(de) fau, ggb hannover: Ombudsstelle für Flüchtlinge von SPD, Grünen und FDP abgelehnt
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Fr Nov 24 06:47:50 CET 2017
Veröffentlicht am 19. November 2017 - Kategorien: GGB Soziale Arbeit Sozialpolitik
Eine Ombudsstelle für Flüchtlinge soll es nach dem Willen von SPD, Grünen und FDP in
Hannover nicht geben. Ein Antrag der CDU-Ratsfraktion auf Einrichtung einer unabhängigen
Beschwerdestelle zu Betreuung und Unterbringung in Flüchtlingsunterkünften wurde am
vergangenen Donnerstag mit 4 Stimmen dafür, 7 Stimmen dagegen und 0 Enthaltungen im
Ausschuss für Integration Europa und Internationale Kooperation (Internationaler
Ausschuss) abgelehnt. Auf Unverständnis stieß die Ablehnung bei den Vertretern von Die
Fraktion und Die Linke. ---- Bild: Die Entscheidung geht klar am Ziel vorbei. - Foto: Jens
Kammradt ---- Dass es offenbar längst mehr um Befindlichkeiten als um sachliche Argumente
geht, kündigte sich schon in der von den Grünen beantragten Anhörung im August dieses
Jahres an. Dort sah zuvorderst die SPD mehr den Ruf von Politik und Verwaltung gefährdet.
Vertreter_innen vom Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit (AKS), Flüchtlingsrat
Niedersachsen e.V., Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte Hannover e.V. sowie der GGB
Hannover hatten dort neben einem Flüchtlingsvertreter und Frau Prof. Dr. Nivedita Prasad
von der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin Probleme geschildert, auf Veränderungen
gedrungen und konstruktive Vorschläge unterbreitet. Darunter auch auf Einrichtung einer
unabhängigen Ombudsstelle nach Kölner Vorbild, an die sich Flüchtlinge, Beschäftigte und
Ehrenamtliche gleichermaßen wenden könnten. Die CDU griff dieses Anliegen in Form ihres
Antrags auf.
Schon in der Anhörung hatten verschiedene geladene Vertreter_innen auf kritische
Nachfragen hin deutlich gemacht, dass es nicht um einen Angriff die Politik oder
Verwaltung in Hannover gehe. Sondern in Hannover vieles im Vergleich zu den Bedingungen in
anderen Kommunen anders und besser laufe, so beispielsweise der GGB-Vertreter in der
Anhörung am 16. August. Allein die geschaffenen baulichen Voraussetzungen der
Unterbringung waren in Hannover schnell andere, bessere, wie er positiv hervorhob. In der
Konsolidierungsphase, in der wir uns mittlerweile bewegen, gehe es jedoch darum, noch
besser zu werden, so der GGB-Sprecher damals im Rathaus. Nichtsdestotrotz hapere es an
klaren sozialen Standards, an Vorgaben an die Betreiber und unabhängigen Kontrollen der
Flüchtlingsunterkünfte.
Die Haltung der Ampel-Parteien, die Probleme und die Notwendigkeiten weitestgehend zu
negieren, überrascht die GGB gerade von Seiten der Grünen. Diese hatten sich in der
Vergangenheit selbst für eine Ombudsstelle stark gemacht.
Der Königsweg wird nun in einer engeren Zusammenarbeit des städtischen
Integrationsmanagements und des Baudezernats gesehen. Hierzu soll in Kürze ein Konzept
vorgestellt werden.
Frank Matz
Weitere Meldungen hierzu:
HAZ Online, 16.11.2017
Kommentar Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit, 18.11.2017
Bisher zum Thema erschienen:
Bericht zur Anhörung im August 2017
Bericht zur Beantragung durch die CDU
https://ggb.hannover.fau.org/2017/11/19/hannover-ombudsstelle-fuer-fluechtlinge-von-spd-gruenen-und-fdp-abgelehnt/
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