(de) anarcho-syndikalismus: Grève chez Capitaine Houat - Internationale Nachrichten - November 2017

a-infos-de at ainfos.ca a-infos-de at ainfos.ca
So Nov 26 07:41:33 CET 2017


Britannien: Basisgewerkschaft SF-IAA kämpft für Mieter*innen-Rechte ---- Vor dem Büro der 
Immobilienverwaltung "G4 Lets" in Brighton protestierten a, 23.11. mehrere 
Gewerkschafter*innen der lokalen Solidarity Federation (SF-IAA) und fordeten die 
Rückzahlung der Kautionen von zwei Gruppen Mieter*innen. Diese mussten in 
unterdurchschnittlich schlechten Wohnungen (Mäusebefall, mangelhafter Brandschutz) leben 
und ihnen wurden bereits zuvor bestehende Schäden nach ihrem Auszug in Rechnung gestellt 
und abgezogen. ---- Protest in Brighton ---- Bereits Anfang November 2017 hatte die 
Wohnungsgewerkschaft (Housing Union) der SF-IAA gemeinsam mit den Mieter*innen eine 
schriftliche Forderung gestellt, auf die das Unternehmen aber nicht bereits war innerhalb 
der gestellten Wochenfrist zu reagieren. Daher hatten sie am 09.11. mit einer öffentlichen 
Kampagne gegen die unzumutbaren Mietverhältnisse bei "G4 Lets" begonnen, um die 
ausstehende Zahlung von über 2000 GBP.

Dass solche direkten Aktionen von basisgewerkschaftlich organisierten Mieter*innen 
erfolgreich sind, zeigen auch die vorherigen Fälle, in denen die Solidarity Federation 
kürzlich nicht nur die komplette Rückzahlung der Kautionen, sondern auch fast 4.000 GBP 
Entschädigungszahlung an Mieter*innen erkämpfen konnte, die ein Jahr lang in feuchten und 
ungezieferverseuchten Wohnungen hausen mussten.

Britannien: "Macht dich dein Putzjob fertig?"

Eine neue Broschüre der anarchosyndikalistischen Solidarity Federation (SF-IAA) beleuchtet 
aus Sicht einer Reinigungsarbeiter*in die prekären Bedingungen in der Branche. Auf 
Grundlage von internationalen Studien wird in 28 Seiten dargestellt, wie die körperliche 
Beanspruchung und die Auswirkungen von chemischen Reinigungsmitteln die Gesundheit 
belasten. Hinzu kommen Niedriglöhne, steigende Arbeitsbelastung, fehlende Anerkennung, 
sexuelle Belästigung und familiäre Belastungen im Alltag von Reinigungsarbeiter*innen.

Madrid: Anarchosyndikalist*innen gegen Nationalstaaten und Klassenbündnisse
Das Allgemeine Syndikat (SOV) der CNT-IAA Madrid spricht sich angesichts der 
nationalistischen Staatskrise in der spanischen Region "Katalonien" gegen jede Form von 
Herrschaft aus. Sie erinnern nicht nur an die Kontinuität der faschistischen Eliten nach 
Francos Tod, sondern auch an die Repression der katalanischen Staatsgewalt gegen soziale 
Bewegungen (15M, Hausbesetzungen, Streiks). Ein "Recht auf Selbstbestimmung" könne es nur 
jenseits kapitalistischer Ausbeutung und politischer Stellvertretung gegen, aber nicht 
durch parlamentarische Stimmabgabe, Klassenbündnisse oder Neugründung staatlicher Herrschaft.

Polen: Die Proteste bei PoloMarket gehen weiter
Die Stadt Aleksandrów Lódzki ist nur einer von vielen Orten, an dem die Arbeiter*innen der 
Supermarkt-Kette gezwungen werden Überstunden zu leisten, ohne dass diese im 
Stundennachweis erfasst werden. Mehrere Arbeiter*innen haben deshalb bereits 
Entschädigungszahlungen erhalten und in weiteren Fällen wird noch darum gekämpt. Derweil 
versucht das Unternehmen die Basisgewerkschaft ZSP-IAA wegen angeblicher "Straftaten" zu 
verklagen.

ZSP-IAA PoloMarket

Bulgarien: Proteste gegen Arbeitergeber*innen-Willkür und Korruption
In Sofia und Varna fanden wieder mehrere Proteste gegen die Willkür von Arbeitgeber*innen 
vor lokalen Behörden, sowie der Handelskammer statt. Zahlreiche Basisgwerkschafter*innen 
der ARS und solidarische Kolleg*innen forderten ausstehende Löhne und ein Recht auf 
Insolvenzantrag durch betroffene Arbeiter*innen.

ARS Bulgarien

Argentinien: Familie bestätigt Tod von Santiago Maldonado
Der "verschwinden" gelassene Mapuche-Aktivist und Anarchist Santiago Maldonado war während 
einer Protestaktion festgenommen worden und nicht wieder aufgetaucht. Nach monatelangen 
Massenprotesten, die Informationen über seinen Verbleib einfordertetn und an das 
"Verschwindenlassen" von Oppositionellen während der Militärdiktatur erinnerten, wurde 
Ende Oktober nun offiziell sein Leichnam "gefunden".
Plaza de Mayo, Buenos Aires

Kurdistan: Gegen Staat und Krieg - Für Selbstverwaltung und soziale Revolution
Das Kurdischsprachige Anarchistische Forum (KAF) hat eine aktuelle Stellungnahme gegen den 
Angriff der irakischen Armee - und schiitischer Milizen - auf das Gebiet der Kurdischen 
Regionalregierung (KRG) veröffentlicht. Gleichzeitig lehnen die den Autonomieanspruch der 
dortigen Peshmerga-Regierung als autoritären Nationalismus ab. Klanchef Barzani will damit 
die Bevölkerung vom Sozialabbau und der Wirtschaftskrise ablenken.

Als Antimilitarist*innen ruft das KAF nun Genoss*innen auf der ganzen Welt zu 
Solidaritätserklärungen gegen den nationalistischen Bürgerkrieg im Irak auf. Sie rufen 
auch die Anarchist*innen arabischer, persischer, türkischer und syrischer Sprache zur 
Unterstützung auf im Kampf für eine antikapitalistische Selbstverwaltung ohne sexuelle 
oder kulturelle Ausbeutung und Unterdrückung.

Creative Commons: BY-NC (http://anarchosyndikalismus.blogsport.de)


Mehr Informationen über die Mailingliste A-infos-de