(de) fda-ifa, anarchistischen Gruppe Dortmund: Ein Reisebericht zum Rettet die Wahlen Event für Stammwähler, Unentschlossene und Anarchisten!

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Mi Aug 30 08:59:31 CEST 2017


Am 25. August waren wir von der anarchistischen Gruppe Dortmund zu Gast bei dem Rettet die 
Wahlen Event von Open Globe Bielefeld und vorallem der Band Unknown Skartist. ----  Doch 
was ist überhaubt diese "Rettet die Wahlen Initiative"?! ---- Unknown Skartist schreiben 
dazu: ---- "Wir machen uns Sorgen um unser politisches System: Einflüsse von Lobbys und 
Konzernen werden größer, populistische Stimmungsmache alltäglicher und konstruktive 
Diskussionen von Menschen unterschiedlicher Meinungen gleichzeitig seltener." ---- und in 
ihrem Song "Rettet die Wahlen" heißt es: ---- "Redet mit allen ---- Komplizen und Rivalen 
---- Mitte und Radikalen - ---- Rettet die Wahlen! ---- Redet mit jedem, der ---- Redet 
mit jeder, die ---- keinen Bock mehr hat - ---- Auf Demokratie!" ---- Da wir Radikal sind, 
also Probleme von der Wurzel an versuchen zu lösen, sowie keinen Bock mehr auf Demokratie 
haben fühlten wir uns angsprochen und schrieben die Band an um eine mögliche 
Zusammenarbeit auszuloten. Einige Mails später wurden wir dann zu dem Rettet die Wahlen 
Festival in der Neuen Schmiede in Bielefeld eingeladen um an einer Worldcafe Diskussion 
teilzunehmen. Passenderweise hatte die Veranstaltung nun auch den Untertittel " für 
Stammwähler, Unentschlossene und Anarchisten".

Also, dann voller Vorfreude auf einen spannenden Abend ab nach Bielefeld. Beim Ankommen 
fällt zu aller erst der für den Anlass großartige Veranstaltungsort auf. Die Neue Schmiede 
ist ein sympatischer, einladender Veranstaltungsraum, welcher dem stattfindenen Event 
solidarisch gegenüber stand. (Leider mit Religiös-Christlichem Hintergrund)

Beim eintreten in den Raum lief bereits eine Diskussionsrunde, in drei Stuhlkreisen wurde 
hier gerade über die Legalisierung von Marihuana diskutiert. Nach der Begrüßung bauen wir 
erstmal unseren mitgebrachten Infotisch auf und nehmen an einer Vorbesprechung mit allen 
anwesenden Initiativen im Backstage Bereich zum World Cafe teil.

Zwischen Pause und Beginn des World Cafes kommen bereits die ersten an unseren Positionen 
Interessierten zu uns die die Diskussion beim World Cafe nicht abwarten können. Es hat für 
Aufregung gesorgt, dass wir am Event teilnehmen - Wer sind diese Anarchist*innen und was 
wollen sie?

Zu Beginn der Diskussion stellen sich alle Anwesenden Intiativen zur Vorstellung einmal 
auf. Von Critical Mass, bis zu AK Asyl sind einige Initiativen dabei die wir sehr begrüßen 
und welche zumindest in Teilen anarchistischen Positionen oder Praxis nahe stehen, wie 
auch später von einigen Diskussionsteilnehmer*innen angemerkt wird. Natürlich sind auch 
kritikwürdige hierarchische Organisationen wie Greenpeace am Start, aber auch unsere 
Maxime ist "Redet mit allen". Nagut wir würden vielleicht eher mit "Redet mit fast allen" 
sagen, wenn wir z.B. an organisierte Faschist*innen denken.

In der Vorstellungsrunde machen wir gleich grob klar worum es uns inhaltlich geht: "...Wir 
sind nicht hier um die Wahlen zu retten, uns geht es darum Herrschaft insgesamt zu 
überwinden und wir glauben nicht, dass dies über den Weg des Staates möglich ist...."

Also dann rein in die Diskussion, dass World Cafe Konzept sieht vor, dass jede Initiative 
einen Tisch bekommt an dem dann circa 15 Minuten diskutiert wird. Danach kann wer will an 
einen anderen Tisch wechseln, bis mehrere Durchgänge abgeschlossen sind. Nach diesen 
Runden kommen nochmal alle in einer großen Runde zusammen um über ihre Erlebnisse zu 
berichten.

