(de) Anarcho syndikalistische Jugend Leipzig asjl: Kein Polizeigesetz!
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Fr Aug 24 09:15:56 CEST 2018
Wer jetzt nicht aufpasst... ---- ...darf sich nicht wundern ---- Denn auch 50 Jahre nach
den Protesten gegen die Einführung der Notstandsgesetze 1968 dreht sich die Schraube der
Verschärfungen immer weiter. Für uns stehen die Veränderungen des Polizeigesetzes für eine
immer mächtiger werdende autoritäre Tendenz in dieser Gesellschaft. Sie sehnt sich nach
einem starken, durchgreifenden Staat. ---- Auch ihr eigenes Grundgesetz, auf das sie sich
so gerne berufen, steht massiv unter Beschuss. Für den autoritären Staat ist nichts tabu.
Doch sind die Bürgerrechte, die hier mit abgeschafft werden sollen, selbst nur ein
schlechter Witz. Denn Schlussendlich geht es den Freund*innen des Polizeigesetzes von CDU,
SPD, AfD und Wirtschaft darum, noch kräftiger nach unten treten zu können. Mit ihrer
Sicherheit meinen sie niemals die soziale Sicherung der Bevölkerung, sondern immer nur
dumpfe Repression gegen jene, die nicht ins Konzept passen oder aufbegehren.
...darf nicht jammern
Wir wollen darauf hinaus, dass die Polizei keine Behörde ist, die nur Kindern das
Radfahren im Straßenverkehr beibringt, böse Verbrecher einsperrt und deren Twitterkanälen
man folgt. Sie ist in ihren Grundzügen abzulehnen, denn sie ist nicht erst mit den
geplanten Änderungen des Polizeigesetzes einer der großen Stützpfeiler
bürgerlich-kapitalistischer Herrschaft. So stößt auch die bürgerlich liberale Kritik am
Polizeigesetz an ihre Grenzen. Der Polizei vorzuwerfen, sie überschreite ihre eigenen
Regelungen oder verlange nach undemokratischen Möglichkeiten, mag nicht unbedingt falsch
sein, wir müssen Polizei und Staat jedoch als Ganzes zum Thema machen.
Ob der Protest gegen die Mieterhöhung, die Flucht über das Mittelmeer, der Streik für den
Tarifvertrag auf Arbeit, die Demo im Stadtteil oder der Diebstahl im Supermarkt. Wenn es
darum geht, dass diese Gesellschaft der Ausbeutung, Eigentums und Nach-Unten-Tretens
angekratzt wird, steht die Polizei gleich um die nächste Ecke. Da es ihre Aufgabe ist, den
kapitalistischen Ausbeutungszusammenhang abzusichern und durchzusetzen, wird die Polizei
im Falle das Falles auch genau das tun - mit allen ihr verfügbaren Mitteln.
Dieser Staat, den die Polizei mit blanker Gewalt und Rechtsgrundlage verteidigt, ist
untrennbar verwoben mit dem Kapitalismus, in dem Ausbeutung, Rassismus und soziale
Spaltung so selbstverständlich sind, wie die patriarchale Herrschaft der Männer über die
Frauen und alle anderen Geschlechter.
...darf nicht erstaunt sein
Wir wollen den Staat und sein System, das auf der Ausbeutung und Ungerechtigkeit von
Lohnarbeit über Hartz4 basiert weder gewaltsam übernehmen, noch von Innen reformieren. Wir
wollen weder einen "starken", noch einen liberalen Staat: wir wollen eine Gesellschaft,
die ohne Ausbeutung und Unterdrückung organisiert ist.
...darf nicht überrascht sein
Wir laden alle ein, am Aufbau einer solchen freien Gesellschaft mitzuwirken, denn wer
könnte sonst dafür kämpfen, wenn nicht wir selbst? Ein Blick über den Tellerrand gibt
Hoffnung, in Nordsyrien hat sich die Gesellschaft in Rojava formiert, um neue Wege abseits
des Kapitalismus zu gehen.
Aber eines ist sicher: Das neue Polizeigesetz ist ein großer Schritt in die
entgegengesetzte Richtung. Daher protestiert gegen das Polizeigesetz, macht euch stark für
eine bessere Gesellschaft ohne die Freund*innen von Knüppel und Wumme.
...wenn er*sie morgen in einer Diktatur lebt
Wer jetzt aufpasst ist gegen diese ungerechte Gesellschaft und ihr Polizeigesetz
http://asjl.blogsport.de/2018/08/21/kein-polizeigesetz/
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