(de) anarchosyndikalismus - Wien: Gegen Auslagerung in einem IT-Konzern

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Do Dez 14 08:09:08 CET 2017


Wie das Wiener Arbeiter*innen Syndikat berichtet, haben sie 2017 in einem großen 
IT-Konzern einen Arbeitskampf geführt, da aus der Niederlassung in österreichischen 
Hauptstadt aktuell immer mehr Abteilungen ausgelagert werden., um als exterme 
Dienstleistungen - im Gegensatz zu eigenen Mitarbeiter*innen - abgerechnet werden zu 
können und die Bilanzen aufzuwerten. ---- Dieses Outsourcing betrifft immer mehr 
Arbeitsplätze und die stark aufgegliederten Belegschaften sind vom Management dann 
einfacher zu lenken, indem sie Mitarbeiter*innen der verschiedenen Unternehmen auf diese 
Art besser gegeneinander ausspielen und die gewerkschaftliche Organisierung erschweren 
versuchen. ---- Die Kolleg*innen der Abteilungen, die nacheinander nach Asien ausgelagert 
oder mit Leiharbeiter*innen besetzt werden und in der auch Mitglieder des WAS tätig sind, 
befürchteten seit über einem Jahr, daß sie auch ausgelagert werden sollen, indem ein 
anderer IT-Konzern die komplette Abteilung übernehmen und alle Aufträge als "externer 
Dienstleister" erledigen würde.

Solch ein - auch in Österreich - rechtlich geregelter "Betriebsübergang" würde vom Staat 
kaum eingeschränkt, außer dem Bestandschutz für Tarifverträge und einem einjährigen 
Kündigungsschutz für ganze Abteilungen. Vom Betriebsrat konnte kein nennenswerter 
Widerstand gegen das Outsourcing erwartet werden, da dieser bisher untätig der 
Konzernleitung zugestimmt hatte. In Einzelgesprächen mit den Vorgesetzten wurde den 
Mitarbeiter*innen nahegelegt "freiwillig" im Einvernehmen mit dem Betrieb zu kündigen und 
ohne Abfindung bei dem anderen Konzern einen neuen Vertrag zu dessen Bedingungen 
abzuschließen.

Die Mitglieder des Arbeiter*innen-Syndikats haben sich jedoch dazu entschlossen dafür 
entschieden, dem etwas entgegen zu setzen. Zunächst informierten sie alle betroffenen 
Kolleg*innen intern über die Hintergründe und rechtliche Lage, um diese mit zu einer 
eigenen Entscheidung zu befähigen. Leider sind aber einige Kolleg*innen unter dem Druck 
der Personalabteilung und aus Angst vor Einkommensverlust auf das fragwürdige Angebot 
eingegangen.

Die Basisgewerkschaft hat dann die kämpferischen Arbeiter*innen dabei unterstützt eine 
Recherche im Betrieb und die Auswertung der Personalsituation in der Abteilung 
durchzuführen. Daraufhin verteilten sie Flugblätter und machten die Erfahrung, daß dies 
schon mit geringem Aufwand möglich ist. Nach dieser Aktion ließ das Unternehmen verkünden, 
dass die betroffene Abteilung nun doch nicht ausgelagert werden soll. Aber in dem 
IT-Konzern geht das Outsourcing jedoch weiter. Daher bewertet das WAS diese 
basisgewerkschaftlichen Aktivitäten als einen kleinen Erfolg, der das Syndikat und die 
selbstbestimmte Organisierung bekannt gemacht hat, ohne dass es bisher zu einer Bestrafung 
durch die Unternehmensführung gekommen ist.

Quelle:
https://wiensyndikat.wordpress.com/2017/12/06/doch-keine-auslagerung/

CreativeCommons: BY-NC
(http://anarchosyndikalismus.blogsport.de)

http://anarchosyndikalismus.blogsport.de/2017/12/10/wien-gegen-auslagerung-in-einem-it-konzern/


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