(de) af rhein-ruhr: Köln, Diskussion: Parlamentswahlen - Ausdruck der Volkssouveränität oder Verschleierung unserer Ohnmacht?

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Di Dez 12 08:45:40 CET 2017


14.12. ab 19.00 Uhr an der Universität zu Köln, Alte Mensa, Raum C. ---- Vor jeder Wahl 
liegen uns Politiker*innen, Journalist*innen und Lehrer*innen in den Ohren; sie preisen 
die Vorzüge der Demokratie und versuchen, uns mit Wahl-O-Maten und anderem pädagogischen 
Schnickschnack zu überzeugen, doch unbedingt von unserem demokratischen Recht Gebrauch zu 
machen und zur Wahl zu gehen. Wenn wir sagen, dass uns das alles nicht interessiert, 
werden sie moralisch und behaupten, dass wir uns nicht beschweren dürften, wenn wir nicht 
mitmachten. Zuweilen werfen sie uns sogar vor, wir persönlich seien durch unsere 
Wahlenthaltung schuld am Aufstieg der AfD, am Klimawandel, am Mangel an Kitaplätzen und 
was es sonst so an Problemen der Gegenwart gibt. ---- Diese Werbemaßnahmen und Vorwürfe 
nützen freilich wenig. Wir sind beileibe nicht die einzigen, die dem Wahlspektakel wenig 
abgewinnen können. Große Teile der Bevölkerung sind zu der Überzeugung gelangt, dass es im 
Grunde egal ist, wen sie wählen, weil "die da oben ja ohnehin machen, was sie wollen." 
Auch diejenigen, die noch zur Wahl gehen, tun das in der Regel nicht aus Begeisterung für 
eine bestimmte Partei, sondern um "das größere Übel" zu verhindern oder einfach, um 
überhaupt etwas getan zu haben. Bei Umfragen darüber, welchen Berufsgruppen die Menschen 
am meisten vertrauen, belegen Politiker*innen seit Jahren regelmäßig den letzten Platz. 
Politikwissenschaftler*innen warnen besorgt von einer "Legitimationskrise der Demokratie".

Offenbar wird das Märchen von der "Volkssouveränität", also der Selbstbestimmung, die dem 
Volk in der Demokratie zukommen soll, immer weniger geglaubt; zumindest ahnen viele, dass 
Demokratie keineswegs bedeutet, dass sie in ihrem persönlichen Alltag "souverän" sind, 
sprich selbst bestimmen können, wie sie leben möchten. Politische Wahlen sind im Grunde 
nur eine von vielen Scheinalternativen, zwischen denen wir uns ständig entscheiden sollen: 
CDU oder SPD, Saturn oder Media Markt, O 2 oder Vodafone, ein Jura- oder ein 
Soziologiestudium - Wahlmöglichkeiten, wohin man sieht, aber nirgendwo Freiheit.

Aber warum ist das eigentlich so?

http://afrheinruhr.blogsport.de/2017/12/08/koeln-diskussion-parlamentswahlen-ausdruck-der-volkssouveraenitaet-oder-verschleierung-unserer-ohnmacht/


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