Unser Tisch war jede der 3 Runden gut besucht, einige Menschen blieben auch gleich 2 
Runden da. Für die Diskussion am Tisch galt das gleiche wie für den restlichen Abend, wir 
sind auf viele offene, wissbegierige Menschen gestoßen. Entgegen einer häufig verbreiteten 
Umgehensweise mit Revolutionär*innen, denen lediglich versucht wird zu vermitteln das sie 
verrückt sind oder einfach weltfremde Träumer, herrschte hier der ernst gemeinte Versuch, 
von vielen vor, sich mit unseren Positionen zu beschäftigen.

Ebenso fanden wir die Fragen und Erwiederungen die uns entgegen gebracht wurden, sehr 
bereichernd. Es war wirklich ein gutes Umfeld, welches unserem Anspruch von einer 
Diskussionskultur des Zuhörens und aufeinander acht geben gerecht wurde. Inhaltlich 
drehten sich die Diskussionen an unserem Tisch ganz allgemein um die anarchistische Idee 
sowie über unsere Einstellungen zur Demokratie im speziellen. Wir haben die Hoffnung, 
einige Punkte angebracht zu haben, die dazu führen, dass zumindest einzelne sich mit 
anarchistischer Theorie und Praxis intensiver beschäftigen werden.

Grundlage für unsere Argumentationen bot uns unsere vor kurzem erschienene Broschüre 
"Gegen die Illusion der Wahlen - Warum wir die Freiheit nicht mit dem Stimmzettel 
erreichen können" (welche ihr hier findet), in der es uns nicht darum geht, den Menschen 
zu empfehlen ob sie ein Stück Papier in eine Urne werfen oder nicht, sondern in erster 
Linie darum die Illusion zu zerstreuen, dass von Wahlen wirkliche Veränderung ausgehen werden.

Für alle, die mit uns diskutiert haben und/oder sich unsere Broschüre schnappten, schreibt 
uns gerne bei Fragen/Kritik an agdo at riseup.net, kommt zu einer der zahlreichen 
Veranstaltungen von uns im September, die ihr auf unserer Webseite agdo.blogsport.eu 
findet, oder schneit einfach so mal ins anarchistische Zentrum Black Pigeon rein 
(blackpigeon.blogsport.eu/).

In der großen Runde wurde vorallem die angenehme solidarische Atmosphäre hervorgehoben, 
welche wir auch genossen haben und ansonsten eher aus unseren eigenen Zusammenhängen kannten.

Im folgenden gab es noch politischen Poetry Slam, einen Liedermacher und zum Ende trat 
dann nochmal die Band Unknown Skartist auf, was Jung und Alt dazu bewegte Ausgelassen das 
Tanzbein zu schwingen.

Auch wenn wir sicherlich mit vielen Positionen die das Event oder Menschen auf ihm 
vertraten nicht einverstanden sind, empfanden wir die Veranstaltung als Rundum gelungen. 
Glückwunsch und Dank an die Organisator*innen für ihren tollen selbstorganisierten Abend. 
Für uns hat er gezeigt das Anarchismus in der "Mitte der Gesellschaft" möglich und denkbar 
ist.

Zum Abschluss unserer Reise statteten wir unseren Freund*innen von der Freien 
Arbeiter*innen Union Bielefeld & dem anarchistischen Forum ostwestfalen Lippe, welche 
leider nicht an dem Event teilnehmen konnten, in ihrem Gewerkschaftslokal einen Besuch ab. 
Wir berichteten über unsere Erfahrung bei dem Rettet die Wahlen Event, ließen ein kleines 
Broschüren Paket da und verabschiedeten uns in der Gewissheit das es auch in Bielefeld 
eine Menge Leute gibt die den anarchistischen Kampf vorantreiben und die wir auch in 
Dortmund immer wieder gerne mit offenen Armen empfangen.

Wer jetzt aus Bielefeld Interesse an einem weiteren Austausch mit Anarchist*innen bekommen 
hat, dem sei hier die Webseite der Freien Arbeiter*innen Union Bielefeld: 
http://bielefeld.fau.org/ sowie dem anarchistischen Forum ostwestfalen Lippe: 
http://aforumowl.blogsport.de/ ans Herz gelegt.

Unsere Teilnahme setzen wir in den Kontext der Kampagne der Föderation deutschsprachiger 
Anarchist*innen "Solidarische Perspektive entwickeln - jenseits von Wahlen und Populismus" 
(fda-ifa.org/perspektiven/)

Einige Menschen aus der anarchistischen Gruppe Dortmund - http://agdo.blogsport.eu

https://fda-ifa.org/ein-reisebericht-zum-rettet-die-wahlen-event-fuer-stammwaehler-unentschlossene-und-anarchisten/


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