(de) FAU, berlin: "Who's Hub? Our Hub!" Die Deliverunion Kampagne nimmt wieder Fahrt auf

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Mi Nov 22 07:42:30 CET 2017


Veröffentlicht am 15.11.2017 - Kategorien: #deliverunion Allgemeines Syndikat
Nachdem die Verhandlungen mit Foodora am 3.11. gescheitert sind, versammelten sich 
Fahrer*innen und Unterstützer*innen zu einer Kundgebung vor dem Foodora "Hub" in 
Berlin-Mitte. Anschließend übernahmen sie kurzfristig das "Hub", brachten für alle gut 
sichtbar ein schwarzes Brett an und diskutierten über die nächsten Schritte der Kampagne. 
Der Unmut ist groß: Die meisten Fahrer*innen sind bereit für eine Eskalation bishin zu 
Arbeitsniederlegungen. ---- Nachdem die Verhandlungen mit Foodora am 3.11. gescheitert 
sind, versammelten sich Fahrer*innen und Unterstützer*innen zu einer Kundgebung vor dem 
Foodora "Hub" in Berlin-Mitte. Anschließend übernahmen sie kurzfristig das "Hub", brachten 
für alle gut sichtbar ein schwarzes Brett an und diskutierten über die nächsten Schritte 
der Kampagne. Der Unmut ist groß: Die meisten Fahrer*innen sind bereit für eine Eskalation 
bishin zu Arbeitsniederlegungen.

Auf anfängliche Versprechungen...

Nach dem Börsengang des Mutterunternehmens "Delivery Hero", zu dem neben Foodora unter 
anderem auch Lieferheld und pizza.de gehören, hatte Foodora im Juli 2017 zunächst 
Verhandlungsbereitschaft mit den Fahrer*innen signalisiert. In der ersten 
Verhandlungsrunde im August hatten Vertreter des Unternehmens dann fest zugesagt, 
Vorschläge zur Umsetzung der drei Hauptforderungen der Fahrer*innen auszuarbeiten. Dabei 
geht es um eine Entgelterhöhung, eine Kostenübernahme für die Betriebsmittel, insbesondere 
die Fahrräder, durch das Unternehmen und eine Verbesserung des Schichtplanungssystems 
zugunsten der Fahrer*innen.

... folgt die harte Ernüchterung,

Ein zweites Verhandlungstreffen, auf dem das Unternehmen konkrete Angebote machen sollte, 
wurde von der Geschäftführung dann aber mehrmals verschoben. Gleichzeitig änderten sich 
die Arbeitsbedingungen der Fahrer*innen erneut zum Schlechteren: Das Schichttauschsystem 
wurde wesentlich unflexibler, und den Bonus erhalten seit September nur noch die besten 
15% der Fahrer*innen. Das macht das Bonussystem nicht nur wesentlich intransparenter, es 
hält die Fahrer*innen in ihrem ohnehin schon gefährlichen Job auch dazu an, ihre 
Sicherheit durch riskantes Fahren noch zusätzlich zu gefährden. Die zweite 
Verhandlungsrunde, die schließlich Anfang November stattfand, entpuppte sich als Farce. 
Nicht nur hatte das Unternehmen keine konkreten Vorschläge vorbereitet: die Vertreter der 
Geschäftsführung signalisierten auch keinerlei Gesprächsbereitschaft. Lediglich ein System 
der "Sachmittelzuwendung", um kleinere Ersatzteile wie Fahrradschläuche zu ersetzen, wurde 
angekündigt.

... aus der wir Konsequenzen ziehen!

Die Fahrer*innen sahen sich daraufhin gezwungen, die Verhandlungen vorerst für gescheitert 
zu erklären. Es steht zu vermuten, dass das Unternehmen sich von Anfang an nur aus Angst 
vor einem Imageschaden zum Börsengang auf die Verhandlungen eingelassen hat. Der wird 
jetzt wohl nicht mehr abzuwenden sein: Nach der Kundgebung am vergangenen Freitag wollen 
die Fahrer*innen ihren Forderungen nun wieder auf der Straße Gehör verschaffen. Auch 
direkte und gewerkschaftliche Aktionen sind geplant. Parallel dazu arbeiten sie einen 
umfassenderen Forderungskatalog aus - der in der Zukunft die Grundlage für 
Tarifverhandlungen bilden könnte. Mit dem schwarzen Brett, das seit Freitag im Foodora 
"Hub" hängt, verstärkt die FAU außerdem ihre Präsenz im Unternehmen und kann auch die 
regelmäßig neu eingestellten Fahrer*innen über nächste Treffen, Aktionen und natürlich 
auch über ihre Rechte als Arbeiter*innen informieren - Riders Unite!

https://berlin.fau.org/news/eine-kundgebung-und-ein-schwarzes-brett-die-deliverunion-kampagen-nimmt-wieder-fahrt-auf


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