(de) fau: Griechenland nach dem Generalstreik vom 14.12 -- Nazi-Schläger greifen unabhängiges Gewerkschaftslokal an

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Di Dez 26 08:06:06 CET 2017


Ziel eines Naziangriffs mit Molotowcocktails wurde in der Nacht zum 15.12.2017 das 
unabhängige Gewerkschaftslokal in Ioánnina/Westgriechenland. Ihren Sitz haben dort die 
anarchosyndikalistische Freie Gewerkschaftsunion (ESE) und die Initiative Stopp den 
Diebstahl der Bosse. Im Eingangsbereich und an der Frontseite des Gebäudes kam es zu 
leichten Sachschäden. Zur Zeit des Angriffs in den frühen Morgenstunden befand sich 
niemand im Gewerkschaftslokal. ---- Wie die ESE - Ioánnina in ihrer Presseerklärung vom 
15.12. schreibt, steht der Angriff in direktem Zusammenhang mit dem Arbeitskampf bei 
MARKET IN und der Blockade des Supermarktes am Vortag. Im Rahmen des Generalstreiks vom 
14.12. gegen die Arbeitnehmer*innenfeindliche neue Arbeitsgesetzgebung der Syriza - Anel - 
Regierung hatten Gewerkschafter*innen der ESE und solidarische Genoss*innen den Supermarkt 
mit Streikposten blockiert. Dabei waren sie wiederholt mit Pöbeleien und körperlichen 
Drohungen der angestellten Schläger des Chefs konfrontiert, was sie nicht daran hinderte 
die Geschäftsblockade gemeinsam mit streikenden Angestellten durchzusetzen.

Wie die ESE weiterhin schreibt hätten die "Nazischläger von Chrysí Avgí" schnell 
verstanden, dass sie gegen die Streikposten nichts ausrichten können. Weshalb sie, "nach 
Aufforderung durch den Arbeitgeber," eine ihnen näherliegende Aktionsform wählten, nämlich 
"nachts ein leeres Gebäude mit Brandsätzen anzugreifen", um alle Unterstützer*innen des 
Arbeitskampfes bei MARKET IN einzuschüchtern.

Aus der Erklärung der ESE - Ioánnina:

"Es wird immer deutlicher wie die Bosse die Auseinandersetzung mit den Arbeitenden 
verstehen und führen. Zuerst wird Gewalt ausgeübt, indem Löhne nicht bezahlt und 
Angestellte entlassen werden. Nützt das nichts, greifen sie zum Mittel der Repression 
durch MAT-Sondereinsatzkommandos der Polizei und staatlichen Terror. In der Folge 
übernehmen die Gerichte mit Anklageschriften gegen die Kämpfenden. Wenn letztendlich all 
das nichts nützt kommen die Einschüchterungen, die Drohungen und die Angriffe durch 
bekannte Schläger. Die Arbeiter und Arbeiterinnen haben sich von all dem noch nie 
einschüchtern lassen. Im Gegenteil, durch solche Aktivitäten fallen schlicht die 
demokratischen Masken und der Klassenkampf, der so oder so an jedem Arbeitsplatz und auf 
der Straße tobt, wird weiter angeheizt.
Wir können den Angriff nicht losgelöst von der bestehenden Situation betrachten. Es ist 
genau der Moment, in dem das Kapital und die linken Verwalter des Staates neue Angriffe 
auf die Arbeitenden starten und versuchen, den Betriebs- und Basisgewerkschaften die 
Möglichkeit zu nehmen Streiks auszurufen. Nachdem sie Löhne und Erungenschaften der 
Arbeitnehmer*innen geschleift haben, nachdem sie die Arbeiterklasse gezwungen haben unter 
Sklavenbedingungen zu arbeiten, ohne Absicherung und ohne feste Arbeitszeiten, konnten sie 
eigentlich nur noch versuchen, gewerkschaftliche Aktivitäten zu verhindern. Sie planen 
Versammlungen zu verbieten, Blockaden zu verbieten, Streiks unmöglich zu machen. Und sie 
versuchen dies mit allen Mitteln zu erreichen.
Nun, unter diesen Umständen sehen wir keinen anderen Weg. Wir werden auf die Angriffe des 
Staates und der Bosse mit allen Mitteln antworten!"

ESE-Ioánnina, 15.12.2017

http://www.fau.org/artikel/art_171222-113550


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