hier gefragt. Leider hat 
sich eine solche Bewegung nicht entwickelt und wir als Gruppe sind natürlich auch zu 
schwach, um eine solche im Alleingang anzuzetteln. Dennoch entwickelten wir auch über den 
Aufruf hinaus eine gewisse Dynamik auf den Straßen unserer Stadt. Unter anderem führten 
wir eine kreative Aktion in der Innenstadt durch, bei der eine als "Gefährderin" 
gekennzeichnete Person in einen Käfig eingesperrt wurde, um auf die Gefahren des 
Polizeigesetzes aufmerksam machten.

Bei den beiden Großdemonstrationen gegen das Polizeigesetz riefen wir zu einem 
anarchistischen/antiautoritären Block auf, dem beide Male hunderte Menschen folgten, wobei 
der Block bei der ersten Demonstration natürlich deutlich größer war, da die Demo selbst 
erheblich breiter aufgestellt war als die zweite. Außerdem beteiligten wir uns an einer 
lokalen Demo gegen das Polizeigesetz mit einem eigenen Block. Nun wurde wie zu erwarten 
war das Gesetz verabschiedet, die Zeiten werden härter und das manifestiert sich jetzt 
auch in den Gesetzen dieses Staates, als logische Konsequenz einer Entwicklung des voran 
schreitenden Autoritarismus.

Kritische Interventionen
Wichtig waren uns auch verschiedene kritische Interventionen, mit denen wir versuchten, 
auf bestimmte Probleme und Widersprüche innerhalb sozialer Bewegungen bzw. der radikalen 
Linken aufmerksam zu machen.

So haben wir z. B. einige Thesen zum Thema "Islam, Islamismus und die Linke" aufgestellt 
und im Rahmen einer öffentlichen Diskussion besprochen. Wir sind der Auffassung, dass sich 
große Teile der radikalen Linken nicht an eine Kritik des Islam aus revolutionärer 
Perspektive herantrauen, da sie Angst haben, sonst als Rassist*innen zu gelten. Dabei ist 
die Kritik der Religion eine Voraussetzung der Befreiung der Menschheit und gerade der 
Islam ist gegenwärtig in vielen Ländern und hierzulande in migrantischen Milieus eine der 
stärksten Stützen der Herrschaft überhaupt! Leider haben auch wir die Auseinandersetzung 
mit dem Thema nicht konsequent genug weiter verfolgt, sodass es bislang über die genannte 
Veranstaltung und entwickelten Thesen hinaus keine weiteren diesbezüglichen Aktionen von 
uns gab. Wir hoffen, dass wir den Faden im neuen Jahr wieder aufgreifen können.

Eine weitere Intervention betraf die Situation im Nahen Osten und den Blick der hiesigen 
Linken auf dieselbe. Anlässlich der erneuten Eskalation des Konflikts zwischen Israel und 
den Palästinenser*innen im Mai dieses Jahres übersetzten und veröffentlichten wir einen 
Text der Gruppe "Gaza Youth Breaks Out", den wir in seiner wütenden Ablehnung sowohl der 
israelischen wie auch der eigenen palästinensischen Autoritäten bemerkenswert fanden. 
Einige aus unserer Gruppe hielten dies für einen geeigneten Ausgangspunkt für die 
Diskussion über eine grundsätzlich herrschaftskritische Perspektive auf den 
Nahostkonflikt; eine Perspektive, die sowohl bei den unmittelbar Beteiligten, als auch den 
jeweiligen Solidaritätsbewegungen für Israel oder Palästina kaum zu finden ist. Über 
dieses Thema wurde sowohl innerhalb der Gruppe als auch bei einer öffentlichen 
Veranstaltung sehr kontrovers diskutiert.

Zu guter Letzt wollen wir noch auf unsere kritische Intervention auf der Demo gegen das 
Polizeigesetz in Dortmund eingehen, die fast ausschließlich von autoritär kommunistischen 
Gruppen und Parteien ausgerichtet war. Hier positionierten wir uns mit Flyern, einem 
Banner und Redebeitrag gegen jeden Polizeistaat "egal ob demokratisch oder sozialistisch". 
Wir wollten damit darauf hinweisen, dass Gruppierungen, die sich positiv auf 
"sozialistische" Regime mit teilweise ins Monströse gesteigerten Repressionsapparaten 
beziehen, denkbar ungeeignet sind, glaubwürdig den Widerstand gegen wachsende 
Polizeirepression anzuführen. Wir sind überzeugt, dass generell der Kampf innerhalb 
sozialer Bewegungen um deren politische Perspektive genauso wichtig ist wie der Kampf 
gegen den gesellschaftlichen Gegner.

