(de) fda-ifa.org Aufruf ¦ Solidarität mit den verfolgten Antifaschist*innen und Anarchist*innen in Russland! von http://aufdersuche.blogsport.de

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Di Apr 3 07:38:24 CEST 2018


Es gab in den letzten Monaten immer wieder Nachrichten darüber, dass anarchistische 
Antifaschist*innen in Russland vom Inlandsgeheimdienst FSB verschleppt und gefoltert 
werden. Neben ihrem Engagement gegen faschistische Umtriebe wird wohl auch eine 
anarchistische Kritik einer Gesellschaft, die auf den Grundlagen von Patriarchat und 
Nationalismus konstruiert ist, ein Dorn im Auge eines Regimes sein, welches in der 
ungebrochenen Tradition autoritärer Führerstrukturen steht. Wir rufen dazu auf, sich mit 
den betroffenen Gefährt*innen solidarisch zu zeigen. ---- Der Inlandsgeheimdienst FSB hat 
im Herbst 2017 eine Serie von Verhaftungen und Durchsuchungen von Wohnungen ihm bekannter 
Anarchist*innen und Antifaschist*innen durchgeführt. Sechs Anarchist*innen aus Penza 
wurden verhaftet und beschuldigt, einen Staatsstreich vorbereitet zu haben. Der einzige 
Beweis einer "Vorbereitung" war die Tatsache, dass alle Gefangenen "Airsoft" gespielt 
haben. Während mehrerer Monate waren sie täglicher Folter ausgesetzt, bis sie sich als 
schuldig bekannten. Zwei Anarchist*innen wurden im Januar 2018 in St. Petersburg verhaftet.

Auch sie wurden, wie die Anarchist*innen aus Penza, gefoltert. Beamte des FSB brachten sie 
dazu, Geständnisse abzulegen und diese vor den Ermittler*innen zu wiederholen. Einer der 
entführten Anarchist*innen wurde in einen Wald gebracht, wo er gefoltert wurde. Ilja 
Kapustin wurde auch verhaftet und gefoltert. Er hat nicht gestanden, weshalb sie ihn zu 
einen "Zeugen" ernannten.

Im Februar und März richteten sich auch auf der Krim viele Razzien gegen Anarchist*innen 
und Sozialist*innen. Der erste der Verhafteten war Ewgeny Karakashev. Der Grund für die 
Verhaftung war eine Unterhaltung im sozialen Netzwerk "Vkontakte". Einen Monat später 
fanden weitere Razzien gegen andere Anarchist*innen und Kommunist*innen dieser Halbinsel 
statt. Die Liste der Gefangenen auf der Krim schließt auch den Anarchisten Schestakovich 
(der auch gefoltet wurde) und den Kommunisten Markov mit ein, die für zehn Tage 
eingesperrt wurden.

Dann sind die Moskauer Anarchist*innen Kobaidze und Gorban verhaftet und beschuldigt 
worden, eine Attacke auf ein Büro der Regierungspartei "Vereinigtes Russland" durchgeführt 
zu haben. Die Beamt*innen verweigerten den Verteidiger*innen Kontakt mit den Gefangenen, 
bis sie sich schuldig erklärten. Sie brachen mit allen Gesetzen. Drei Anarchist*innen 
wurden in Chelyabinsk mit ihren Freund*innen und Angehörigen durch den FSB entführt. Auch 
sie wurden (mit Elektroschocker) gefoltert. Das geschah, um von ihnen erforderliche 
Zeugenaussagen sowie ihr Eingeständnis zu bekommen, sich an einer Transparentaktion gegen 
Repression beteiligt zu haben.

Jede anarchistische Kritik muss auch eine Kritik an Macht und Herrschaft sein und steht 
somit per Definition schon in Feindschaft zum Staat. Die Intensität mit der dieser Feind 
unsere Freund*innen in Russland bekämpft und zu brechen versucht, hat jedoch ein anderes 
Level als das, was uns hier entgegen tritt. Unser Respekt gilt daher dem Mut und der 
Entschlossenheit, mit denen die Anarchist*innen gegen den übermächtigen russischen Staat 
kämpfen.

Unterstützt die Gefährt*innen in Russland und zeigt Euch solidarisch! Keine Folter. Kein 
Knast. Keine Verschleppung!

Detaillierte Infos finden sich u.a. hier 
https://de-contrainfo.espiv.net/2018/03/06/uberblick-uber-die-repression-gegen-anarchistinnen-in-russland-im-jahre-2017-und-anfang-2018/
oder auf der Seite des Anarchist Black Cross Dresden.

https://fda-ifa.org/aufruf-%C2%A6-solidaritaet-mit-den-verfolgten-antifaschistinnen-und-anarchistinnen-in-russland/


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