(de) fda-ifa: Ihr seid nur G20 - wir sind F54! von agdortmund
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Do Jul 6 08:23:41 CEST 2017
Viel Liebe nach Berlin an die Friedel 54 welche vor kurzem von Bullen geräumt wurde. Wir
sehn uns in Hamburg auf der Straße! ---- Statement der Föderation deutschsprachiger
Anarchist*innen zum G20 Gipfel in Hamburg ---- Am 7. und 8. Juli 2017 werden sich erneut
die zwanzig weltweit wirtschaftlich mächtigsten Staaten durch ihre jeweilig ranghöchsten
Repräsentant*innen zum G20-Gipfel in Hamburg versammeln. Vorgeschobenes Ziel der
Akteur*innen ist es, die krisenhaften Konsequenzen des Kapitalismus und der eigenen
Politik zu lösen. Seien es die durch Kriege und wirtschaftliche Ausbeutung verursachte
globale Fluchtbewegung, die Folgen der seit 2008 anhaltenden ökonomische Krise oder die
Auswirkungen des Klimawandels sowie der Umweltzerstörung. In jedem Fall ist uns klar, dass
es nur eine Farce sein kann, wenn uns Institutionen staatlicher Herrschaft, begleitet und
vermittelt durch Medienunternehmen, Handlungsstrategien gegen soziale und ökologische
Probleme versprechen.
Der G20-Gipfel gibt sich als Koordinierungsstelle gegen die vom Kapitalismus und von der
eigenen staatlichen Politik erzeugten Probleme und Krisen, erhält aber tatsächlich genau
die Bedingungen aufrecht, um die herrschenden Verhältnisse abzusichern. Die
wirtschaftlichen Privilegien dieser Staaten werden wenn nötig auch mit militärischen
Mitteln gegen andere Staaten durchgesetzt. Beispiele dafür sind der sogenannte
"Ukrainekonflikt" oder der seit Jahren andauernde Stellvertreter- und Bürger*innenkrieg in
Syrien. Ziel ist es zudem, die vermeintliche Legitimation der eigenen Herrschaft medial
gegenüber den in den G20-Staaten lebenden Menschen herzustellen. Der unter den Augen
zehntausender Polizist*innen laufende kontrollierte Protest wird, wie in Vergangenheit
oftmals festzustellen war, als Teil des Spektakels vereinnahmt. Staatlich anerkannte
Protestformen dienen letztlich dazu den Schein einer freien Gesellschaft zu wahren - im
Gegensatz zu radikalem Widerstand, welcher tatsächlich die Strukturen von Macht,
Ausbeutung und Unterdrückung angreift. Legaler Protest legitimiert also nur die
vorherrschenden Verhältnisse, indem er sich unterwürfig diesen anbiedert.
Derart gestaltete Aktionsformen können im Zusammenhang mit dem Widerstand gegen die
Provokation und der Zurschaustellung von Herrschaft im Rahmen des G20-Gipfels nicht unser
Ausdruck sein.
Es reicht nicht, die widerlichsten Auswüchse des herrschenden Systems als voneinander
isolierte Symptome zu bekämpfen, da sich sämtliche Unterdrückungsformen gegenseitig
bedingen, stützen und stärken. Daher rufen wir dazu auf, unversöhnliche und nicht
vereinnehmbare Widerstandsformen zu wählen, die eine dem demokratischen Staat und dem
Kapitalismus unmissverständliche Ablehnung aufzeigen. Dies kann im gemeinsamen
Zusammenschluss in Hamburg selbst, im Rahmen dezentraler Widerstandshandlungen oder bei
Aktionen im Vorfeld der Fall sein. Unser Ziel ist es, mediale Abbilder einer befriedeten
kapitalistischen Gesellschaft rund um den G20-Gipfel zu verunmöglichen und den Preis des
Spektakels in die Höhe zu treiben.
Kapitalismus, Staatlichkeit und Herrschaft werden am Ende jedoch nicht auf symbolhaften
Gipfelprotesten überwunden, sondern im Alltag und unseren unmittelbaren Lebenswelten.
Erreicht werden kann dies durch unsere nachhaltige allumfassende Selbstorganisation als
Gleiche und von der Basis ausgehend Föderalisierte, jenseits von Hierarchien und
Herrschaftsideologien. Derart gelebte solidarische Perspektiven können somit für viele
Menschen zur lebbaren Alternative jenseits kapitalistischer Vereinzelung, Konkurrenz und
Entfremdung werden.
Wider das Spektakel eines G20-Gipfels! Gegen die Arroganz der Herrschaft!
Für eine befreite Gesellschaft! Für die Anarchie!
Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen (IFA-IAF) im Juni 2017
https://fda-ifa.org/ihr-seid-nur-g20-wir-sind-f54/
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