(de) Bericht über die Konferenz von Basisgewerkschaften und -initiativen aus dem Bildungssektor Akademikerin auf Abruf von fauj6

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Sa Dez 8 17:18:59 CET 2018


Am 17. und 18. November fand in Jena die Konferenz "Akademikerin auf Abruf" zu Arbeit und 
Organisierung in der Bildung statt. Verschiedene Initiativen waren der Einladung der 
Bildungssektion der FAU Jena gefolgt und tauschten sich über das Wochenende über Probleme 
und Strategien in der Organisierung von Bildungsarbeiter*innen an Universitäten und in 
Bildungsträgern aus. Am Ende einigten sie sich auf eine Fortführung des Austausches und 
die Wiederholung der Konferenz im nächsten Jahr. ---- An der Konferenz nahmen insgesamt 
ca. 30 Personen teil, die jeweils verschiedene Organisationen und Initiativen aus ganz 
Deutschland vertraten: ---- die Bildungssektionen der FAU Jena, Dresden und Berlin ---- 
die Initiative für einen studentischen Tarifvertrag an den Berliner Unis (TV Stud III) 
---- die unter_bau-Hochschulgewerkschaft von der Goethe-Universität aus Frankfurt/Main

die Initiative zur Gründung einer Basisgewerkschaft an der Fachhochschule in Frankfurt/Main

die Initiative UniKassel unbefristet

die Hilfskraftinitiative in Marburg

das Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft (NGAWiss) aus Berlin

die Lehrbeauftragten-Initiative aus Thüringen

Nach einer großen Vorstellungsrunde tauschten sich die Teilnehmer*innen in kleineren 
Workshoprunden zu praktischen Fragen der gewerkschaftlichen Organisierung aus. Die 
Bildungssektion der FAU Jena teilte ihre Erfahrung über die praktische, auch juristische 
Durchsetzung der Einzelforderungen von studentischen Arbeiter*innen. Die 
TV-Stud-Initiative berichtete von der Streikbewegung in Berlin und sprach insbesondere 
über die Schwierigkeiten, als radikale Minderheitenorganisation in einer derart breiten 
Bewegung mitzuwirken und mit den DGB-Gewerkschaften zusammenzuarbeiten. UniKassel 
unbefristet stellte die Kampagne für eine gruppenübergreifende, umfassende Entfristung vor 
und unter_bau sein Organisations- und Organising-Konzept. Zuletzt berichtete die FAU 
Dresden über das Organising unter prekären Honorarkräften in Bildungsträgern. In der 
Abschlussrunde wurde mehrfach herausgehoben, wie wichtig und hilfreich der Austausch über 
betriebliche Praxis und gewerkschaftliche Strategien war.

In einer Abendveranstaltung zu größeren Arbeitskämpfen an Hochschulen ging es um die 
Streikbewegung studentischer Hilfskräfte in Berlin in der ersten Jahreshälfte 2018 sowie 
um den zweiwöchigen Streik an polnischen Hochschulen Mitte 2018. Dort protestierten 
Studierende gemeinsam mit Hochschulbeschäftigten gegen die autoritär-neoliberale 
Hochschulreform der neuen Regierung. Der Vortrag wurde von einem Genossen der neuen 
Sektion der IP an der Warschauer Universität, einem Zentrum der Protestbewegung, gehalten. 
Die IP, polnisch für Arbeiter*innen-Initiative, ist eine syndikalistische Gewerkschaft und 
hat in Deutschland v.a. über die Organisierung der Amazon-Arbeiter*innen an den polnischen 
Standorten von sich reden gemacht. Die IP arbeitet sehr eng mit der FAU zusammen und ist 
seit Mai 2018 Teil der "Internationalen Konföderation der Arbeiter*innen".

In vielen Gesprächen ging es um das basisgewerkschaftliche Modell, wie es seit längerem 
von der FAU vertreten wird und wie es seit 2016 mit großen Erfolg von der 
unter_bau-Hochschulgewerkschaft an der Goethe-Universität in Frankfurt/Main umgesetzt 
wird. Weiterer Schwerpunkt der Diskussionen lag auf der Wichtigkeit eines systematischen 
Organisings von Kolleg*innen und langfristigen gewerkschaftlichen Strategien.

Auf der Konferenz waren auch laufende Kämpfe im Bildungssektor Thema. Die Teilnehmer*innen 
unterzeichneten ein Forderungsschreiben der Freien Dozent*innen Berlin gegen die 
Einführung von Überwachungs- und Repressionsmechanismen in den Deutschkursen für 
Flüchtlinge. Außerdem wurde auf den Streik und den Arbeitskampf der Bildungsarbeiter*innen 
und von ver.di vom Anne-Frank-Zentrum in Berlin hingewiesen. Am Ende der Konferenz nahmen 
Alle gemeinsam ein Bild auf und schickten den Kolleg*innen solidarische Grüße.

Neben einer kritischen Auswertung der Konferenz ging es in der Abschlussrunde um 
Perspektiven für das Weiter. Den Meisten war es wichtig, bestehende Kommunikationskanäle 
und Netzwerke, seien es gewerkschaftliche oder das NGAWiss, besser zu nutzen, um sich 
auszutauschen, aber auch praktische Unterstützung in akuten Arbeitskonflikten anfordern zu 
können. Außerdem wurde beschlossen, 2019 eine ähnlich praktisch ausgerichtete, 
basisgewerkschaftliche Konferenz durchzuführen. Als Orte kamen dazu Berlin oder 
Frankfurt/Main in Betracht.

http://www.fau.org/artikel/art_181203-193207


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