(de) fda-ifa: Für Vielfalt feiern! von evibes

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Di Jul 18 09:04:40 CEST 2017


e*vibes hielten am 3.7.17 einen Redebeitrag zur Musikdemo von WHAT in Dresden. ---- Hier 
ist der vollständige Text: ---- Hallo ihr Lieben! ---- Es ist ein wunderbares Gefühl, 
heute zusammen mit euch in Dresden unterwegs zu sein! ---- Es ist ermutigend, hier in der 
Altstadt an einem Montagabend keine dumpfen Hetzparolen ertragen zu müssen. ---- Es ist 
eine befreiende Atmosphäre, stattdessen auf offene Herzen und Köpfe zu stoßen! ---- 
Befreiung ist auch ein guter Stichpunkt für unsere kurze Ansprache. Ich bin von e*vibes, 
wir sind eine autonome (das heißt, eine parteiunabhängige) feministische Gruppe in Dresden 
und haben uns seit 2011 den Kampf für die Emanzipation auf die Fahnen geschrieben. ---- 
Das hört sich erstmal ziemlich pathetisch an, oder? Emanzipation, ist das nicht was aus 
dem letzen Jahrhundert? Brauchen wir das überhaupt noch?

Es hält sich ja auch hartnäckig das Vorurteil, Emanzipation wäre bloß eine hinterhältige 
Umschreibung für fiese Frauen, die armen Männern ihre Karrieren, Kanonen oder Schwänze 
klauen wollten. Gerade bei PEGIDA, AfD und der sächsischen CDU wird dieses populistische 
Schauermärchen immer wieder aufs Neue aufgewärmt.

Wir halten dagegen. Emanzipation bedeutet: Befreiung aus Abhängigkeiten und Unterdrückung. 
Wir sind für Selbstbestimmung und Unabhängigkeit, statt autoritärer Herrschaft und Ausbeutung.
Unterdrückung und Ausbeutung kann viele Formen haben. Sie findet direkt zwischen Menschen 
statt, aber auch strukturell und institutionell.
Sexistische Kommentare und sexualisierte Gewalt sind eine Seite der patriarchalen 
Medaille. Auf der anderen Seite stehen Benachteiligung durch diskriminierende Gesetze und 
verkalkte Strukturen. Dazu kommen einengende Rollenbilder, die durch Erziehung, Medien und 
Werbung die freie Entfaltung von uns allen verhindern.
Das heißt also ganz klar: Emanzipation ist für alle da. Wir wollen in einer Gesellschaft 
leben, die nicht nach Geschlecht, Herkunft, Hautfarbe oder Eigentum trennt. Sondern die 
Bedürfnisse und Fähigkeiten aller Individuen achtet - und dabei auch die Bedürfnisse von 
Natur und Umwelt im Blick hat.
Feminismus kämpft nicht nur für Frauen. Alle Menschen sind in ihren Handlungen freier, 
wenn sie auf der Straße, in den Clubs, beim nächsten Dorffest einfach sie selbst sein 
können - ohne Angst vor blöden Kommentaren, Anmache oder Gewalt.
Damit meinen wir zum Beispiel Homo- und Bisexuelle, trans oder inter Leute und andere 
queere Gruppen. Oder auch Männer, die mal was anderes als Anzug und Hose tragen wollen. 
Aber genauso kämpfen wir für sozial Benachteiligte, People of Colour und alle Menschen die 
von gleichwelcher gesellschaftlichen Norm abweichen.
Diskriminierung wird manchmal mehrfach erfahren.
Damit meine ich zum Beispiel:
eine trans Person, die weder in Frauen- noch Männerhäusern Schutz vor Gewalt und 
Obdachlosigkeit finden kann
ein Schwarzer Schwuler, der sich mit dem Alltagsrassismus der schwulen Szene nicht wohl fühlt
oder die Fetischisierung der Woman of Colour als "exotisch" in der Pornoindustrie
Und was kannst du dafür tun, dass wir alle freier leben können?
Du kannst die nächste Person, die feministische Kritik anbringt, unterstützen.  Du kannst 
sexistische Übungsleiter*innen direkt auf ihre dummen Witze ansprechen. Du kannst mit 
Leuten über Erfahrungen reden, die du nicht machen konntest. So kannst du verstehen, warum 
vielleicht auch dein Verhalten problematisch ist. Du kannst mit anderen gemeinsam gegen 
diese ungerechten Verhältnisse kämpfen. Du kannst deine Individualität mit 
Selbstbewusstsein leben. Damit gibst du anderen die Möglichkeit, dasselbe zu tun.
Wenn ihr wollt, dass sich was ändert, dann fangt selbst damit an!
Und weil das heute eine Tanzdemo ist, haben wir euch den idealen Track dafür mitgebracht: 
"Mensch" von Sookee und "Burn Me" von Msoke als crossover-Version.
Danke für eure Aufmerksamkeit und noch viel Spaß beim Tanzen!
https://www.youtube.com/watch?v=pmIMyjOI6Eo

https://fda-ifa.org/fuer-vielfalt-feiern/


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