(de) evibes: §219a im Bundestag - PM vom Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung

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Mo Dez 24 06:35:02 CET 2018


Papier der Bundesregierung zu § 219a gibt Positionen radikaler Abtreibungsgegner wieder 
und führt die Entmündigung von ungewollt Schwangeren, Ärzt*innen und Beratungsstellen fort 
---- Berlin, 13.12.2018 - Am 12. Dezember legten Katarina Barley (SPD), Franziska Giffey 
(SPD), Jens Spahn (CDU) und Helge Braun (CDU) ein Eckpunktepapier zur "Verbesserung der 
Information und Versorgung in Schwangerschaftskonflikten" vor. ---- Hierzu erklärt Ines 
Scheibe, Sprecherin des Bündnisses und selbst in der Schwangerschaftskonfliktberatung 
tätig: "Wir als Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung (BfsS) kritisieren das 
Eckpunktepapier aufs Schärfste, da die vorgeschlagenen Maßnahmen die Situation von 
Ärzt*innen, Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen und ungewollt Schwangeren insgesamt 
nicht verbessern werden. Die vorgesehenen Maßnahmen tragen im Gegenteil zu einer 
zusätzlichen Stigmatisierung von Schwangerschaftsabbrüchen und ungewollter 
Schwangerschaften bei. Vor diesem Hintergrund ist die versprochene Herstellung von 
Rechtssicherheit für Ärzt*innen durch eine Ergänzung des § 219a StGB scheinheilig."

Statt § 219a StGB zu streichen, wie von einer Mehrheit der Expert*innen und Betroffenen 
gefordert, soll eine Studie zur "Häufigkeit und Ausprägung seelischer Folgen von 
Schwangerschaftsabbrüchen" in Auftrag gegeben werden. Scheibe weiter: "Das Papier zeigt 
leider deutlich, dass sich christliche Fundamentalist*innen und selbsternannte 
Lebenschützer*innen in der Bundesregierung durchgesetzt haben. Dabei ist das hier 
postulierte "Post-Abortion-Syndrom", also ein erhöhtes Risiko einer psychischen Störung 
als Folge eines Schwangerschaftsabbruchs, ein wissenschaftlich längst widerlegter Mythos, 
mit dem radikale Abtreibungsgegner immerfort Ängste schüren. Ich finde es skandalös, dass 
dieser sich nun in diesem Papier wiederfindet."

Studien zeigen hingegen, dass das gesellschaftliche Stigma, mit dem ein 
Schwangerschaftsabbruch behaftet ist, hervorgerufen u.a. durch die Regelung über das 
Strafgesetzbuch, bei vielen Betroffenen eine sehr große psychische Belastung darstellt. 
Wir als Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung lehnen darum diesen vermeintlichen 
Kompromiss ab und fordert die Streichung der §§218/219 aus dem Strafgesetzbuch."

Quelle: Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung[21.12.2018]

http://evibes.org/2018/12/21/%c2%a7219a-im-bundestag-pm-vom-buendnis-fuer-sexuelle-selbstbestimmung/


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