(de) FdA/IFA: Gai Dao, N°79 ­- Die verschiedenen Kämpfe auf dem "Connecting Movements" ­Festival zusammenbringen! Von: Orgagruppe des CoMo Camps

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Mi Jul 19 07:22:02 CEST 2017


Klimawandel, Landgrabbing, menschenenverachtende Abschiebepolitik und sexistische 
Übergriffe gegenüber Frauen* sind nur einige Punkte, die sich im Unterliegen von 
Unterdrückungsmechanismen und Herrschaftssystemen, die stark miteinander verwoben sind, 
verbinden lassen. ---- Fundamentale Gerechtigkeitsfragen ---- Lokale Folgen vom 
Klimawandel, durch u.a. extreme Wetterereignisse, sind noch massiver, wenn diese auf 
degradierte (bspw. ausgetrocknete, nährstoffarme) Böden treffen. Degradierte Böden 
wiederum sind an vielen Orten des globalen Südens direkte Auswirkungen einer 
neokolonialen, extraktivistischen Landwirtschaft. Zu guter Letzt ist die extraktivistische 
Landwirtschaft selber ein massiver Verursacher von CO2 und anderen Klimagasen. Durch 
degradierende Böden werden jährlich CO2 Emissionen in der Größenordnung der fossilen 
Klimagase freigesetzt. Es werden die Lebensgrundlagen von Menschen zerstört.

Dürreperioden und Überflutungen führen zur Zerstörung
landwirtschaftlicher Nutzflächen. Dies führt zwangsläufig zu
erheblichen sozialen Konflikten und zum Verlust reproduktiver
Selbstbestimmung. Immer mehr Menschen müssen fliehen. Frauen* aus
Agrargesellschaften leiden darunter besonders, denn sie sind häufig für
die Versorgung der Familien zuständig und übernehmen zudem einen
Großteil an Tätigkeiten in der landwirtschaftlichen Produktion.

In Deutschland und Europa ist die Antwort auf die berechtigten
Forderungen der geflüchteten und hier angekommenen Menschen -
denen durch Landraub von Weltkonzernen, Klimawandel ausgelöste
Dürren oder mit europäischen Waffen geführte Kriege die
Lebensgrundlagen zerstört wurden und werden - Ablehnung,
Rassismus und Rechtlosigkeit. Auch sexualisierte Gewalt (vor allem
gegen Frauen*) als Kriegswaffe beim Kampf um die knapper werdenden
Ressourcen und in Massenunterkünften sind keine Seltenheit. Im Laufe
des letzten Jahres wurde in Deutschland durch mehrere "Asylpakete"
aka Asyl(un)rechtsverschärfungen das Menschenrecht auf Asyl noch
weiter ausgehebelt und somit praktisch abgeschafft. Unzählige Angriffe
auf Geflüchtetenunterkünfte und Einzelpersonen, offene rassistische
Hetze und Kriminalisierung geflüchteter Menschen prägten Bilder und
Diskurse der letzten Zeit. Gleichzeitig werden Bewegungsfreiheit,
Arbeitsmöglichkeiten, Zukunft und Würde entzogen.

Auf dem G20-Afrika-Gipfel, der Mitte Juni in Berlin stattfand, wurden
rassistische, ausbeuterische und neokoloniale Abkommen ausgehandelt:
"Investitionspartnerschaften", die die afrikanische Wirtschaft ankurbeln
sollen. Letztendlich bedeutet das jedoch nichts anderes als das Schaffen
weiterer Abhängigkeits- und Ausbeutungsverhältnisse, noch mehr
Landgrabbing mit dem vorrangigen Ziel, Menschen davon abzuhalten,
nach Europa zu kommen - Migrationskontrolle und Abschottung des
europäischen Grenzregimes schon in afrikanischen Staaten. Auch im
gesellschaftlichen Diskurs über den Klimawandel und in den
internationalen Verhandlungen auf den Klimagipfeln, die von den
Ländern des Nordens dominiert werden, zeigen sich rassistische
Denkmuster - beispielsweise beim Gipfel in Paris im Dezember 2015
viel gefeierten 1,5°C-Ziel (Begrenzung der weltweiten
Temperaturanstiegs auf 1,5°C). Hier wird billigend in Kauf genommen,
dass kleine Inselstaaten, z.B. in der Karibik, überflutet werden und
tausende Menschen ihre Lebensgrundlage genommen wird.

Zeit zu handeln!

Deshalb wird vom 18. bis 23. August 2017 das Connecting
Movements Camp im Rheinland stattfinden - ein Camp neben und in
Zusammenarbeit mit dem Klimacamp, auf dem ein Raum geschaffen
und eröffnet werden soll, der Menschen verschiedener sozialer Kämpfe
und Bewegungen, Solidarische oder einfach Interessierte
zusammenbringt. Ein Ort, an dem eine kritische Reflexion von uns
selbst und unseren politischen Strukturen möglich ist. Wo wir uns
kennenlernen, vernetzen, inspirieren, streiten, Unterschiede diskutieren,
Gemeinsamkeiten finden und Perspektiven, Visionen, Utopien,
Strategien auf den Weg bringen können. Wir wollen uns über politische
Strukturen austauschen, unseren Alltag reflektieren und über
persönliche Herausforderungen, Ängste oder Bedürfnisse reden. Dabei
ist uns besonders wichtig mitzudenken, dass all dies in eine patriarchale
und rassistische Gesellschaft voller Leistungszwang, Konkurrenz und
kapitalistischer Verwertungslogik eingebettet ist und von diesen
herrschenden Machtverhältnissen geprägt wird.

Da der Inhalt des Connecting Movements Camps[CoMo]im
Rahmen eines Open Space Formats sein wird, rufen wir euch auf und
laden euch ein, Themen, Ideen, Texte und was euch eben wichtig ist
und einfällt mitzubringen! Wir alle zusammen werden das CoMo-Camp
gestalten und mit Inhalten, Vernetzung und Lernräumen füllen.

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www.klimacamp-im-rheinland.de/como/


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