(de) anarcho syndikalismus: Hamburg: Großdemo gegen G20-Gipfel

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Fr Jul 14 06:59:56 CEST 2017


An der Großdemonstration "Grenzenlose Solidarität statt G20´´ am 08.07. nahmen etwa 76.000 
Menschen teil, darunter auch einige Anarchosyndikalist*innen. Dies war der gemeinsame 
Abschluss der antikapitalistischen Aktionstage gegen das Gipfeltreffen der herrschenen 
Industriestaaten. ---- Der bunte und lautstarke Zug durch die Innenstadt wurde von einem 
breiten Bündnis unterschiedlicher Organisationen und Gruppen getragen und hat ebenso die 
Vielfalt, wie auch die Gemeinsamkeit aller Beteiligten zum Ausdruck gebracht. Trotz der 
massiven Polizeiangriffe gegen die Proteste in den Tagen zuvor, haben sich die 
Demonstrat*innen aber nicht von der vermummten und hochgerüsteten Staatsgewalt provozieren 
lassen. Die Abschlusskundgebung mit Konzert konnte jedoch nicht wie geplant auf dem 
Heiligengeistfeld stattfinden, da dort mit Wasserwerfern und Räumpanzern das gerichtliche 
Verbot des Senats durchgesetzt wurde. Nach einem kurzen Wasserwerfereinsatz versammelten 
sich etwa 200 Demonstrant*innen zu einer Sitzblockade auf einer der Zufahrtsstraßen zur Bühne.

Dem Aufruf eines Protestes gegen Krieg, Klimawandel, Rassismus und Abschottung, sowie 
soziale Spaltung folgten zehntausende Demonstrant*innen aus ganz Deutschland und vielen 
europäischen Ländern. Im Aufruf hieß es dazu:

"Auf ihrem jährlichen Gipfel reden die Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten über 
"Bekämpfung von Fluchtursachen", aber keines der großen Herkunftsländer sitzt am Tisch. 
Sie reden über "Partnerschaft mit Afrika", aber es fehlt fast der gesamte Kontinent. Sie 
reden über den Klimawandel, vertreten aber die Interessen der Erdöl-, Kohle- und 
Autoindustrie. Sie reden über Frieden, sind aber selbst die größten kriegführenden und 
rüstungsproduzierenden Staaten.

Inmitten dieser illustren Gäste wollen sich Merkel und die Bundesregierung als Hort der 
Vernunft und des Ausgleichs präsentieren. Gleichzeitig machen sie die Grenzen der Festung 
Europa dicht, diktieren Griechenland und anderen Staaten eine neoliberale 
Verarmungspolitik und wirken weltweit an nicht legitimierten Regimewechseln mit. 
Deutschlands Rolle in den weltweiten Verteilungskämpfen um Märkte und Ressourcen soll 
ausgebaut werden. Dem dienen auch die zunehmenden Auslandseinsätze der Bundeswehr. Die 
deutsche Regierung paktiert sogar mit Diktatoren wie Erdogan und unterstützt dessen Krieg 
gegen die kurdische Bevölkerung, um eigene Interessen in der Region zu verfolgen und damit 
die Türkei flüchtenden Menschen den Weg nach Europa versperrt.[...]

Unsere Kritik richtet sich nicht nur gegen einzelne Personen und Repräsentanten, sondern 
gegen die Verhältnisse und Strukturen, die diese hervorbringen. Wir werden unsere 
Ablehnung der kalten und grausamen Welt des globalen Kapitalismus deutlich machen, wie sie 
von den G20 repräsentiert und organisiert wird. Wir werden unsere Solidarität mit all 
jenen zum Ausdruck bringen, die weltweit durch Proteste, Streiks oder Aufstände der 
Politik der G20 entgegentreten. "

Auch nach Abschluss des Gipfels und der zahlreichen Gegenaktionen waren noch immer 40 
Leute in Polizeigewahrsam festgehalten. Offiziell gab es während der Demonstrationen, 
Blockaden und teilweise heftigen Straßenschlachten insgesamt 186 vorläufige Festnahmen und 
228 Ingewahrsamnahmen. Der Ermittlungsausschuss berichtet von vielfachen Angriffen der 
über 20.000 Polizist*innen auf Demonstrant*innen, Sanitäter*innen und Anwält*innen.

Einige Schwerverletzte mussten nach massivem Einsatz von Schlagstöcken, Wasserwerfern und 
Reizgas medizinische versorgt werden. In mehreren Fällen bedrohte die Polizei die Menschen 
mit gezogenen Pistolen und Gewehren, anscheinend gaben zweimal Zivilbeamte einen 
Warnschuss ab. So sah also das "Fest der Demokratie" aus, welches der Hamburger 
Bürgermeister Scholz (SPD) angekündigt hatte.

CreativeCommons (BY-NC): http://anarchosyndikalismus.blogsport.de

http://anarchosyndikalismus.blogsport.de/2017/07/10/hamburg-grossdemo-gegen-g20-gipfel/


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