Antiautoritäre und revolutionäre Kräfte müssen hier durch Wort und Tat ihre Ideen 
propagieren, sonst kommt es in den meisten Fällen dazu, dass reformistische, 
nationalistische oder autoritäre Fraktionen die Hegemonie gewinnen und die Bewegung für 
die Sache der Freiheit unbrauchbar machen.

Anarchistische Wanderungen

Seit einiger Zeit führen wir monatlich anarchistische Wanderungen in Dortmund und Umgebung 
durch. Raus in die Natur, eine gute Zeit im Freien verbringen und das auch zusammen mit 
Interessierten außerhalb der Gruppe. So führte unser Weg bisher nach Dortmund-Scharnhorst, 
Menden (Sauerland), Haltern am See, Gelsenkirchen und Dortmund-Hohensyburg. Bisher waren 
wir immer von großartigem Wetter begleitet, sodass jede Wanderung stattfinden konnte.

Mit dabei war immer mindestens eine ortskundige und/oder naturfachkundige Genoss*in, so 
waren die Wanderungen immer auch ein spannender Einblick in die Pflanzen- und Tierwelt 
sowie in die lokale Geschichte der Ausflugsziele. Komm` gerne auch mal mit!

Der Antisemitismus ist stets ein Symptom reaktionärer Hochkonjunktur - Erich Mühsam

Am Gedenken an den 80. Jahrestag der Reichsprogromnacht beteiligten wir uns auf 
unterschiedliche Weise. Wir organisierten eine Veranstaltung mit Andreas Müller von der 
Geschichtswerkstatt zu den lokalen Ereignissen. Wir widmeten einen "Tag der 
Anarchistischen Gruppe" der Vorbereitung auf die jährliche Gedenkveranstaltung in 
Dorstfeld und mobilisierten schlussendlich mit einem Anreisetreffpunkt nach Dorstfeld. 
Dieses Jahr gab es erfreulicherweise eine sehr breite zivilgesellschaftliche Beteiligung 
an dem Gedenken und die Störungen der Faschist*innen fielen kleiner aus als sonst. So 
versammelten sich bis zu 300 Menschen, die ergreifenden Redebeiträgen und Gesang 
lauschten. Auf dem Willhelmsplatz wurden vor der eigentlichen Gedenkveranstaltung diverse 
interessante Stände von unterschiedlichen Initiativen und Schulen aufgebaut, was das 
Gedenken auch stärker inhaltlich untermauerte.

Erneute Ausdifferenzierung: Anarchistische Tierbefreier*innen Dortmund

Ende des Jahres kam es mit den Anarchistischen Tiebefreier*innen Dortmund zu einer 
erneuten Ausdifferenzierung der anarchistischen Bewegung in Dortmund. Dies stellt einen 
üblichen Prozess in den letzten Jahren dar, welcher die Breite und Vielseitigkeit unserer 
Bewegung betont. Auch wenn es leider so ist, dass einige der neu gegründeten Gruppen 
wieder in der Versenkung verschwunden sind, gibt es mit der queerfeministischen Gruppe 
"Lila Lautstark", dem Kollektiv des Anarchistischen Buch- und Kulturzentrums "Black 
Pigeon" und FABZI (Feministische und Anarchistische Broschüren und Zines) ja bereits drei 
andere kontinuierlich arbeitende anarchistische Zusammenhänge neben unserer Gruppe in 
dieser Stadt. Wir wünschen den Anarchistischen Tierbefreier*innen Dortmund ebenso eine 
langlebige erfolgreiche Aktivität und rufen an dieser Stelle auch nochmal dazu auf, sich 
den Gefährt*innen anzuschließen, wenn ihr euren Fokus auf Tierbefreiung legen möchtet.

Hambacher Forst bleibt!

Die Solidarität mit dem Hambacher Forst ist etwas, das uns den Großteil des Jahres 
begleitet hat, schwerpunktmäßig aber natürlich in der Zeit der Räumungen der Baumhäuser 
und sonstiger Infrastruktur im Wald. Durch die anarchistisch gesinnte jahrelange Besetzung 
des Hambacher Forsts ist es gelungen, einen sozialen Kampf anzufachen, der speziell dieses 
Jahr viele Tausend Menschen bewegt hat. So ist es klar, dass mit der Zuspitzung der 
Situation im Wald auch wir unsere Aktivitäten in dieser Sache ausweiteten.

So waren immer wieder Gefährt*innen im Wald, um vor Ort an den Kämpfen teilzunehmen, eine 
Genossin von uns schrieb dazu einen recht breit beachteten Erlebnisbericht. In Dortmund 
führten wir einen Infotisch in der Innenstadt durch, schickten ein Solidaritätsbild vom 
Parkfest, widmeten einen "Tag der Anarchistischen Gruppe" dem Thema und entfalteten 
weitere Straßenaktivitäten wie Plakatieren und Bannerdrops. Großartig, was bis jetzt 
bereits durch die soziale Bewegung rund um den Hambacher Forst erreicht wurde, eine 
Umarmung an alle Gefährt*innen im Wald! Stadt und Land im Widerstand!

