(de) af rhein-ruhr: Do: 50 Nazis versuchen anarchistisches Organisierungstreffen an der Uni zu verhindern - ohne Erfolg - Kundgebung am Freitag!

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Mi Jan 18 14:03:13 CET 2017


Am 10. 1. 2017 wurde zu einem offenen anarchistischen Organisierungstreffen an der TU 
Dortmund aufgerufen. Im Aufruf zum Treffen ging es darum, eine autonome Initiative zur 
Verbreitung von anarchistischen Ideen und Praxen an der TU Dortmund und der Fachhochschule 
Dortmund zu gründen. Wir wollen eine selbstorganisierte Plattform bieten, auf der 
anarchistische Projekte für ein besseres Hochschulleben und -studium realisiert werden 
können. ---- Am Abend des Treffens fanden sich am Treffpunkt und über den Campus verteilt 
circa 50 Nazis ein. Sie waren gekommen, um das Treffen zu verhindern, Interessierte 
einzuschüchtern und die Ausbreitung der anarchistischen Idee zu unterbinden. Gezielt 
sprachen sie Einzelne, die zum Treffen wollten, an und einige versuchten sich als 
Initiatoren des Treffens auszugeben. An dieser Stelle einen großen Dank an Menschen vom 
AStA, die auf dem Campus dafür sorgten, dass niemand darauf hereinfiel.

Nazis versuchten auch körperlich Teilnehmer*innen des Treffens einzuschüchtern; mit 
Quarzsandhandschuhen und Glasflaschen bauten sie sich vor ihnen auf und ließen Sprüche wie 
"Guck auf den Boden" fallen. In einem Fall wurde eine Gruppe, die am Treffen teilnehmen 
wollte, kurzeitig von Nazis eingezirkelt. Außerdem verteilten sie nach eigenen Angaben 
Flugblätter auf dem Campus. Natürlich waren zahlreiche der üblichen Nazifressen wie 
Christoph Drewer, Michael Brück, Steven Feldmann oder Dietrich Surmann dabei. Studierende 
riefen recht früh die Polizei aufgrund der Bedrohungssituation. Zu Beginn des 
Polizeieinsatzes kamen zuerst 2 Polizisten in Zivil und später 2 Polizisten in Uniform. 
Diese griffen den gesamten Zeitraum der Bedrohungssituation nicht in das Geschehen ein, 
stattdessen wurden einzelne Genoss*innen im EF50 von Polizisten kontrolliert. Erst nachdem 
wir unser Treffen begonnen hatten, kam die Polizei mit einem größeren Aufgebot und 
erteilte den Faschisten Platzverweise. Wir erwarten nicht von den Bullen, dass sie uns 
beschützen, fanden es aber dennoch spannend, dass sie trotz offensichtlicher Bedrohung, 
die von den Nazis ausging, zuerst lediglich uns kontrollierten und sich die übrige Zeit im 
Pförtnerhäuschen versteckten. Das Sicherheitspersonal hingegen verhielt sich übrigens 
solidarisch zu uns und wurde auch teilweise von den Nazis aufgrund von vermeintlichem 
Migrationshintergrund angefeindet.

Trotz dieser Hürden hat das Treffen erfolgreich stattgefunden, allerdings wurden einzelne 
Interessierte abgeschreckt, da zunächst nicht absehbar war, dass das Treffen stattfinden 
würde. Teilweise wurden Interessierte durch das Naziaufgebot zu Kleinstgruppen isoliert, 
wodurch sie sich nicht frei bewegen konnten, um die anderen zu finden. Uns ist zu diesem 
Zeitpunkt nicht bekannt, ob es körperliche Übergriffe gab.

Nachdem wir uns sicher waren, dass alle Interessierten, die zu diesem Zeitpunkt noch da 
waren, zu uns gestoßen waren, suchten wir uns wie geplant einen Raum, um unser Treffen 
abzuhalten. Das heißt wir mussten aufgrund der Naziaktion nicht räumlich ausweichen, 
sondern wir hatten niemals geplant, das Treffen an sich vor dem EF50 zu veranstalten.

Nachdem wir einen Raum gefunden hatten, begannen wir das Treffen mit einer Reflektion zu 
den Nazivorkommnissen, tauschten uns über unsere Vorstellungen zur anarchistischen 
Hochschulgruppe aus und schmiedeten die ersten Pläne für weitere Treffen und Aktionen. 
Natürlich hat uns die Nazibedrohung mitgenommen, aber das gesamte Treffen war von einer 
großen positiven Dynamik geprägt. Es ist überdeutlich geworden, dass der Uni in Dortmund 
eine anarchistische Hochschulgruppe fehlt und viele sich über die Initiative gefreut 
haben. Wir werden der Entpolitisierung der Uni entgegenwirken, dazu beitragen, dass die 
Uni nicht mehr nur länger ein Ort der Selektion und Zurichtung auf das Arbeitsleben ist 
und davon lassen wir uns auch von faschistischen Banden nicht abbringen!

Wir wollen an dieser Stelle nochmal verdeutlichen, dass selbst in Zeiten des allgemeinem 
Rechtsrucks und der täglichen Übergriffe auf Geflüchtete und Linke in Deutschland, es ein 
absolutes Novum darstellt, dass bis zu 50 überwiegend nicht studierende Nazis auf dem 
Campus Studierende massiv bedrohen.
Das muss Folgen haben! Wir Studierende müssen dafür sorgen, dass Nazis und rechte Gewalt 
auf dem Campus keinen Platz mehr haben. Was soll noch passieren? Wir haben gesehen, dass 
wir uns nicht auf die Polizei verlassen können und nur die gegenseitige Hilfe und 
Organisierung von unten unsere eigene Sicherheit gewährleisten und dem Rechtsruck 
entgegenwirken kann.

Deshalb kommt zur Kundgebung "Campus nazifrei - für ein Leben, Lieben und Lernen in 
Freiheit!" am Freitag, den 13.01.17 ab 15.30 Uhr zum Martin-Schmeißer-Platz und 
organisiert euch in der anarchistischen Hochschulgruppe Dortmund!

Einige Anarchist*innen, welche am Treffen teilgenommen haben

Quelle: Linksunten.Indymedia

http://afrheinruhr.blogsport.de/2017/01/11/do-50-nazis-versuchen-anarchistisches-organisierungstreffen-an-der-uni-zu-verhindern-ohne-erfolg-kundgebung-am-freitag/


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