(de) anarcho syndikalismus: Britannien: Proud Cabaret in Brighton muss zahlen / IAA

a-infos-de at ainfos.ca a-infos-de at ainfos.ca
Di Aug 28 08:48:15 CEST 2018


Der Nachtclub "Proud Cabaret" hat eine*r Arbeiter*in rückwirkend über 1.600 Euro 
vorenthaltenen Lohn ausgezahlt, direkt nachdem ein Forderungsschreiben der 
Basisgewerkschaft Solidarity Federation (SF-IAA) aus Brighton überreicht worden war. ---- 
Eigentlich war nämlich zugesagt worden, dass der Stundenlohn 9,40 Euro betragen würde, 
aber tatsächlich wurden nur 8,38 Euro bezahlt. Erst als im April 2018 der neue Mindestlohn 
eingeführt wurde, kam es zu einer geringfügigen Lohnanhebung auf 8,66 Euro. Zudem war in 
dem ausgehändigten Arbeitsvertrag keine Lohnhöhe festgehalten worden, was jedoch rechtlich 
vorgeschrieben ist. ---- Nachdem wiederholte Anfragen an das Management erfolglos blieben, 
wurde die Solidarity Federation hinzugezogen, woraufhin die Chefs sich dazu entschlossen, 
sofort die offenen Lohnforderungen zu begleichen.

Es sei daran erinnert, dass dies nicht der erste Konflikt mit "Proud" Cabaret um 
vorenthaltene Löhne war. Bereits 2015 wurde eine Arbeiter*in gewzungen trotz Krankmeldung 
zur Arbeit zu erscheinen, woraufhin die Solidarity Federation für ihr neues Mitglied 
Urlaubsgeld und eine Kündigungsfrist einforderte. Dieser Arbeitskampf wurde ebenfalls 
erfolgreich beendet, nachdem das Unternehmen einen Teil der ausstehenden Forderungen 
beglichen hatte, womit sich die betroffene Person damals einverstanden erklärt hat.
(siehe http://www.brightonsolfed.org.uk)

Da "Proud Cabaret" also bereits einen Vorgeschmack darauf bekommen hatte, wozu 
organisierte Arbeiter*innen imstande sind, war es nicht verwunderlich, dass die Firma den 
vollen Lohn ausgezahlt hat, noch bevor die Gewerkschaft überhaupt eine öffentliche 
Kampagne gestartet hat. Zudem ist es ein interessanter Zufall, dass das Unternehmen direkt 
nach Erhalt des Forderungsschreibens dazu übergegangen war, der gesamten Belegschaft die 
Löhne zu erhöhen und Arbeitsverträge auszustellen.

Solche Erfolge stehen nicht für sich allein, denn jeder Sieg baut auf vorherigen Kämpfen 
auf. Das hat Auswirkungen auf den Umgang mit nachfolgenden Kolleg*innen, wenn diese ihre 
Arbeitsbedigungen verbessern möchten. Daher ist dieser Erfolg ist ein enormer Fortschritt 
und macht deutlich, wie die Gewerkschaft SF-IAA durch anhaltendes Organisieren mit Erfolg 
eine Kultur der Solidarität in der Stadt aufbauen konnte.

Quelle:
http://www.solfed.org.uk/brighton/proud-cabaret-pays-worker-after-solfed-get-involved

Übersetzung: ASN Köln (CC: BY-NC)

http://anarchosyndikalismus.blogsport.de/2018/08/26/britannien-proud-cabaret-in-brighton-muss-zahlen/#more-291


Mehr Informationen über die Mailingliste A-infos-de