(de) fau dresden: ALLGEMEIN - AM 1. MAI: AUF NACH CHEMNITZ!

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Mo Apr 23 08:44:03 CEST 2018


Wir rufen euch auf, am 1. Mai mit uns nach Chemnitz zu kommen. Dort hat einerseits der 
III. Weg einen Aufmarsch angekündigt, gegen den verschiedene antiufaschistische und linke 
Organisationen mobilisieren (Link: erstermaichemnitz.noblogs.org/) ---- Am Abend nach den 
Protesten gegen den Naziaufmarsch findet außerdem eine antikapitalistische Demonstration 
der FAU Chemnitz (Link: fauchemnitz.blogsport.de/) statt, zu der wir euch besonders 
aufrufen wollen. Gerade in Zeiten eines immer stärker werdenden Rechtsrucks, ist es umso 
wichtiger, zu zeigen, warum echte Altrernativen nicht von rechts kommen und wie diese 
konkret aussehen könnten. Hier teilen wir den Aufruf der FAU Chemnitz zur Abenddemo: ---- 
"Der erste Mai steht für die Errungenschaften der Arbeiter*innenbewegung. Für wilde 
Streiks und direkte Aktionen. ---- Er steht für die Bewegung der Lohnabhängigen, die sich 
selbst organisieren, um für ihre Rechte zu kämpfen.

Weiteresen

Daran möchten wir am Abend des 1. Mai 2018 erinnern.
Gleichzeitig fragen wir uns, wie wir als abhängig lebende und arbeitende Klasse die Kämpfe 
der Vergangenheit sinnvoll aufgreifen, weiter führen, erweitern und an die neue Zeit 
anpassen können.

Denn wir sind noch lange nicht frei. Nicht solange Vorgesetzte und Unternehmen uns unser 
Leben diktieren und unsere Zeit aufkaufen. Nicht solange unsere Arbeitskraft, unsere 
Fähigkeit, die Welt zu gestalten, unsere Ideen, unsere Kreativität und unsere Fertigkeiten 
- genau wie unsere Städte, das Land und der Planet, auf dem wir leben - als Ware gelten. 
Als eine Ware, die massenhaft gekauft wird, um sie anschließend möglichst profitabel 
einzusetzen und zu verbrauchen.
Und wenn wir verbraucht sind; unsere Gesundheit, unsere Nerven und unser Körper im 
Arbeitsalltag zerstört wurden, müssen wir selbst die Folgen tragen. Alleine oder im 
versicherten Leidenskollektiv.

Wir wollen das verhindern. Wir wollen nicht die nächste Generation sein, deren 
fremdbestimmtes Leben nur dazu dient, den Reichtum des Kapitals zu vergrößern, während wir 
zusehen müssen wie unsere Lebensgrundlagen, die Luft, das Wasser und das Land, immer 
weiter verschmutzt und vernichtet werden.

Um Missverständnisse zu vermeiden: Für uns gehören alle diejenigen zur Klasse der 
Lohnabhängigen, die
1. entweder selber Lohnarbeit verrichten müssen,
2. die in der Schule, der Ausbildung oder der Universität darauf vorbereitet werden,
3. die vom Kapital auf Reserve gehalten und deswegen als Erwerbslose vom Amt gegängelt werden
4. oder diejenigen, die, um diesem Zustand zu entgehen in sogenannter Selbständigkeit mit 
großen Unternehmen auf dem "freien" Markt konkurrieren müssen.

Dabei sprechen wir auch von allen Lohnabhängigen. Weltweit. Nach unserer Meinung können 
wir nur gemeinsam die Klassengesellschaft aufheben und das kapitalistische System 
überwinden. Dabei ist uns bewußt, dass es global große Unterschiede zwischen der 
Lebenssituation von Arbeiter*innen gibt.
Viele Strukturen der Herrschaft sorgen zusätzlich für Benachteiligungen unter 
Beschäftigten: Frauen* und andere vom Patriarchat diskriminierte, Handarbeiter*innen, 
Erwerbslose, Zeitarbeiter*innen, Lohnabhängige aus (post-)kolonisierten Ländern, People of 
Color, Geflüchtete, Zwangsarbeiter*innen, behinderte Arbeiter*innen, uvm.. Alle sehen sich 
im Alltag und auf der Arbeit noch extremerer Ausbeutung und Unterdrückung ausgesetzt.

Um eine gemeinsame Bewegung aufzubauen, müssen wir deswegen auch die Spaltung und 
Diskriminierung untereinander beenden und bekämpfen. Erfolgreiche Kämpfe, die uns 
untereinander gleichberechtigt werden lassen, stärken unsere Bewegung und unterstreichen 
unser Ziel nach einem freien Leben ohne Herrschaft und Abhängigkeit.

Unsere Kämpfe müssen sich vernetzten und unsere Solidarität als Klasse wird grenzenlos sein.
Wie zum Beispiel beim amazon-Streik im letzten Jahr, bei dem Arbeiter*innen aus 
Deutschland, Polen und Italien zusammen gehalten haben. Keine Staatsgrenze soll uns daran 
hindern, auch in Zukunft gemeinsam Arbeitskämpfe zu führen und unser Leben selbst zu 
organisieren. Deswegen sind wir solidarisch mit allen antifaschistischen und 
antinationalen Protesten am ersten Mai und an jedem anderen Tag. Wir sehen Antifaschismus 
und Antikapitalismus als grundlegend miteinander verbunden an. Das soll auch in der Form 
unserer Proteste sichtbar werden.

Wir sind die FAU, die Freie Arbeiterinnen- und Arbeiterunion. Wir planen und organisieren 
die Abenddemo am ersten Mai 2018. Das heißt aber nicht, das sie inhaltlich nur von uns 
geprägt sein muss. Ihr seid herzlich dazu eingeladen, diesen Tag mit uns zu gestalten und 
die Tradition der Arbeitskämpfe neu zu beleben.

Für eine klassenlose Gesellschaft!"

https://dresden.fau.org/2018/04/am-1-mai-auf-nach-chemnitz/#more-1740


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