(de) afrheinruhr: Aufruf zur Solidarität mit der anarchistischen Hochschulgruppe Dortmund

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Di Jan 17 06:14:06 CET 2017


Nazis bedrohen anarchistische Hochschulgruppe ---- Am Dienstag (10.01) fand an der 
Technischen Universität(TU) Dortmund ein Gründungstreffen für eine anarchistische 
Hochschulgruppe statt. Etwa 50 Nazis versuchten, dieses Treffen zu verhindern. Sie 
positionierten sich vor dem Gebäude, in dem das Treffen stattfinden sollte und fragten 
Menschen aus, ob sie zu dem Treffen wollen würden. Eine Gruppe von Menschen kesselten sie 
kurzzeitig ein und bedrohten sie verbal. ---- Die Reaktion der von der Uni gerufenen 
Polizei war verhalten. Statt der Nazis kontrollierte sie anfangs einige Menschen, die sich 
vor diesen ins Gebäude zurückgezogen hatten. Erst nach einer guten Stunden traf 
Verstärkung ein, die die Nazis schließlich vom Campus vertrieb. Trotz der Widrigkeiten 
fand das Gründungstreffen sehr erfolgreich statt. Ein ausführlichen Bericht von Menschen, 
die vor Ort waren, findet ihr hier.

Anarchistische Entwicklungen in Dortmund

Es ist kein Zufall, dass die Dortmunder Naziszene ein so großes Bedrohungspotential 
auffährt, um die Gründung einer anarchistischen Hochschulgruppe zu verhindern. Bereits bei 
der Gründung des anarchistischen Zentrums Black Pigeon führte sie eine Kampagne mit 
eingeschmissenen Scheiben und Kundgebungen durch.
Eine starke anarchistische Bewegung, die sich langsam in Dortmund entwickelt, ist eine 
Bedrohung für die Kontrollansprüche der Nazis über die Stadt. Außerdem liegt die Uni in 
der Nähe des von zahlreichen Nazis bewohnten Stadteils Dorstfeld und einige Dortmunder 
Nazis studieren auch an der TU. Erfolgreiche anarchistische Aktivitäten an der stark 
entpolitisierten Hochschule haben das Potential, den Nazis das Leben schwerer zu machen.

Anarchismus als Alternative zu Nationalismus und Faschismus

Nicht nur in Dortmund kommt es in letzter Zeit vermehrt zu rechter Gewalt, sondern 
Nationalismus und Faschismus sind überall auf dem Vormarsch. In Deutschland täuscht die 
"Alternative für Deutschland" vor, eine Lösung der gesellschaftlichen Probleme zu bieten 
und nicht Teil des etablierten Systems zu sein. Nicht nur ihr Rassismus bringt viele 
Menschen dazu, die AfD zu wählen, sondern auch Probleme wie wachsende Armut, der für viele 
unerträglich werdende Leistungsdruck, die Enttäuschungen durch Parteien oder die 
Streichungen der staatlich angeeigneten Sozialaufgaben.
Mit der klaren Haltung gegen Parteien und Parlamentarismus sowie der Ablehnung des 
Kapitalismus können Anarchist*innen, dieselben Probleme aufgreifen und das im Gegensatz zu 
Parteien aus einer authentischen Position außerhalb des Establishments. Solidarische 
selbstorganisierte Strukturen haben das Potential, Menschen zu zeigen, dass freiheitliche 
Antworten möglich sind. Eine starke anarchistische Bewegung wäre also insgesamt eine 
Bedrohung für alle Feind*innen der Freiheit.

Freiheitlicher Antifaschismus heißt, den Kampf an die Uni zu tragen

An den Universitäten werden auch Ideen gelehrt, die ein Bestandteil der Weltbilder von 
Faschismus und auch von Demokratie sind. Dort wird theoretisiert, warum es angeblich einen 
Staat, Nationen, Hierarchien und Grenzen - Herrschaft allgemein geben muss. Menschen, die 
an ihnen ausgebildet werden, spielen auch eine Rolle bei der Verbreitung dieser Ideen in 
der restlichen Gesellschaft. Ein freiheitlicher Antifaschismus heißt, diese Ideen an der 
Uni anzugreifen. Anarchistische Strukturen an Universitäten bieten die Möglichkeit, genau 
dies zu tun.

Solidarität muss praktisch werden

Wir rufen daher zu Solidarität mit den Genoss*innen der Hochschulgruppe auf. Ein erster 
Schritt hierfür ist es, zur Kundgebung "Campus nazifrei - für ein Leben, Lieben und Lernen 
in Freiheit!" am 13.01.17 ab 15.30 Uhr zum Martin-Schmeißer-Platz an der Uni Dortmund zu 
kommen. Achtet bitte bei der Anreise auf eure Sicherheit. Doch natürlich ist die 
Kundgebung weder ausreichend, noch die einzige Möglichkeit, aktiv zu werden. Der 
langfristige Kampf gegen Faschismus und Herrschaft an sich ist genauso wichtig, deshalb 
organisiert euch in der anarchistischen Hochschulegruppe Dortmund (deren vorübergehende 
E-Mailadresse lautet: ahog100 at web.de) oder in einer anderen anarchistischen oder 
antiautoritären Gruppe oder einem Projekt in eurer Nähe. Wenn ihr keine finden solltet, 
schreibt uns. Wir können praktische Hilfe beim Aufbau von Strukturen leisten: 
schwarze-ruhr-uni at riseup.net.
Nehmen wir den Kampf an den Hochschulen auf! Schaffen wir eine Bewegung, die überall in 
der Gesellschaft den Institutionen und Weltbildern der Unterdrückung zur Bedrohung wird. 
Unsere Solidarität ist kein Selbstzweck, sondern unser gemeinsamer Weg zur Freiheit.

Wenn ihr diesen Aufruf unterstützen wollt, teilt ihn nach Belieben und setzt euren 
Gruppennamen mit darunter.

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