(de) fau: [Update] Nach dem Generalstreik in Katalonien: CNT ruft dazu auf, die sozialen Kämpfe auszuweiten

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Do Okt 12 07:56:41 CEST 2017


Wir dokumentieren eine Erklärung unserer Schwestergewerkschaft Confederación Nacional del 
Trabajo (CNT): ---- "Angesichts des Generalstreiks an diesem Dienstag in Katalonien, 
möchte die CNT ihre Zufriedenheit zum Ausdruck bringen, über die Antwort, die im Laufe des 
heutigen Tages tausende von Arbeiterinnen und Arbeitern in den verschiedenen 
Wirtschaftsbereichen gegeben haben. Diese Mobilisierung von Unten ist die Antwort auf die 
heftige Repression, welche die katalanische Gesellschaft erlebt. Die Arbeitersolidarität 
zeigt wieder einmal, was möglich ist. ---- Es handelt sich nicht einfach um irgendeine 
weitere Mobilisierung. Wir stehen einer Situation der Einschränkung von Rechten und 
Freiheiten gegenüber, die den Riss zwischen der herrschenden Klasse und uns, der 
Arbeiterklasse, weiter vertiefen wird. Staat und Kapital zeigen die Zähne und sie tun dies 
mit einem klaren Ziel - sie wollen ihr korruptes und totalitäres Regime stützen. Ein 
System, von dem wir heute, dank der großen kämpferischen Mobilisierung wissen, wie wir es 
zum Schwanken bringen können.

Der Generalstreik, der an diesem Dienstag in Katalonien stattfand, ist ein Riesenschritt 
im sozialen Kampf zum Sturz dieses politischen und ökonomischen Modells. Für den 
Anarcho-Syndikalismus ist dies ein bedeutender Konflikt. Wir kämpfen nicht dafür, eine 
Nationalflagge gegen eine andere auszutauschen, sondern für eine grundlegenden sozialen 
Wandel, der es uns gestattet, unser Schicksal wieder in die eigenen Hände zu nehmen.

Wir, die CNT, erklären unsere vollständige Ablehnung gegenüber den bürokratischen 
Apparaten, die sich selbst Gewerkschaft schimpfen, obwohl sie sich ein weiteres Mal mit 
der Regierung und den Bossen verbündet haben, um den Generalstreik in Katalonien zu 
torpedieren. Dies ist nichts Neues. Ihr abschreckendes Beispiel bestärkt uns ein weiteres 
Mal in unserem gewerkschaftlichen Modell, das auf der Direkten Aktion und der 
Gegenseitigen Hilfe basiert. Während CCOO und UGT (Anm. d. Ü.: die beiden größten 
spanischen Gewerkschaften) die Arbeiterbewegung sabotieren, werden sich tausende an den 
zahlreichen Aufrufen zur Solidarität über alle Grenzen hinweg beteiligen. Ihnen gilt 
unsere Anerkennung. Ihretwegen kämpfen wir auf der Arbeit und auf den Straßen. Ihretwegen 
gibt es die CNT.

Gegen jeden Staat. Für die Freiheit. Für die Soziale Revolution!

Das Sekretariat des Regionalkomitees Catalunya i Balears und des Konföderalen Komitees der 
Confederación Nacional del Trabajo (CNT)"

Originalquelle: CNT

Aufruf katalanischer Basisorganisationen zum Generalstreik am 3. Oktober 2017:

Als Gewerkschaften, Organisationen und Kollektive, wollen wir hiermit unsere Position zu 
den verschiedenen Ereignissen kommunizieren, die in den letzten Tagen in den Straßen 
unserer Städte und Dörfer geschahen.

Seit einigen Jahren können wir beobachten, wie die fundamentalen Grundrechte der 
Bevölkerung beschnitten werden. Wir kommen aus einer gewerkschaftlichen und politischen 
Tradition, die die Rechte und Freiheiten der unterdrückten Klasse verteidigt hat und die 
auf die Straßen gegangen ist, wenn es notwendig war, um zu kämpfen, was es uns 
ermöglichte, Protagonist*innen unserer Gegenwart und Zukunft zu sein.

