(de) FAU Berlin: Pressemitteilung Deliverunion - 04/10/2018

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Fr Apr 13 07:44:55 CEST 2018


Sehr geehrte Damen und Herren, ---- es gibt neue Entwicklungen in der 
Deliverunion-Kampagne! Der Verein aktion./.arbeitsunrecht hat für Freitag, den 13.4., 
einen Aktionstag gegen Union Busting und Ausbeutung ausgerufen, bei dem es hauptsächlich 
um die Verhältnisse bei Deliveroo geht. In Berlin organsieren wir in diesem Zusammenhang 
eine Fahrraddemonstration um 16.30 Uhr vom Oranienplatz. ---- Weitere Details und 
Hintergründe der Aktion entnehmen Sie bitte der beigefügten Pressemitteilung. ---- Für 
Rückfragen stehe ich selbstverständlich gerne zur Verfügung, Sie erreichen mich unter der 
Telefonnummer in der Signatur. ---- Mit freundlichen Grüßen ---- Georgia Palmer ---- 
Pressesekretariat der FAU Berlin ---- Post: Grüntaler Str. 24, 13357 B ---- Mail: 
faub-presse at fau.org ---- Phon: +49 151 43 642 542 ---- Fax:  +49 30 287 008 13

[Pressemitteilung] „Deliveroo, shame on you!“ Internationaler Aktionstag gegen die 
Verhältnisse bei Deliveroo

Die FAU Berlin ruft für den 13. April um 16.30 Uhr zu einer Fahrraddemonstration vom 
Oranienplatz zu den Deliveroo-Büros in der Schlesischen Straße 26 auf. Die Demonstration 
steht im Rahmen des von aktion./.arbeitsunrecht e.V. für diesen Tag ausgerufenen 
Aktionstages gegen Union Busting und Ausbeutung. Zeitgleich werden ähnliche Aktionen in 
über zehn weiteren Städten stattfinden. Außerdem endet an diesem Tag eine von der 
Deliveroo Betriebsgruppe der FAU Berlin gestellte Frist: Nach Einreichen einer Petition 
mit über 150 Unterschriften und vier konkreten Forderungen am 6. April gab diese Deliveroo 
eine Woche Zeit, ihnen einen verbindliches Terminangebot für ein Gespräch mit Deliveroo 
Deutschland-Geschäftsführer Felix Chrobog zu unterbreiten.

In ihrer Petition fordern die Deliveroo-Fahrer*innen eine Vergütung für die Wartezeit 
zwischen Aufträgen in Höhe von 4€ pro halber Stunde; eine volle Übernahme der Beiträge für 
die Unfallversicherung BG Verkehr durch das Unternehmen; eine Verschleißkosten-Pauschale 
für regelmäßig anfallende Fahrradreparaturen in Höhe von 35ct/km; sowie eine schrittweise 
Entgelterhöhung. „Manchmal bekomme ich zwei Stunden lang keinen einzigen Auftrag. Dann 
gehe ich mit Null Euro für zwei Stunden Arbeit nach Hause. Und davon soll ich meine 
Versicherung bezahlen?“, fasst Deliveroo-Fahrerin Simone Meier* die Lage vieler 
Fahrer*innen zusammen. Und weiter: „Deliveroo sollte endlich Verantwortung für uns 
Fahrer*innen übernehmen und uns ein konkretes Gesprächsangebot machen.“

Mit ihrem Unmut sind die Fahrer*innen in Berlin nicht allein. Vor jedem Freitag, dem 13. 
nominiert der Kölner Verein aktion./.arbeitsunrecht drei Unternehmen, die durch schlechte 
Arbeitsbedingungen, Missachtung der Rechte ihrer Arbeiter*innen oder Behinderung von 
gewerkschaftlichen Aktivitäten auffallen. In einer Online-Abstimmung wird dann darüber 
entschieden, welches dieser Unternehmen im besonderen Fokus des Aktionstages zum 
„Unglückstag“ stehen wird. Anlass zur Nominierung von Deliveroo war unter Anderem der 
Versuch, die Gründung eines Betriebsrates in Köln zu verhindern, indem der Anteil der 
Selbstständigen unter den Fahrer*innen in kurzer Zeit dramatisch erhöht wurde. Auch die 
Restaurant-Kette Nordsee, Vertragspartner von Deliveroo und Teil der Unternehmensgruppe 
des AfD-Unterstützers Theo Müller, die bei der Abstimmung den zweiten Platz machte, soll 
nun in die Proteste mit einbezogen werden.

Seit den ersten Streiks in Großbritannien im Sommer 2016 ist der Widerstand gegen die 
Arbeitsbedingungen bei dem Essenslieferdienst massiv angewachsen: Inzwischen sind 
Fahrer*innen weltweit organisiert, unter anderem in Barcelona, Sydney, Brüssel und Hong 
Kong. Und der Aktionstag zum Freitag, dem 13. ist nur das jüngste Beispiel für den 
ebenfalls zunehmenden öffentlichen Protest gegen das Unternehmen. „Auch wenn einige 
Verschlechterungen in den Arbeitsbedingungen durch Streiks und Proteste aufgehalten oder 
verschoben werden konnten, hat Deliveroo bisher keine echte Bereitschaft gezeigt, die 
Forderungen ihrer Arbeiter*innen auch nur anzuerkennen“, fasst Clemens Melzer von der 
DeliverUnion AG der FAU Berlin zusammen. „Aber auf Dauer wird das Unternehmen den 
zunehmenden internationalen Druck nicht ignorieren können.“

Berlin den 10. April 2018

     Pressesekretariat der FAU Berlin

     Post: Grüntaler Str. 24, 13357 B

     Mail: faub-presse at fau.org

     Phon: +49 151 43 642 542

     Fax: +49 30 287 008 13

*Name geändert


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