(de) Gewerkschafter_innen demonstrierten am Frauenkampftag zur JVA Chemnitz -- Demo - 09.03.17 von FAU Dresden AG Feministische Kämpfe -- Pressemitteilung: Solidarität mit Gefangenengewerkschaft!

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Fr Mär 17 08:00:44 CET 2017


150-200 Mitglieder der Freien Arbeiter_innen Union (FAU) und der Gruppe 
Gefangenensolidarität Jena sowie Unterstützer_innen demonstrierten am 8. März 2017 ihre 
Solidarität mit den Gefangenen der Frauen-JVA Chemnitz und der dortigen Ortsgruppe der 
Gefangenengewerkschaft/ Bundesweite Organisation (GG/BO). Im Anschluss der Demonstration 
kam es zu massiver Polizeigewalt, auch gegen Journalist_innen. ---- Anlässlich des 
jährlich am 8. März international begangenen Frauentages zog die Demonstration durch die 
Chemnitzer Innenstadt zur JVA. In verschiedenen Redebeiträgen und Grußworten wurden 
konkrete Probleme, denen Frauen* im Knast ausgesetzt sind thematisiert, wie z. B. 
Arbeitszwang bei niedrigster Entlohnung und unter teils menschenunwürdigen Bedingungen, 
oder Probleme im Falle einer Schwangerschaft und bei der Kinderbetreuung. Weiterhin ging 
es um die Forderungen der GG/BO (Mindestlohn und Sozialversicherung für Inhaftierte sowie 
volle Gewerkschaftsfreiheit auch im Gefängnis) und eine grundsätzliche Kritik am System 
der Inhaftierung. Zudem ging es um Geschlechterungleichheiten und grundlegende 
feministische Forderungen. Von den Inhaftierten wurde die Demonstration mit anhaltendem 
Jubel, Sprechchören und Trommeln beantwortet.

Während der Demonstration waren Polizeikräfte immer wieder durch aggressives und 
beleidigendes Verhalten aufgefallen. Nach der Abschlusskundgebung kam es von Seiten der 
Polizei zu einem Gewaltexzess, als sich Demonstrierende nicht ausreichend schnell vom Ort 
entfernten. Die Beamt_innen stahlen diverse Demonstrationsmittel, schlugen 
Demonstrant_innen in Gesichter und Mägen. Auch ein anwesender Journalist wurde geschlagen, 
festgehalten und für den Fall einer Veröffentlichung bedroht.

Christina Schwarz, Sprecherin der FAU Dresden, fasst den Tag zusammen: "Kraftvoll und 
solidarisch vonseiten der Teilnehmer_innen wurde durch die Demonstration in Chemnitz auf 
die Straße getragen, warum der Frauentag auch heute noch ein Kampftag ist und dies nicht 
zuletzt beim Frauengefängnis gezeigt werden sollte. Am wichtigsten waren uns jedoch die 
positiven Reaktionen der gefangenen Frauen selbst, die deren Entschlossenheit zeigen, auch 
im Knast weiter für ihre Interessen zu kämpfen und die uns außerhalb der Mauern 
inspirieren. Die Stadtverwaltung reagierte auf die Demonstration mit Verleumdungen im 
Vorfeld und die Polizei mit einer eskalierenden Strategie am Tag selbst, was weder 
nachvollziehbar noch gerechtfertigt ist."

http://www.fau.org/artikel/art_170309-125854


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