(de) deliverunion fau: Visit from Deliverunion Leipzig

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Sa Dez 22 07:43:42 CET 2018


Eine Delegation der Leipziger Deliverunion-Kampagne der FAU besuchte am vergangenen 
Donnerstag das Foodoras-Hauptquartier in Berlin, um eine Petition mit Forderungen zu 
übergeben. ---- Sie trafen sich mit dem Management zu einer Diskussion und werden die 
weiteren Schritte im Januar bewerten. ---- Die Forderungen sind: Deliverunion Leipzig 
übergibt in Berlin ihre Forderungen an die Geschäftsleitung von Foodora ---- 14. DEZEMBER 
2018 FAU LEIPZIG ---- Rund 60% der Beschäftigten von Foodora Leipzig unterschrieben die 
Petition der Deliverunion Leipzig mit Forderungen an Foodora. Darunter waren auch alle 
vier Rider Captains (Foodora-Sprech für Vorarbeiter*in). Die Petition mit allen 
Unterschriften wurde von einer Delegation der Deliverunion Leipzig in Berlin persönlich 
bei einem Treffen mit dem neuen Geschäftsführer Michael Hagenau und Pressesprecher Vincent 
Pfeifer übergeben.

Die vier Kernforderungen sind:

Einführung einer Verschleißpauschale von 39 Cent pro gefahrenen Kilometer.
Durch Verschleiß am eigenem Fahrrad entstehen Kosten, die den Lohn effektiv unter den 
gesetzlichen Mindestlohn senken können.
1 Euro mehr pro Arbeitsstunde
Die meisten Rider liegen mit 9 Euro in der Stunde nur knapp über dem Mindestlohn und üben 
dabei eine schwere und gefährliche Arbeit aus.
Transparentes Schichtvergabesystem
Schichtpläne werden wöchentlich nach dem so genannten Windhund-Prinzip erstellt. Eine 
Software bevorteilt Kolleg*innen, die häufiger fahren, und erzeugt dadurch einen 
künstlichen Wettbewerb.
Abschaffung sachgrundloser Befristungungen
Befristungen ohne Sachgrund gehören grundsätzlich abgeschafft. Bereits durch die Probezeit 
hat Foodora ausreichend Möglichkeit festzustellen, ob eine Person für die Tätigkeit 
geeignet ist oder nicht. Darüber hinausgehende, sachgrundlose Befristungen halten 
Beschäftigte in einer ständigen Situation der Unsicherheit über ihre Zukunft. So kann etwa 
bei der Vergabe von Krediten und Mietverträgen benachteiligt werden, wer kein 
unbefristetes Arbeitsverhältnis besitzt.
Das Gespräch hatte einen freundlichen Charakter, der aber nicht darüber hinwegtäuschen 
konnte, dass die Gewerkschaft und das Unternehmen in zentralen Forderungen noch weit 
auseinander liegen.
Die Geschäftsführung rechnete Sachzwänge vor und war natürlich sehr offen für Vorschläge 
zur Verbesserung der Arbeitsorganisation. Jedoch blockte sie bei Forderungen, bei denen 
klar ist, dass sie zu höheren Personalkosten führen werden. Deshalb musste unsere 
Delegation häufiger betonen, dass es sich hier nicht nur um ein freundliches Feedback aus 
Leipzig handelt, sondern um die gemeinsamen Forderungen der Belegschaft, die von der 
Geschäftsführung konkrete Schritte erwartet.

In Sachen der Schichtvergabe zeigte sich Foodora nur allzu willig, bei der Entwicklung von 
Modellen zu helfen, die die sehr unterschiedlichen Interessen der Belegschaft unter einen 
Hut bringen.
Dafür blockt das Unternehmen, eine Verschleißpauschale auszuzahlen und versucht uns 
lediglich dahingehend einzubinden, das Gutscheinsystem zu verbessern.
Die Erhöhung der Löhne hat Foodora abgelehnt und stattdessen auf das Bonussystem 
verwiesen. Dieses nutzt jedoch nur Vielfahrern und es ist von Stadt, Geographie und 
Auftragslage abhängig, wie vorteilhaft es für die Fahrer*innen ist. Wir verwiesen darauf, 
dass das Bonussystem zwar ein netter Zuverdienst sein, aber nicht gegen eine Erhöhung auf 
einen ordentlichen Grundlohn angeführt werden kann.
Eine leichte Erhöhung wird ohnehin ab Januar kommen müssen: Der 9 Euro Stundenlohn von 
Foodora liegt ab Januar unter dem frisch erhöhten Mindestlohn von 9,18 Euro. Ohne eine 
Anpassung wäre ein Stundenlohn von 9 Euro dann so niedrig, dass er gesetzeswidrig wäre.
Die Beendigung der Sachgrundlosen Befristung wurde auch abgelehnt. Hierfür blieben die 
Argumente besonders widersprüchlich, da von Seiten der Geschäftsführung immer wieder 
betont wurde, dass es gewünscht sei, Fahrer*innen mit mehr Stunden fester zu binden und 
länger im Betrieb zu halten.
Am 14.01.2019 wird die Deliverunion Leipzig auswerten, inwieweit Foodora sich auf die 
Forderungen zubewegt hat und welche weiteren Schritte es braucht.

Wir bedanken uns bei allen aktiven Kolleg*innen aus Leipzig, die sich beteiligen. Und ein 
besonderer Dank geht an die Berliner Kolleg*innen von Foodora/Deliverunion Berlin/FAU 
Berlin, die uns vor Ort solidarisch unterstützt haben.

Die Forderungen zu übergeben kann nur ein erster Schritt gewesen sein. Wenn ihr die 
Forderungen unterstützen möchtet, kommt zu unseren nächsten Veranstaltungen, achtet auf 
Ankündigungen und unterstützt unsere Aktionen.

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Die Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union Leipzig ist eine unabhängige 
Basisgewerkschaft. Sie ist bundesweit in der Gewerkschaftsföderation FAU organisiert. 
Tretet bei, bringt euch ein, werdet aktiv.

TERMINE
Offenes Treffen
14.01.2019, 21:00 - 23:30 Uhr
Eisenbahnstraße 150
Gewerkschaftliche Beratung
28.01.2019, 18:00 - 19:00 Uhr
Eisenbahnstraße 150
Offenes Treffen
28.01.2019, 21:00 - 0:00 Uhr
Eisenbahnstraße 150
EINSTIEG UND BERATUNG
? Offenes Treffen jeden 2. und 4. Montag ab 21 Uhr in der Eisenbahnstraße 150.
? Gewerkschaftliche Beratung jeden 4. Montag 18:00-19:00 Uhr in der Eisenbahnstraße 150.

https://deliverunion.fau.org/2018/12/19/visit-from-deliverunion-leipzig/


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