(de) anarcho syndikalismus: Madrid: Stellungnahme zu den Ereignissen vom 27.10.2018

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Sa Dez 1 09:34:26 CET 2018


Die Lokalföderation der CNT-IAA Madrid hat am 02.11.2018 folgende Stellungnahme zu den 
jüngsten Ereignissen in Villaverde und Madrid veröffentlicht: ---- Am Samstagmorgen 
(27.10.) fand im Lokal der CNT in Villaverde das Plenum der Region Zentrum statt. Daran 
nahmen Delegationen von fast allen Gewerkschaften der Region teil, sowie etwa 60 
Beobachter*innen. Tagesordnungspunkt 5 war die beantragte Lösung des Konfiktes in der 
Lokalföderation Madrid, wobei deren mögliche Auflösung durch den Ausschluss der Mitglieder 
des Madrider Allgemeinen Syndikats (SOV: "Vereinigung verschiedener Berufe") diskutierte 
wurde. ---- Stattdessen wurde mit einer knappen Mehrheit der Stimmen der Syndikate Graphik 
und Transport aus Madrid, sowie aus Valladolid, Villaverde, Ciudad Real und Sierra Norte, 
aber mit Enthaltung von Aranjuez, der Ausschluss der gesamten Lokalföderation Madrid 
beschlossen. Zur Lösung des vorgeblichen Konfliktes gab es weder eine Möglichkeit zu 
Gespräch oder Konsens, noch wurden die Klärungsversuche der meisten Gewerkschaften aus 
Madrid angenommen.

Das Ergebnis war der Ausschluss aller Gewerkschaften, welche die bisherige Lokalföderation 
gebildet hatten. Bei einer zweiten umstrittenen Abstimmung wurde entschieden, dass alle 
ausgeschlossenen Personen wieder eintreten könnten, da ein neues "Einheitssyndikat" 
(Sindicato Único) in Madrid gegründet werden soll, jedoch nicht die Mitglieder des 
vergestoßenen Allgemeinen Syndikats.

Lange bevor die Plenumssitzung beendet wurde, kamen zehn Leute unter der Führung des 
Generalsekretärs der Region "Zentrum" in das CNT-Gebäude im Madrider Stadtteil Tirso de 
Molina. Zu diesem Zeitpunkt war der genannte Tagesordnungspunkt 5 noch nicht abschließend 
behandelt und der formale Ausschluss damit nicht vollzogen, aber sie begannen bereits das 
Schloss zum Haupteingang im 2. Stock auszutauschen. Dabei wurde ein anwesender Genosse des 
Allgemeinen Syndikates mit Gewalt rausgeworfen, woraufhin sie die Tür von innen mit einem 
Haufen Möbeln versperrten und durch den Hinterausgang das Gebäude verließen.

Um etwa 13:45 Uhr betrat eine Kollegin eines anderen Syndikates das Gebäude und ging zum 
zweiten Stock hinauf, wo sie feststellen musste, dass nicht nur niemand anwesend war, 
sondern dass an der Tür ein Schild mit folgender Aufschrift hing: "Durch Beschluss der 
Regionalplenums wurden die Räume der Lokalföderation Madrid geschlossen und ihre 
Aktivitäten bis auf weitere Ankündigung ausgesetzt". Wir weisen ausdrücklich darauf hin, 
dass all dies geschah, während das Regionalplenum noch tagte, also während der Rauswurf 
noch garnicht beschlossen worden war.

[Im Original folgt eine sehr ausführliche Darstellung mehrerer Angriffe mittels 
körperlicher Gewalt, sowie einer Schaufel und eines Feuerlöschers durch verschiedene 
Mitglieder der CNT-CIT auf die Anarchosyndikalist*innen der CNT-IAA Madrid während der 
Auseinandersetzungen um den Zugang zur 2. und 6. Etage des Gewerkschaftshauses in Tirso de 
Molina, d.Ü.]

Als die anderen Genoss*innen sich endlich Zugang zu dem Stockwerk verschaffen konnten, 
verließen die Aggressor*innen das Gebäude zu Fuß und unverletzt. Einige Minuten später 
traf die Polizei ein und wir vermuten, dass die Leute[der CNT-CIT]sie von drinnen gerufen 
hatten, da unsere Genoss*innen gehört haben, wie sie mehrfach darüber Bemerkungen machten. 
Danach gingen unsere Genoss*innen zu einer Notaufnahme, um sich behandeln zu lassen.

Angesichts der außergewöhnlichen Schwere der Ereignisse, aber auch um weiteren Schaden 
abzuwenden und gemäß der Tatsache, dass das Gewerkschaftszentrum von Tirso de Molinas 
jenen Syndikaten gehört, die es durch Aktivitäten und Kämpfe mit Leben erfüllt hatten, 
haben die Mitglieder des Allgemeinen Syndikats Madrid und der Branchensyndikate Metall und 
Bildung/Sozialarbeit (SEIS) nun die Räume übernommen, um eine Lösung innerhalb der 
Lokalföderation herbeizuführen.

Die Lokalföderation der Madrider Syndikate ruft dazu auf, dass alle Gewerkschaften und 
Aktivist*innen, die zu den revolutionären anarchosyndikalistischen Grundsätzen stehen, 
welche zum Aufbau der CNT und der IAA, die wir immer verteidigt haben, diese Informationen 
verbreiten und unseren Kampf unterstützen, damit die Wahrheit bekannt gemacht wird.

Wir dürfen und werden es nicht zulassen, dass ein weiteres Mal durch Manipulationen, 
Trickserei und unzulässiges hierarchisches Vorgehen, wie wir es bereits von jenen gewohnt 
sind, die die Komittees der Konföderation unter ihrer Kontrolle haben, mit einem Schlag so 
viele Jahre der Aufopferung und des Kampfes den so viele überzeugte Mitglieder für unsere 
Gewerkschaften und die Arbeiter*klasse geleistet haben, zunichte gemacht werden.

Die Lokalföderation Madrid wird weiterhin ihre Räumlichkeiten mit Leben füllen, damit wir 
ausgehend von diesen Wänden, die so viele Jahre der anarchistischen und 
anarchosyndikalistischen Geschichte bergen, unseren radikalen und revolutionären Kampf für 
eine freie und gleichberechtigte Welt weiterführen können. Damit eines Tages, wenn der 
Irrweg namens Kapitalismus zerstört wurde, ein für alle Mal eine neue, 
freiheitlich-kommunistische Welt von allen und für alle, eingebettet in die uns umgebende 
Natur, diesen kleinen, zerbrechlichen und einzigartigen Planeten erhellt, den wir 
miteinander teilen.

Quelle:
https://newworldinourhearts.blogspot.com/2018/11/statement-of-local-federation-of-madrid.html

Übersetzung: Anachosyndikalistisches Netzwerk - ASN Köln (CC: BY-NC)

Siehe auch:

https://newworldinourhearts.blogspot.com/2018/11/more-on-purges-in-madrid-and-communique.html

http://anarchosyndikalismus.blogsport.de/2018/05/08/iaa-erklaerung-der-generalsekretaerin-zu-den-klagen-der-cnt-abspaltung/

http://anarchosyndikalismus.blogsport.de/2018/11/09/madrid-stellungnahme-zu-den-ereignissen-vom-27-10-2018/#more-297


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