(de) anarcho syndikalismus: Klimawandel bedroht Bangladesch - IAA, Umwelt und soziale Kämpfe
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Do Aug 30 09:46:24 CEST 2018
Die Weltbank hat vor einiger Zeit einen Bericht herausgebracht mit dem Titel
"Schockwellen: Verwaltung der Folgen des Klimawandels auf die Armut" (2016). Darin wird
vorhergesagt, dass die weltweite Erwärmung im nächsten Jahrzehnt weitere 100 Millionen
Menschen in extreme Armut stürzen wird. Das bedeutet, dass 100 Millionen Menschen mehr mit
Ansehen müssen, wie ihr Einkommen unter 0,87 Euro am Tag sinkt, was bereits auf 700
Millionen Menschen zutrifft, die nach Definition der Weltbank in "äußerster Armut" leben.
---- Die Menschen in den ärmsten Ländern sind am meisten bedroht, vor allem in Afrika
südlich der Sahara, ebenso wie in Südasien. Dem Bericht zufolge wird der Klimawandel
schreckliche Auswirkungen auf Landwirtschaft und Gesundheit in den globalen Armutsregionen
haben. Die Ernteerträge werden bis 2030 um 5 % zurückgehen, worduch die ärmsten Menschen
steigenden Nahrungsmittelpreisen ausgesetzt sein werden. Überflutungen und andere
Naturkatastrophen werden immer häufiger und weiter verbreitet vorkommen, was sich auf die
Ärmsten der Welt auswirkt.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass die weltweite Erwärmung in einigen Fällen sogar den
Notstand zur Folge haben wird, wobei Bangladesch unter den größeren Ländern am meisten
gefährdet ist. Schätzungsweise 500 bis 750 Millionen Menschen, vorwiegend aus den ärmeren
Ländern, werden bis 2020 unter Trinkwassermangel leiden, der durch den Klimawandel
verursacht wird. Und tiefliegende Küstenregionen, wie Bangladesch, sind davon besonders
bedroht.
Der steigende Wasserspiegel und Naturkatastrophen, wie Wirbelstürme, werden das Flachland
am Golf von Bengalen unvorbereitet treffen. Schätzungen zufolge wird Bangladesch im Jahr
2020 die Hälfte der natürlich bewässerten Anbauflächen verlieren. Südasien gesamt wird
dann etwa 10 % weniger Grundnahrungsmittel, wie Reis und Mais, ernten können. In Ländern
wie Pakistan, könnte der Verlust dieser Nahrungsgrundlagen sogar 50 % betragen. Wenn die
Vorhersagen zutreffen, wird die Ernährungssicherheit in Bangladesch und anderen Ländern
also katastrophal.
Der weltweite Klimawandel, vor allem die Erderwärmung, entwickelt sich möglicherweise
derart bedrohlich, dass nun sogar die Kapitalist*innen von Weltbank und anderen globalen
Institutionen davon Notiz nehmen.
Für das gesamte kapitalistische System ist die globale Erwärmung ein derart großes
Problem, dass sie es nicht länger ignorieren können. Die Manager*innen des Imperiums sind
jedoch nicht in der Lage darauf angemessen zu reagieren, denn dazu wäre ein revolutionären
Wechsel in der weltweiten Klassenstruktur nötig.
Die globale Wirtschaft ist so organisiert, dass die ärmsten Länder am meisten unter den
Folgen der kapitalistischen Produktionsweise leiden müssen. Infolge dessen muss die
Bevölkerung dieser Länder eine giftige Umwelt und Naturkatastrophen ertragen. Sie
verrichten Sklavenarbeiten um ihr Existenzminimum oder noch weniger zu erhalten, indem
sie Waren herstellen, welche sie selbst meist nicht konsumieren können. Gleichzeitig
kassieren die reichen Länder die Gewinne der modernen Konsumkultur, während ihre
Bevölkerung verhältnismäßig bequem und
sicher lebt.
Interessanter Weise zeigt eine jüngste Umfrage, dass das Bewußtsein über den Klimawandel
auch die globale Klassenstruktur widerspiegelt: In den ärmeren Länder, allen voran Afrika
und Lateinamerika, ist der Klimawandel für die Menschen eine "ernste Bedrohung". Hingegen
sieht weniger als die Hälfte der befragten Bevölkerung in den Vereinigten Staaen den
Klimawandel als ein wirkliches Problem an, wenngleich er von den internationalen
Institutionen des Imperiums als tatsächliche Herausforderung anerkannt wird.
Im Kommunistischen Manifest hatte Karl Marx einst festgestellt:
"Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen.
Freier und Sklave, Patrizier und Plebejer, Baron und Leibeigner, Zunftbürger und Gesell,
kurz, Unterdrücker und Unterdrückte standen in stetem Gegensatz zu einander, führten einen
ununterbrochenen, bald versteckten bald offenen Kampf, einen Kampf, der jedesmal mit einer
revolutionären Umgestaltung der ganzen Gesellschaft endete, oder mit dem gemeinsamen
Untergang der kämpfenden Klassen. "
Doch wird oft vergessen, dass Marx die Revolution nicht als die einzig mögliche Folge von
Klassenkämpfen gesehen hatte, sondern auch eine andere Möglichkeit: Den kompletten
Untergang. Dies ist die Wirklichkeit, die der Menschheit bevorsteht. Der globale
Kapitalismus treibt den Planeten - unser gemeinsames Zuhause - an den Rand seiner
Möglichkeiten. Die weltweite Kultur des Kapitalismus mit Konsum und Abfall steuert auf den
Zusammenbruch der Umwelt zu.
Die Mehrheit der Menschen, die Armen der Welt, das Proletariat leidet. Eine globale
Minderheit von Reichen, das Bürger*tum, konsumiert mehr und mehr, verschmutzt weiter und
weiter. Wenn wir den gemeinsamen Zusammenbruch vermeiden wollen, damit es für unsere
Kinder und deren Kinder noch eine Zukunft gibt, müssen wir jetzt aufwachen - wir sind die
überwiegende Mehrheit.
Dem russischen Anarchisten Michael Bakunin zufolge ist die zentrale Figur der Revolution
nicht die Arbeiter*klasse. Er richtete seine Hoffnung auf Bäuer*innen und städtische
Erwerbslose, ebenso wir auf Bettler*innen, Kleinkriminelle und andere. Wiederholt stellte
er fest, dass der erste Schritt in jeder Revolution sein müsste, "alle rechtlichen Papiere
in Flammen aufgehen zu lassen". Ebenso müsse jede öffentliche Regelung von Schulden und
Steuern abgeschafft werden, womit er auch die Bäuer*innen ansprechen wollte, für die "der
Staat" nichts anderes ist als der ungeliebte Steuereintreiber.
Wir sind die einzigen, die diesen Wahnsinn noch aufhalten können, denn die Zeit läuft ab.
Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, dass die Menschen sich selbst organisieren und bilden.
Und die schwarz-rote Fahne der weltweiten anarchosyndikalistischen Bewegung und der
"staatenlosen demokratischen Konföderation" erheben. Denn wir stehen vor der Frage:
Untergang oder Revolution?
AKM Ahihab (Mai 2018),
Bangladesh Anarchosyndicalist Federation (BASF),
http://www.bangladeshasf.org/news/climate-change-bangladesh-at-risk/
(Übersetzung: Anarchosyndikalistisches Netzwerk - ASN Köln, http://asn.blogsport.de; CC:
BY-NC)
http://anarchosyndikalismus.blogsport.de/2018/08/26/klimawandel-bedroht-bangladesch/
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