(de) anarcho syndikalismus: Internationale Nachrichten - Dezember 2017 / IAA und soziale Kämpfe Geschlossen

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Mi Dez 13 07:08:57 CET 2017


Brasilien: Für den Erhalt von Essensmarken ---- Die Basisgewerkschaft COB-IAA in der 
brailianischen Stadt Araxá setzt sich für den Erhalt der Lebensmittelgutscheine auch für 
krankgeschriebene Arbeiter*innen ein, die bisher gegenüber ihren Chefs einen Anspruch 
darauf haben. Die Kürzung dieser rechtlich gesicherten Nahrungsverorgung ist nur im 
Profitinteresse der Unternehmer*innen, die ihre Ausgaben einsparen wollen und sich nicht 
um das Wohlergehen der Belegschaft kümmern. ---- Während die Unternehmer*innen den 
Arbeiter*innen einreden wollen, dass sie "Sozialpartner*innen" seien, stehlen sie ihnen 
gleichzeitig die Butter vom Brot. Da der Lohn oftmals so niedrig ist, dass er nicht 
ausreicht um die Miete zu zahlen oder gar ein Haus zu kaufen, streichen die 
Arbeitgeber*innen Tag für Tag die Gewinne aus der mühsamen Leistung der Untergebenen ein.

Um auf diese Geschäftspraktiken aufmerksam zu machen, plant die COB-IAA Araxá einen 
Boykotaufruf gegen solche Unternehmen, vor allem bei Supermärkten und Einzelhandel 
allgemein, die ihre Arbeiter*innen durch die Streichung der Lebensmittelgutscheine im 
Krankheitsfall zwingen sich zur Arbeit zur schleppen, auch wenn es ihre Gesundheit 
garnicht zulässt. Dies bedeutet nicht nur für sie selbst eine Gefahr, sondern auch für 
andere Menschen, beispielsweise bei der Bedienung von Maschinen und Fahrzeugen.
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Warschau: Proteste der Post-Arbeiter*innen
Am 06./07.12. haben in der polnischen Hauptstadt und anderen Orten die Arbeiter*innen der 
Post für bessere Arbeitsbedingungen protestiert. Kurz vor Beginn der Aktionen hatte das 
Management eine kleine Lohnerhöhung angekündigt. Die gelben Gewerkschaften, die 
protestierende Arbeiter*innen angreifen, da sie sie nicht kontrollieren können, feiern 
dies als ihren Sieg.

Die Aktionen fanden statt nachdem das Management gedroht hatte, jene Arbeiter*innen zu 
kündigen, die über ihre Arbeitsbedingungen im Internet reden. Die firmentreuen ("gelben") 
Arbeiter*innen behaupten zudem, dass sich die Proteste gegen die Post selbst richten 
würden und verleumnden die Basisgewerkschaft ZSP-IAA als "Außenstehende", so als ob deren 
Mitglieder nicht bei der Post arbeiten würden.

In einigen Städten wurden die Kundgebungen von Arbeiter*innen an der Basis 
selbstorganisiert, die keiner Gewrkschaft angehören. Alle diese Drohungen und 
Manipulationen sollen die Solidarität zwischen den Arbeiter*innen unterlaufen und das 
Abkommen bestärken, das einige Gewerkschaften mit der Unternehmensführung abgeschlossen haben.
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Belgrad: Anklage nach Räumungsblockade
Anfang Dezember gab es in der serbischen Hauptstadt erneut Aktionen zur Verhinderung einer 
Zwangsräumung. Die Basisgewerkschaft Anarchosyndikalistische Initiative (ASi-IAA) 
unterstützt diese sozialen Kämpfe der Mieter*innen. Nach der Blockade eines 
Gerichtsvollziehers unter Polizeischutz müssen sich nun zwei Aktivist*innen vor einem 
Belgrader Gericht gegen die staatliche Repression verteidigen, wobei der Prozess auf Mitte 
Januar 2018 vertagt wurde.

Während der Anhörung haben mehrere Dutzend Mitglieder der selbstorganisierten 
Mieter*innen-Vereinigung Kolektivna odbrana stanara, eine Kundgebung vor dem Gericht 
durchgeführt und Solidarität im Kampf für den Erhalt von lebenswertem Wohnraum gezeigt.
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Britannien: Mieter*innen-Gewerkschaft für besseres Wohnen
Wie bereits im November berichtet, kämpft die Mieter*innen-Gewerkschaft der Solidarity 
Federation in Brighton mit zwei Gruppen von Mieter*innen seit einiger Zeit gegen die 
Vermietungsgesellschaft "G4Lets". Sie fordern Entschädigungen für unhygienische 
Wohnbedingungen, sowie die Auszahlung der gesamten Kautionen. Mittlerweile hat "G4Lets" 
zugestimmt, die jeweiligen Fälle zu überprüfen, weshalb einstweilig auf weitere 
Protestkundgebungen vor deren Niederlassungen verzichtet wird.

Im Fall der Maklerfirma Youngs in Kemptown fordert die SF-IAA Brighton weiterhin eine 
Entschädigung und Reparaturen für zwei Mieter*innen. Eine der Wohnungen ist derart feucht, 
dass beide Kinder der Mieterin wegen des Schimmels an Asthma leiden müssen. Darüber hinaus 
ist eines der Schlafzimmer unbewohnbar geworden. In dem anderen Fall wurde seit 15 Jahren 
keine der notwendigen Reparaturen durchgeführt und dieses Schlafzimmer ist ebenfalls wegen 
Feuchtigkeit unbewohnbar.

Um so wichtiger ist es, dass sich Mieter*innen und Basisgewerkschafter*innen gemeinsam 
organisieren und mit direkten Aktionen und Solidarität den Kampf um Wohnraum gemeinsam 
organisieren, weshalb Mitte Dezember in Brighton ein lokales Betroffenen-Netzwerk 
gegründet werden soll.
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Russland: Anna und Tatjana Garasewa
- zwei Revolutionärinnen im Kampf gegen den Bolschewismus

Am 07.12.1902 wurde Anna Garasewa im russischen Ryazan geboren. Sie und ihre Schwester 
Tatjana wurden anarchosyndikalistische Krankenschwestern und haben sich an der Russischen 
Revolution beteiligt. Nach der bolschewistischen Machtübernahme waren sie weiter politisch 
aktiv, weshalb sie in den folgenden Jahrzehnten mehrfach inhaftiert und in 
Gulag-Straflager geschickt wurden.

Tatjanas Mann wurde von der Geheimpolizei totgeschlagen und sie selbst verlor einen Fuß 
durch Erfrierungen im Lager von Kolyma. Anna nahm später Kontakt zum Oppositionellen 
Alexander Solschenitzyn auf und wurde dessen offizielle Sekretärin, wobei sie 
Informationen über die Gulags zusammenstellte und Dokumente für ihn versteckte. Beide 
Schwestern waren auch noch mit über 90 Jahren aktiv...

Auf Libcom.org ist eine kurze Übersicht über das Leben der beiden wenig bekannten Frauen, 
die ihren Kampf für eine bessere Welt nie aufgegeben haben:
https://libcom.org/history/garaseva-anna-1902-1994-tatiana-1901-after-1997
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CreativeCommons: BY-NC
(http://anarchosyndikalismus.blogsport.de)

http://anarchosyndikalismus.blogsport.de/2017/12/10/internationale-nachrichten-dezember-2017/


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