(de) anarcho syndikalismus - IAA: Bericht vom Belgrader Kongress

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Do Nov 23 07:49:19 CET 2017


Die Internationale Arbeiter*innen-Assoziation ist erfreut berichten zu können, dass ihr 
erster Kongress in der Balkan-Region erfolgreich stattgefunden hat. Diese Tagung hat 
zeigt, dass für die IAA eine neue Zeit angebrochen ist, da sie ihr Bekenntnis zur 
Weiterentwicklung und Verbreitung des Anarchosyndikalismus in weiteren Weltregionen 
aufgezeigt hat. ---- Vom 03.-05.11.2017 fand dieser Außerordentliche IAA-Kongress in 
Belgrad (Serbien) statt, nur ein Jahr nach dem 25. Kongress in Warschau (Polen). Trotz 
dieser organisatorischen Herausforderung verlief er reibungslos und wurde sowohl von 
Diskussionen über praktische Themen, als auch von öffentlicher Vorstellung der Arbeit der 
Mitgliedsorganisationen begleitet. ---- Die Entscheidung, solch eine wichtige Tagung in 
Belgrad durchzuführen, kann als eine Trotzreaktion gegen den autoritären Staat gesehen 
werden, der mehr als einmal versucht hat unsere Genoss*innen in diesem Land zu 
kriminalisieren.

Besprochene Themen

Der Kongress beinhaltete eine Reihe von formellen Themen, aber auch einige Diskussionen 
und Wissensweitergabe. Die Formalien beinhalteten die Sprache der Statuten und deren 
Aktualisierung, um die aktuelle Vorgehensweise wiederzugeben und mehr Informationen zu 
liefern. Aber es fanden auch Präsentationen von Delegierten* verschiedener Arbeitsgruppen 
über Strategie und Bildung statt.

Der letzte Kongresstag war einem längeren Austausch über verschiedene Trainingskurse 
gewidmet, sowie über die besondere Situation der einzelnen Mitgliedssektionen. Dies war 
für alle hilfreich, um die verschiedenen Probleme zu verstehen, die uns am Arbeitsplatz 
begegnen können. Auch im Hinblick darauf Erfahrungen zu teilen, aber auch unsere 
Kenntnisse zu verbessern und unsere Organisationensleistungen erfolgreich zu gestalten.

Der nächste reguläre Kongress und neue Aussichten

Es wurde beschlossen, dass der nächste reguläre Kongress, der für 2019 geplant ist, in 
Australien stattfinden soll. Diese Entscheidung zeigt die Entschlossenheit den 
(westlichen) Eurozentrismus zu bekämpfen, unter dem die IAA seit Jahrzehnten leidet und 
den sie bei dieser Gelegenheit überwinden könnte. Wir waren sehr erfreut, dass eine 
Delegierte der PPAS (Indonesien) an der Tagung teilnehmen konnte und schauen gespannt auf 
die Versuche der Genoss*innen den Anarchosyndikalismus in diesem Teil der Welt zu 
verbreiten. Außerdem gab es Diskussionen über neue Kontakte in dieser und in anderen 
Regionen. Die Arbeitsgruppen, aber auch die Freund*innen und Sektionen der IAA, sollen nun 
darauf hinwirken, diese Organisationen wirksam zu unterstützen.

Vorstellung der Sektionen und andere Organisationsfelder

Es fand ein öffentliches Treffen der Freund*innen und Sektionen der IAA statt, an dem auch 
eingeladene Organisationen teilnahmen, wo sich alle kurz vorstellen konnten. Doch 
angesichts der zahlreichen Teilnehmer*innen und wegen der Übersetzung hatten sie für jede 
Präsentation nur etwa 10 min Zeit, was sich für einige Mitglieder als zu kurz 
herausstellte, um über ihre aktuellen Kämpfe zu berichten. Doch es war eine gute 
Gelegenheit, um mehr Informationen darüber zu bekommen, was die Sektion so alles machen.

Zudem wurde eine weitere öffentliche Veranstaltung im Vorfeld des Kongresses durchgeführt, 
bei der die einladende Sektion (ASI), über ihre aktuelle Teilnahme an Wohnraumkämpfen mit 
Räumungsblockaden berichtet hat. Sowohl die ZSP[Polen]als auch die SolFed[Britannien]sind 
in Mieter*innen-Kämpfe eingebunden, daher kam die Idee auf, eine Vorstellung für die 
lokalen Aktivist*innen vorzubereiten. Leider waren die Mitglieder der Solidarity 
Federation nicht rechtzeitig in Belgrad angekommen, um noch daran teilnehmen zu können.

