(de) fau, berlin: Solidarität mit dem Generalstreik in Katalonien

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So Okt 15 07:05:12 CEST 2017


Am Sonntag, den 8. Oktober protestierten ca. 20 Gewerkschafter*innen der FAU Berlin 
zusammen mit anderen in Solidarität mit Arbeiter*innen in Katalonien vor dem 
staatlich-spanischen Kulturinstitut Cervantes in Berlin Mitte. Anlass war ein ausgerufener 
Generalstreik in Spanien am 3. Oktober als Reaktion auf die Repression des Staates gegen 
die Bevölkerung während des Unabhängigkeitsreferendums in Spanien. ---- Der Anlass ---- Am 
3. Oktober beteiligten sich in Katalonien Zehntausende am Generalstreik, zu dem die 
anarchosyndikalistische Gewerkschaft CNT gemeinsam mit der CGT und weiteren Gewerkschaften 
aufgerufen hatte. Der Generalstreik stand unter dem Vorzeichen der massiven staatlichen 
Repression des spanischen Staates gegen die katalanische Bevölkerung.

Die katalanische Regionalregierung hatte für den 1. Oktober zu einer Volksabstimmung 
aufgerufen, bei der über die Gründung einer katalanischen Republik abgestimmt werden 
sollte. Der spanische Staat reagierte mit heftigster Repression: Politiker*innen wurden 
inhaftiert, die Polizei beschlagnahmte Millionen von Wahlzetteln und technische 
Infrastruktur. Dabei ging sie rücksichstloß gegen Menschen vor die sich an der Wahl 
beteiligten, sodass am Ende des Tages ca. 900 Verletzte in Krankenhäusern behandelt werden 
mussten.

Worum ging es beim Generalstreik?

Unserer Schwestergewerkschaft ging es nicht darum, eine Position für Seperatismus oder 
Nationalismus einzunehmen, sondern gegen die Repression des Staates gegen Arbeiter*innen 
einzustehen und den Fokus auf die sozialen Kämpfe und Fragen zu legen. Sie rief im Rahmen 
des Generalstreiks allgemein dazu auf, die sozialen Kämpfen auszuweiten.

Als Mitglieder der anarchosyndikalistischen Gewerkschaftsföderation FAU in Deutschland 
stehen wir daher solidarisch zu unserer Schwestergewerkschaft CNT.
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Die Regionalföderation Katalonien und Balearische Inseln der CNT erklärt:

» Jeder Staat basiert auf Repression und erhält sich mit Gewalt, wie wir, die wir in 
Katalonien leben, momentan am eigenen Leib erfahren. Wenn der Staat seine territoriale 
Integrität in Gefahr sah, zögerte er nie, seine repressive Macht willkürlich einzusetzen. 
Diese Attacken fußen auf der Angst der etablierten Macht vor dem effektiven Einsatz der 
kollektiven Freiheiten durch die unterdrückten und ausgebeuteten Menschen der Region. 
Nichts entsetzt eine institutionalisierte Macht so sehr wie die Vorstellung, dass die 
Arbeiterklasse ihre Geschicke in die eigene Hand nimmt: deshalb können sie keine Form der 
Dissidenz tolerieren, welche ihnen entgleiten könnte.

Weitere Hintergründe und Stellungnahmen von anarchosyndikalistischer Seite zum 
Generalstreik und zu katalanischen Unabhängigkeitsbestrebungen findet ihr hier
Als CNT feiern wir die Dissidenz und die Aufsässigkeit als eine Ode an die Freiheit für 
den Aufbau einer Welt, in der alle Menschen über sich selbst entscheiden können, in allen 
Belangen, die sie selbst betreffen. Wir nutzen auch diesen Moment für einen Appell dafür 
die Angst zu überwinden, uns zu organisieren und all die Rückschläge, die wir 
Arbeiter*innen in den letzten Jahren zu spüren bekamen, umzukehren. Wir nutzen jeden 
Moment der Schwäche unserer Unterdrücker um das zu erobern, was uns bereits rechtmäßig 
gehört: der Reichtum der Menschheit, den Generationen von Arbeiter*innen aufgebaut haben 
und den der Staat und das Kapital versuchen sich anzueignen. Lasst uns den Kampf auf alle 
Ecken von Katalonien, der iberischen Halbinsel und der ganzen Welt erweitern! «

https://berlin.fau.org/news/solidaritaet-mit-dem-generalstreik-in-katalonien


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