Als Libertäre und Aktivist*innen gewerkschaftlicher Bewegungen Kataloniens werden wir 
immer das Recht der Bevölkerung auf Selbstbestimmung verteidigen - beginnend bei uns 
selbst. Wir verstehen dies als Grundprinzip des Konföderalismus, um das Zusammenleben der 
Menschen basierend auf Gleichheit zu ermöglichen. Es ist uns klar, dass eine vollständige 
Emanzipation unmöglich ist, ohne vorher die wirtschaftlichen Strukturen zu beseitigen, die 
sie blockieren - den Kapitalismus. So lange dies nicht geschieht, werden die 
Lebensbedingungen der Arbeiterklasse weiterhin beschnitten, sowohl durch die spanische, 
als auch die katalanische Oligarchie.

Wir prangern die Militarisierung und Repression durch den spanischen Staat an, der seine 
brutalste und autoritärsten Seite zeigt und uns seinen Willen bis zur letzten Konsequenz 
aufzwingen will. Wir widersetzen uns der systematischen Unterdrückung, welche wir 
kontinuierlich am eigenen Leib, in unseren Häusern, Straßen und in den Betrieben spüren.

Aus dem selben Grund verurteilen wir auch die repressive Natur der katalanische 
Regionalregierung, die in den letzten Jahren alle, die nicht dabei zusehen wollten, wie 
Bürgerrechte mit Füßen getreten werden, verfolgt, geschlagen und verhaftet hat. Wir haben 
nicht vergessen, wie die katalanische Regionalpolizei uns vom Plaça Catalunya vertrieben 
hat, wie sie Gewerkschaftler*innen inhaftiert und angezeigt haben und uns verfolgten, als 
wir gegen die Beschneidung der sozialen Rechte mobilisierten. Oder wie sie uns in den 
jüngsten Pandora Operationen festhielten und verhafteten und sogar Todesfälle und Folter 
hinnahmen.

Wir erlauben niemandem, uns zu nehmen, was uns gehört, egal welche Fahne er trägt.

Die Selbstbestimmung und Emanzipation der Städte und Dörfer lässt sich nicht an einer 
Entscheidung über territoriale Grenzen festmachen. Die kollektive Freiheit wird nicht ohne 
entschlossene Aktionen der Bevölkerung gegen einen Staat und seine politischen Eliten 
möglich sein, welcher antisoziale, heteropatriarchale und opressive Strukturen erhalten 
will und der auch von einigen Akteuren der sogenannten katalanischen Souveränität getragen 
wird. Selbstbestimmung und Emanzipation wird nur durch zivilen Ungehorsam der 
Unterdrückten möglich sein, die darunter die Verteidigung und Verbesserung ihrer 
materiellen Lebensbedingungen verstehen.

Die Sozialisierung der Produktionsmittel und des Reichtums, die Eliminierung jeglicher 
Form der Unterdrückung, wie zum Beispiel des Heteropatriarchats und seiner diversen 
Machstrukturen, sowohl explizit, als auch implizit, sowie die größtmögliche 
Entscheidungsfreiheit und politische Teilnahme durch Direkte Aktion und Selbstbestimmung 
wird das sein, was uns wirklich befreit.

Deswegen glauben wir, dass die Bevölkerung, die als politisches Subjekt und Subjekt der 
Klasse konstituiert ist, die Grundlage jedes gesellschaftlichen Wandel sein sollte und 
daher begrüßen wir die Entstehung und Verbreitung von Basisorganisationen, um den zivilen 
Ungehorsam zu praktizieren und eine Gegenbewegung zum bestehenden autoritären Kontext zu 
bilden. Wir wollen durch diesen Ungehorsam und die Konfrontation mit der Autorität jeder 
Ungerechtigkeit, der wir unterworfen sind, entgegentreten.

Deswegen fordern wir die Arbeiter*innen Kataloniens auf am Generalstreiks am 3. Oktober 
teilzunehmen. Denn der Kampfgeist, der schon seit langem in Katalonien beheimatet ist, 
kann nicht so leicht gebrochen werden. Denn wir sind die Arbeiterklasse und wir wollen 
alles entscheiden. Es ist Zeit, auf die Straße zu gehen. Es ist Zeit, zu kämpfen!

Unterzeichner:
CGT Catalunya
Negres Tempestes
Embat, organització llibertària de Catalunya
Heura Negra, assemblea llibertària de Vallcarca
CNT Catalunya i Balears
Oca Negra, assemblea llibertària del Clot-Camp de l'Arpa
Solidaritat Obrera

Originalquelle: CNT Barcelona
http://www.fau.org/artikel/art_170924-111010


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