Aber die ZSP-Mitglieder haben ihre Organisationsweise vorgestellt und einige Filme 
gezeigt, wie sie Zwangsräumungen blockieren und mit direkten Aktionen die verantwortlichen 
Politiker*innen unter Druck setzen. Wichtig war dabei, dass aufgezeigt wurde, wie wir 
unseren Klassenkampf mit horizontaler Organisierung und den Methoden der direkten Aktion 
auch auf andere Bereiche ausweiten und dadurch wirkungsvolle soziale Bewegungen aufbauen 
können, die etwas verändern können.

Die Teilnehmer*innen empfanden diese Treffen als interessant und wir danken den 
Einladenden vor Ort, dass sie diese Präsentationen und den Kongress organisiert haben. 
Außerdem bedanken wir uns auch bei den Künstler*innen, die extra für die Tagung eine 
Ausstellung aufgebaut hatten und können wohl sagen, dass alle die Veranstaltungen sehr 
gerne besucht haben.

Ereignisse ohne Verbindung zum Kongress

Wir möchten unabhängig von dem IAA-Kongress darauf hinweisen, dass die ASI auch seit 
Jahren eine wichtige Verlagsinitiative betreibt und dass eine Art alternative Buchmesse am 
selben Wochenende stattfand. Einige Genoss*innen hatten dort einen Büchertisch aufgebaut, 
andere besuchten die Messe nach dem Kongress und berichteten positiv darüber.

Außerdem stellte es sich heraus, dass die Postarbeiter*innen einen Streik beschlossen 
hatten und gleichzeitig auch direkte Aktionen durchgeführt haben, wobei sie von einigen 
Genoss*innen in ihrem Kampf unterstützt wurden. Als wir davon erfuhren, schlugen die 
Genoss*innen aus Polen vor, dass es gut wäre zwischen ihrer Gewerkschaft und den 
Postarbeiter*innen in Serbien Verbindungen zu knüpfen.

Die CNT-IAA ist weiterhin unsere Sektion in Spanien

Der Hauptgrund dafür, dieses Jahr einen Außerordentlichen Kongress durchzuführen, lag in 
der Beschäftigung mit einigen aktuellen Themen, die die Zusammensetzung der 
internationalen Föderation verändert haben. Teile unserer ehemaligen Sektion in Spanien 
(CNT) haben sich entschlossen andere Wege der Organisierung einzuschlagen, was dazu 
führte, dass viele der dortigen Genoss*innen, welche nicht einverstanden sind mit deren 
Versuchen die IAA zu spalten und in anderer Form neuzugründen, sich vorübergehend in einer 
schwierigen Situation befanden.

Wir freuen uns nun mitteilen zu können, dass durch ihre Umstrukturierung auf Grundlage der 
CNT-Statuten aus der Zeit vor dem reformistischen Umschwung nun die CNT-IAA als 
Weiterführung unserer Sektion im spanischen Staat anerkannt wurde. Wir heißen die 
Genoss*innen (welche uns nie verlassen haben) daher willkommen als die lokalen 
Vertreter*innen der Internationale.

Unsere besten Wünsche gehen auch an die Anderen in Spanien, die uns als Genoss*innen 
verbunden bleiben und ihre besonderen Grüße an den Kongress geschickt hatten. Wir 
unterstützen die Bemühungen um einen lebendigen Anarchosyndikalismus in dieser Region und 
erhalten die solidarische Verbindung aufrecht, welche einige versucht haben auseinander zu 
reißen.

Zur Klarstellung wiederholen wir nochmal, dass es trotz der nun mindestens ein Dutzend 
Organisationen, die den Namen "CNT" in Spanien tragen, unsere Sektion "CNT-IAA" heißt und 
sich ihr Hauptsitz momentan in Granada befindet. Jene CNT deren Zentrale zur Zeit in 
Bilbao angesiedelt ist, wurde von der IAA im Jahr 2016 ausgeschlossen, nachdem sie 
vergeblich versucht hatte die Organisation der Internationale zu spalten und zu 
übernehmen. Letzteres haben die, welche momentan deren[nationales]Sekretariat innehaben, 
immernoch nicht ganz aufgegeben. Die IAA-Mitglieder haben sich jedoch mit der CNT-IAA 
verbunden und nicht mit der anderen Konföderation.

Das Sekretariat möchte im Namen der Mitgliedssektionen allen danken, die an dem Kongress 
teilgenommen und geholfen haben ihn zu ermöglichen.

Es lebe die IAA!

Sekretariat der Internationalen Arbeiter*innen-Assoziation, 
http://iwa-ait.org/content/belgrade-congress

Übersetzung: Anarchosyndikalistisches Netzwerk (ASN Köln), http://asn.blogsport.de

Creative Commons: BY-NC

http://anarchosyndikalismus.blogsport.de/2017/11/19/iaa-bericht-vom-belgrader-kongress/#more-268


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