(de) FAU, DIREKTE AKTION: ICH WILL MEIN GELD! AUSSTEHENDE HONORARE EINTREIBEN - ABER WIE?!

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So Aug 6 07:21:39 CEST 2017


Immer mehr Menschen müssen sich als (Schein-)Selbständige in der so genannten Gig-Economy 
verdingen und viel zu oft zahlen die AuftraggeberInnen spät oder sogar überhaupt nicht. 
Ein kurzer Ratgeber, wie man trotzdem an sein Geld kommt. ---- Betrieb & Gesellschaft Von: 
Redaktion - 2. August 2017 ---- Werkverträge und Dienstverträge gibt es heute fast überall 
- vor allem deswegen, weil Unternehmer keine Beiträge für Sozial- und Rentenversicherungen 
bezahlen und Arbeitsrechte wie Kündigungsschutz oder die betriebliche Mitbestimmung 
aushebeln wollen. Deshalb müssen immer mehr Lohnabhängige ihre Arbeitsleistung in Rechnung 
stellen und oft müssen sie darum kämpfen, ihr Honorar wie vereinbart zu erhalten. Klare 
Absprachen zwischen euch und den Auftraggebern schützen vor Missverständnissen - und vor 
Lohnprellerei!

In jede Vereinbarung, ob nun schriftlich oder mündlich getroffen, gehören Umfang der 
Arbeit und Zeitraum der Leistungserbringung sowie Höhe des Honorars und Zeitpunkt der 
Auszahlung. Wenn die Vereinbarung nicht aufgeschrieben wird, gelten die mündlichen 
Absprachen, die ihr getroffen habt - und im Zweifels- und Streitfall das Arbeitsrecht. 
Wenn das Geld trotz der klaren Absprache nach Auftragserfüllung doch nicht wie versprochen 
auf dem Konto landet, schicken viele KollegInnen zunächst eine Erinnerung an den Auftraggeber.

Das ist in vielen Fällen sinnvoll, rechtlich vorgeschrieben ist es eigentlich nicht. Nach 
Paragraph 286 BGB kommt der Auftraggeber automatisch 30 Tage nach der vereinbarten 
Fälligkeit und Zugang der Rechnung in Verzug. Eine Zahlungserinnerung hat also eher einen 
symbolischen Wert. Ein Mahnbescheid ist dann nötig, wenn im Vertrag keine Fälligkeit 
vereinbart wurde und der Auftraggeber eine Privatperson ist. Im JuristInnensprech heißt 
das "in Verzug setzen". Bei GeschäftskundInnen - Unternehmen - ist das nicht notwendig.

Die Alternative zu einem Mahnverfahren ist eine Klage vor Gericht. Grundsätzlich ist 
Mahnen billiger und geht schneller als eine Klage aber eben nur dann, wenn Aussicht 
besteht, dass der Auftraggeber nachgibt und eure Forderung nicht bestreitet! Die beste 
Alternative zum rechtlichen Weg sind direkte Aktionen: Flugblätter über die 
Geschäftspraktiken eines Unternehmens vor dessen Zentrale zu verteilen, wirkt oft 
schneller und besser als eine Zahlungserinnerung, die ungelesen im Papierkorb landet. 
Alle, die schon zu lange auf ihr Honorar warten müssen, finden Tipps, Links und 
ausführliche Infos für den Rechtsweg im Honorar-Ratgeber, den die Mediensektion der FAU 
Berlin herausgegeben hat - hier kostenfrei zum Download.

https://direkteaktion.org/ich-will-mein-geld/


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