(de) FAU direkteaktion: Struggles International Januar -- Nachrichten von der Klassenkampf front aus aller Welt - Südkorea, Bangladesch, Gabun

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Sa Feb 4 09:30:16 CET 2017


SÜDKOREA: FESTNAHME EINES LINKEN VERLEGERS UND GEWERKSCHAFTERS ---- Am 05. Januar 2017 
wurde Lee Jin-young in Südkorea aufgrund eines Verstoßes gegen das nationale 
Sicherheitsgesetz festgenommen. Der linke Verleger und Eisenbahngewerkschafter ist vor 
allem als Betreiber der Webseite Labor Books bekannt, auf welcher digitalisierte, vor 
allem marxistische Literatur ausgetauscht werden kann. Bereits mehrfach wurde er Ziel 
staatlicher Justiz aufgrund seines Einsatzes für Demokratisierung und soziale 
Gerechtigkeit in Südkorea, sowie für die Beteiligung an Streiks. So wurde schon vor einem 
halben Jahr, im Juli 2016 das Büro von Labor Books durchsucht und dutzende Bücher, 
Broschüren und eine Festplatte beschlagnahmt. Das nationale Sicherheitsgesetz, welches als 
Rahmen für solcherlei Repressionen dient, galt und gilt als Mittel der Unterdrückung von 
sozialen und politischen Protesten. Viele sehen hinter der Festnahme eine Reaktion der 
rechten politischen Kräte um die vorläufig suspendierte Präsidentin Park gegen die 
aktuellen gegen sie gerichteten Massenbewegungen.

Weiterführende Informationen:

Solidaritätsaufruf auf dem Sozialistischem Online Journal Links

Solidaritätsaufruf auf change.org

BANGLADESCH: MASSENENTLASSUNGEN UND GEWALT GEGEN STREIKENDE

Unter Anwendung der Notstandsgesetze wurden in der Stadt Ashulia, je nach Angaben 1500 bis 
3500 streikende Arbeiter*innen entlassen. 50 Gewerkschafter*innen sind aus Furcht vor 
Festnahmen untergetaucht. Viele weitere von ihnen sitzen bereits im Gefängnis. Dabei ging 
die Polizei mit äußerster Härte vor und setze auch Gummigeschosse gegen Demonstrant*innen 
ein. Die Streiks richteten sich gegen die Hungerlöhne von 5300 Taka (63€) im Monat. 
Gefordert wurde eine Verdreifachung der Löhne. Allein in Ashulia gibt es 350 
Textilfabriken. Bangladesch gilt als der zweitgrößte Kleiderproduzent der Welt, zu deren 
Kunden unter anderen Gap, Zara und H&M gehören. Die Textilarbeiter*innen bekommen mit die 
schlechtesten Löhne weltweit, leiden unter massiven antigewerkschaftlichen Repressionen 
und mitunter lebensbedrohlichen Arbeitsbedingungen. Seit dem 19. Januar gibt es eine eine 
internationale Solidaritätskampagne, sowie eine Online-Petition.

Weiterführende Informationen:

Linksammlung bei LabourNet

Solidaritätsaufruf

Online-Petition

GABUN: FUSSBALLMEISTERSCHAFT, STREIKS, BOYKOTTAUFRUFE

Seit dem 12. Januar werden sämtliche Standorte von Shell Gabun unbefristet bestreikt. Ziel 
der zum Streik aurufenden Gewerkschaft ONEP sind Bestandsgarantien für Jobs. Hintergrund 
ist der befürchtete und während des Streiks urplötzlich umgesetzte Verkauf von Shell 
Gabun. Käufer ist der US-Amerikanische Fonds Carlyle. Währenddessen begann am 14. Januar 
auch der Afrika-Cup, die afrikanische Kontinentalmeisterschaft im Fußball. Am Vorabend 
davon haben zwei Gewerkschaften im Erziehungswesen zum Streik aufgerufen, sowie eine 
weitere Gewerkschaft zum Streik im öffentlichen Dienst. Ebenso rufen 
zivilgesellschaftliche Organisationen, die der Opposition nahestehen, zum Boykott der 
Fußballmeisterschaft auf. Hintergrund sind die enormen Ausgaben für das Fußball-Event, 
denen andere Ausgaben im Bildungs- und Sozialbereich zum Opfer gefallen waren. Zu den 
Forderungen der Gewerkschaften gehören auch die Freilassung politischer Gefangener.

https://www.direkteaktion.org/da-januar-2017-3/struggles-international-januar


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