(de) fau: Feminismus in der FAU? - Bundesweites Treffen zur Erarbeitung einer feministischen Strategie in der Gewerkschaftspraxis

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Do Dez 14 08:09:00 CET 2017


"Lass es uns ändern" - unter diesem Titel fand vom 17. bis 19. November 2017 in Dortmund 
ein bundesweites Treffen der Mitglieder der FAU statt. Das Treffen hat sich auf 
fundamentale Themen konzentriert, wie unbezahlte Reproduktionsarbeit, Sexismus am 
Arbeitsplatz, die Rechte der Sexarbeiter*innen und hierarchische Geschlechterverhältnisse. 
Neben der Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen ist das Ziel der FAU, als 
basisdemokratische Gewerkschaft, die gesellschaftliche Emanzipation und individuelle 
Selbstbestimmung zu fördern. ---- Egal ob in der Familie, am Arbeitsplatz oder im 
öffentlichen Raum, ständig hört man die neoliberalen Blaupause über das erfolgreichen 
Leben der Frauen*. Jedoch begegnen Frauen* in jedem der genannten Bereichen Probleme und 
ausbeuterische Bedingungen. Das Patriarchat führt gemeinsam mit den kapitalistischen 
Verhältnissen dazu, dass Frauen* und ihre Tätigkeiten als weniger wert angesehen werden. 
Die vorherrschende geschlechtsspezifische Bildung und Erziehung verstärken dieses Bild von 
Frauen* nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch bei Frauen* selbst. Dies resultiert 
darin, dass sie auf dem Arbeitsmarkt für die gleiche Arbeit schlechter bezahlt werden als 
Männer* und in der Folge ausbeuterischer Arbeitsbedingungen öfters von Arbeitslosigkeit 
und Armut bedroht sind.

Zu Hause sollen Frauen* dagegen eine "traditionelle, ihrem Geschlecht zugeschriebene" 
Rolle übernehmen, die fürsorgliche unbezahlte Arbeit bedeutet. Auf dem kapitalistischem 
Markt wurden solche Aufgaben, wie Pflegearbeit, Haushaltshilfe, Sexarbeit oder 
Kinderbetreuung käuflich gemacht. Diese Care-Arbeiter*innen werden jedoch unterbezahlt, 
befristet, ausgebeutet, illegalisiert, stigmatisiert und bleibt ohne soziale Absicherung. 
Obwohl die prekarisierten Frauen* meistens überlebenswichtige Arbeiten in der Gesellschaft 
übernehmen, haben sie selber keine Möglichkeiten ihr eigenes Leben zu gestalten.
Das Ziel der FAU ist es gemeinsam eine Strategie zu erarbeiten, die der 
Unterrepräsentation von Frauen* in der gewerkschaftlichen Praxis entgegenwirken kann. Nur 
gemeinsame und selbstorganisierte Gegenwehr kann die Interessen von Frauen* zum Ausdruck 
bringen. Frauen* brauchen eine Gewerkschaft, die es ihnen ermöglicht sich selbst zu 
organisieren um Armut, Arbeitslosigkeit und Sexismus entgegenzuwirken. Das Treffen 
förderte die enge bundesweite Zusammenarbeit der Frauen*, um z.B. die Arbeitskämpfe von 
Carearbeiter*innen oder Sexarbeiter*innen oder Arbeitnehmer*innen beim Widerstand gegen 
sexuelle Belästigung zu unterstützen.

Das Orga-Team der Feminismus-AG
Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union (FAU)
femfau-kontakt at fau.org

http://www.fau.org/artikel/art_171210-153529


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