(de) afrheinruhr: 10.02. Filmvorführung in Dortmund: Ende der Vertretung

a-infos-de at ainfos.ca a-infos-de at ainfos.ca
Fr Feb 3 08:48:24 CET 2017


Am Beispiel eines Streiks im Einzelhandel sucht der Film nach Antworten auf die Frage, 
weshalb die Beschäftigten und ihre systemkonformen Organisationen, insbesondere die 
Gewerkschaft ver.di, nicht in der Lage sind sich gegen die Arbeitgeber durchzusetzen. Er 
erkundet das Engagement der Arbeitenden im Streik und analysiert das Vorgehen der 
Streikleitung und die Rolle der Betriebsräte. Beschrieben werden auch die Interventionen 
linker Gruppen an der Seite der Streikenden. ---- Entgegen der Haltung der bürgerlichen 
Gewerkschaften können auch systemimmanente soziale Kämpfe Ausgangspunkt für eine 
fundamentale Kritik sein. Hierbei kommt es aber darauf an, über den bloßen Konformismus 
hinaus, Forderungen und Veränderungen aus den Bedürfnissen der Arbeiter und Arbeiterinnen 
abzuleiten und nicht als Beitrag zum besseren Funktionieren des Systems anzubieten.

Die Situation der Beschäftigten im Einzelhandel hat sich in den letzten Jahren drastisch 
verschlechtert. Während die Arbeitsbelastung immer näher an die Grenze des körperlich 
erträglichen geht, bleiben die Löhne immer weiter hinter den steigenden 
Lebenshaltungskosten zurück. Und das während die Gewinne der Unternehmen kontinuierlich 
ansteigen: zwischen 2000 und 2006 um 64,3%. Als die Arbeitgeber Ende 2006 die Zuschläge 
für Spät- und Nachtarbeit kürzen wollten, hatten sie im Empfinden vieler Beschäftigter 
eine Grenze überschritten: Die längste und härteste Tarifauseinandersetzung im deutschen 
Einzelhandel begann.

Der Film begleitet die Streikenden über mehrere Monate. Zu Wort kommen Frauen, die seit 
Jahrzehnten im Einzelhandel arbeiten. Viele streiken zum ersten mal in ihrem Leben. Oft 
sind sie allein erziehend, in Teilzeit und mit so wenig Lohn, dass sie sich ihr Essen "bei 
der Familie zusammensuchen" müssen. Manchen wird ihr Engagement im Streik zum Verhängnis, 
Emmely zum Beispiel.
Nachdem sie in ihrer Kaiser's Filiale den Streik organisiert hat, wird ihr unter einem 
Vorwand fristlos gekündigt. Als sie auf Wiedereinstellung klagt bekommt sie die ganze 
Wucht des deutschen Arbeitsrechts zu spüren.

Im Anschluss an den Film wird es die Möglichkeit zum Austausch und zur Diskussion geben.

Freitag 10. Februar 2017 ab 19:30Uhr im Black Pigeon, Scharnhorststraße 50, 44147 Dortmund

Quelle: FAU Duisburg / Ruhrgebiet

http://afrheinruhr.blogsport.de/2017/01/29/10-02-filmvorfuehrung-in-dortmund-ende-der-vertretung/


Mehr Informationen über die Mailingliste A-infos-de