(de) fda-ifa: Wohnen statt Gebühren! von Anarchistische Gruppe Freiburg

a-infos-de at ainfos.ca a-infos-de at ainfos.ca
Di Aug 15 08:29:15 CEST 2017


Ausgerechnet bei denjenigen, die in Freiburg die größten Schwierigkeiten haben, ein Dach 
über dem Kopf zu finden, kassiert die Stadt verstärkt ab. Die Rede ist von Wohnungslosen 
und Geflüchteten, die in städtischen Unterkünften leben. Die Stadt hat die Gebühren für 
deren Unterbringung zum 1. Januar 2017 einfach verdoppelt. Hintergrund: Einen prozentualen 
Anteil der Kosten erstattet der Bund den Kommunen zurück, und je höher die Kosten 
angesetzt werden, desto höher wird der Betrag, den der Bund überweist. Für die Mehrheit 
der BewohnerInnen der Unterkünfte macht dieses Zahlenspiel keinen Unterschied, da ihr 
Schlafplatz aus Sozialleistungen finanziert wird. Aber die Stadt ging einfach über 
diejenigen hinweg, die eine Erwerbsarbeit haben und genug verdienen, um die 
Unterkunftsgebühren selbst bezahlen müssen. Für sie war die erhöhte Rechnung ein Schock. 
Leute, die den ganzen Tag putzen und dann gerade so viel herausbekommen, dass es zum Leben 
für sich und ihre Familie reicht, können sich keine verdoppelte Miete leisten - und das 
teils in abbruchreifen Häusern. Ein Jahr untragbarer Gebührenberechnung auf dem Rücken der 
Betroffenen wurde zugunsten der Stadtkasse bewusst in Kauf genommen. Denn es war von 
Beginn an klar, dass die Neuregelung verfehlt war: Eine weitere Überarbeitung war gleich 
eingeplant.

Versuche der Verbesserung

Grundzüge dieser zweiten Gebühren- Neuordnung wurden im Juli im Gemeinderat beschlossen. 
Nun soll die Gebührenberechnung differenziert werden: zwischen "Gemeinschaftsunterkünften" 
und Einzelwohnungen, nach "SelbstverdienerInnen" und BezieherInnen von Sozialleistungen, 
und auch nach Wohnungslosen und Flüchtlingen. Einige Härten werden damit abgemildert 
werden, aber es werden Widersprüche bleiben, die schlicht aus der Logik dieser Form der 
speziellen Unterbringung kategorisierter Bevölkerungsgruppen unter ökonomischen Vorzeichen 
("fiskalische Interessen der Stadt", Menschen zur Erwerbsarbeit motivieren) rühren. So 
gilt es im Wohnheim als Grund für einen Aufschlag, wenn eine Familie Bad oder Küche 
alleine nutzen kann. D.h. was in normalen Wohnungen Standard ist, gilt hier als besonderer 
Luxus. Nur weil dieser selten ist, haben sich Wohnheimplätze im Vergleich zu Wohnungen mit 
der letzten Gebührenerhöhung weniger stark verteuert. Wenn also zukünftig Gebühren für 
Wohnungen per Quadratmeter berechnet werden, Wohnheimplätze aber beim gleichen 
Pro-Kopf-Preis bleiben, werden die einen zwar von unbezahlbaren Mieten entlastet, die 
anderen aber dafür benachteiligt, dass sie noch immer in der Massenunterbringung stecken. 
Ferner müssen Flüchtlinge pro Kopf mehr bezahlen als Wohnungslose, da der Neubau vieler 
Flüchtlingsunterkünfte auf sie umgelegt wird. Andererseits werden für selbstzahlende 
Flüchtlinge drei Jahre lang die Gebühren ermäßigt, für selbstzahlende Wohnungslose dagegen 
nur ein Jahr lang, da sie es nach Meinung der Stadt weniger schwer haben auf dem 
Wohnungsmarkt. Da

http://www.ag-freiburg.org/cms/newsticker/wohnen-statt-gebuehren


Mehr Informationen über die Mailingliste A-infos-de