Unser Videoprojekt
Eingestiegen sind wir nun auch in das Produzieren von Videos, schwerpunktmäßig von unseren 
eigenen Aktivitäten. Während die Qualität dieser reinen Do-it-yourself Videoproduktion 
teilweise noch ausbaufähig ist, ist die Veröffentlichung von 19 Videos innerhalb von neun 
Monaten durchaus sehenswert. Mit circa 6000 views (youtube und vimeo zusammen) konnten wir 
sicher einige Hundert Menschen über diesen Weg erreichen. Über das Videoprojekt können wir 
nun einen noch lebendigeren Eindruck unserer Aktivitäten liefern, als wir dies durch 
unsere ohnehin schon recht ausgeprägte Öffentlichkeitsarbeit bisher taten.

Was noch?

Wir haben uns Mühe gegeben, lediglich die groben Eckpunkte unserer Aktivitäten 
aufzuführen. Aber natürlich fehlt ganz vieles... Kreative Aktionen wie gegen die 
Traurigkeit des kapitalistischen Alltags, Solidaritätsaktionen wie die für die Kämpfe 
gegen das Iranische Regime, Veranstaltungen zu den unterschiedlichsten Themen wie z. B. 
zur Novemberrevolution 1918 aus antiautoritärer Perspektive, die unterschiedlichsten 
Workshops wie z. B. zu IT-Sicherheit, unsere kontinuierliche Mitarbeit im Black Pigeon, 
dem Raum unseres Vertrauens, Filmvorführungen wie zu den Mujeres Libres und und und.

Seebrücke Demonstration mit Beteiligung von uns

Wir sind selbst immer wieder überrascht, wozu wir 2018 in der Lage waren, wieviel wir 
umgesetzt haben und wie gut diese Zeit für uns als Gruppe war.

Wir wollen leben! Achtsamkeit, Kollektivität und Spass!

All die Aktivitäten, die wir nach außen entwickelt haben, kosten Kraft. Kraft, die wir 
auch in unseren regelmäßigen entspannten Gruppenabenden gefunden haben. Wir gehen 
(wöchentlich) zusammen Essen und unternehmen Aktivitäten die uns liegen, die Freude 
bereiten. So vertiefen wir die Bindung untereinander und geben uns gegenseitig Halt in 
dieser verrückten Welt. So haben wir uns dann auch im Sommer des Jahres mit einem großen 
Grillen bei all unseren befreundeten Gruppen bedankt, an dem über 40 Gefährt*innen 
teilnahmen. Ausgebaut haben wir auch unsere interne Achtsamkeitsinfrastruktur, damit 
Genoss*innen in schweren Lebenslagen Unterstützung aus der Gruppe bekommen. Das Jahr 
beendet haben wir mit einem chilligen Jahresabschlusstreffen, bei dem wir über das 
Vergangene reflektiert, gelacht und hoffnungsvoll ins nächste Jahr geblickt haben!

Ausblick

Wie wird sich unsere Gruppe im kommenden Jahr entwickeln? Das hängt ganz von den Menschen 
ab, die sich in sie einbringen. Es gibt einige Projekte, wie den anarchistischen 1. Mai 
und das anarchistische Parkfest, sowie die verstärkte Auseinandersetzung mit 
feministischen und queeren Themen, zu denen es bei uns Gedanken gibt, aber nichts ist in 
Stein gemeißelt. Die Veränderung dieser Welt lebt von der aktiven Beteiligung vieler 
Menschen, eine herrschaftsfreie Gesellschaft fällt nicht einfach vom Himmel. Insofern sind 
wir gespannt auf das, was uns im kommenden Jahr erwartet, welche neuen Freund*innen wir 
kennenlernen dürfen, ob es bei uns so gut weiterläuft wie gerade, vor allem wie sich 
unsere Gesellschaft weiter entwickelt und, ob der Zustand der Verschärfung des weltweiten 
Autoritarismus weiter anhalten wird. Leider ist das anzunehmen und natürlich ist unser 
Beitrag nur ein ganz kleiner, gemessen an den Herausforderungen, die vor uns liegen. Aber 
es gibt nichts Besseres, um mit der aktuellen Lage klar zu kommen, als selbst Teil des 
Prozesses dagegen zu sein und Teil des Ausblicks auf eine freiere Welt. Der Kampf geht 
weiter! Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am nächsten!

Anarchistische Gruppe Dortmund, Dezember 2018

https://fda-ifa.org/ueber-fuenf-jahre-anarchistische-gruppe-dortmund-unsere-aktivitaeten-im-jahr-2018-ein-rueckblick/


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