(de) Radikale Bildungskurse - Ein Welt selbstorganisierter Neugierde schaffen

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Sa Apr 22 08:43:20 CEST 2017


Wir wollen eine vollkommen andere Welt schaffen, in der jede*r über sich selbst bestimmt: 
Dafür braucht es aber Wissen und die Fähigkeit, sich dieses ohne Zwang anzueignen. 
Staatliche und kapitalistische Schulen, Universitäten und Ausbildungstellen trainieren uns 
diese durch ihre Hierarchien, Vorgaben, Prüfungen und Noten ab. Anstatt, dass wir ein 
Angebot erhalten aus dem wir frei wählen, geben uns Autoritäten wie das 
Bildungsministerium, Lehrer*innen und Dozent*innen vor, was wir lernen sollen. ---- Das 
hat auch die Funktion Wissen zu kontrollieren, so sind viele freiheitliche Inhalte wie 
z.B. Revolutionen und Erfolge der Geschichte in Vergessenheit geraten. Wenn wir aber eine 
Welt ohne Kapitalismus, Staat, Patriarchat und jede andere Herrschaftsform anstreben, 
müssen wir aus der Geschichte lernen und uns ganz praktisch die Fähigkeiten aneignen, die 
uns selbst über unser Leben bestimmen lassen. Deshalb organisieren wir dieses 
Sommersemester Kurse zum selbstbestimmten Lernen. Diese sind offen für alle Menschen, ob 
sie an der Ruhr-Uni studieren oder nicht. Ein Auflistung der Kurse findet sich im 
Nachfolgenden. Falls dir ein Thema fehlt und du mithelfen willst, etwas zu organisieren, 
dann melde dich bei uns.

Lass uns mit neugierigen Lernen beginnen und die Welt radikal umgestalten!

Das Programm

Revolutionen und Aufstände im 20. und 21. Jahrhundert

Vielen Menschen scheint heute nichts unmöglicher als eine erfolgreiche antiautoritäre 
Revolution. Doch die letzten 100 Jahre sind geprägt von Revolutionen. 1917 in der Ukraine, 
1921 im Ruhrgebiet, 1936 in Spanien, 1994 bis heute in Chiapas sind nur einige Beispiele 
von Bewegungen, die Staat/Kapitalismus schlugen und begannen ein andere Gesellschaft 
aufzubauen. Angesichts des katastrophalen Kurses der Welt ist die Frage nach den Wegen zur 
Revolution weiter relevant.
Dabei kann es nicht nur darum gehen wie die konkrete Auseinandersetzung mit den 
Autoritäten gewonnen wurde, sondern auch wie es überhaupt erst zu so starken Bewegungen 
kam. Welche Vorarbeit wurde geleistet? Welche Strategien wurden dabei verfolgt? Das sind 
einige der Fragen, die gestellt werden können, oder auch ganze andere. Es muss auch nicht 
nur um Aufständen und Revolutionen gehen, die uns sympathisch sind, denn auch aus den 
Strategien unserer Gegner*innen lässt sich lernen. Lasst uns die Geschichte erforschen, um 
zu verstehen wie eine Revolution in der Zukunft geschehen kann. Mögliche praktische 
Ergänzungen sind z.B. ein Demotraining für G20 in Hamburg oder öffentliches Gedenken an 
den spanischen Bürgerkrieg.

Termin: ab 11.05 - Donnerstags 12.00 Uhr
Ort: Vor GBCF 04/611
Kontakt: anarchistisches-bewusst-sein(at)riseup.net

Reflexionsgruppe Schulpraxis

Selbstbestimmtes Leben und Lernen und die Bildungsansprüche, die sich daraus ergeben, 
stehen im Widerspruch zur schulisch organisierten Bildung. Besonders das Referendariat 
fordert angehenden Lehrer*innen die Eingewöhnung in herrschaftsförmiges Handeln in 
pädagogischen Zusammenhängen ab. Kollegialer Austausch und die gemeinsame 
Auseinandersetzung mit dem Regelschulsystem können uns dabei helfen, unsere Ideale im Ref 
und darüber hinaus im Blick zu behalten und "die Institution nicht durch uns 
durchmarschieren" (Kritische Lehrer_innen Berlin) zu lassen.
Bei einem ersten Treffen von Interessierten wird es einen Erfahrungsberichtmzu vergangenen 
Praxisreflexionsgruppen mit herrschaftskritischem Selbstverständnis geben. Die möglichen 
Schwerpunkte der Reflexionsgruppe sollen sich aus den Interessen der Teilnehmenden 
ergeben. Es könnte z.B. aber auch folgendes passieren: kollegiale Fallberatung; 
Curriculumkritik und Entwicklung eigenen Unterrichtsmaterials; Theorieaustausch und 
herrschaftskritische Perspektiven auf Bildung; Auseinandersetzung mit alternativen 
Schulformen...

Termin: 9. Mai - 17.00 Uhr (Erstes Treffen)
Ort: Kulturcafe an der Ruhr-Uni
Kontakt: minipax(at)free.de

Integrationskurskritik

Welche normierenden Vorstellungen liegen Deutsch- und "Integrationskursen" zugrunde? 
Können wir die Möglichkeiten "kritischer Deutschkurse" ausloten, vielleicht anhand der 
eigenen beruflichen/ehrenamtlichen Praxis oder anhand von Beispielen? Und welche 
emanzipativen Perspektiven können postkoloniale, antirassistische und herrschaftskritische 
Beiträge dazu beisteuern?

Bei einem ersten Treffen können wir uns über die Vorerfahrungen und Interessen der 
Teilnehmenden austauschen. Ein Mensch kann über Erfahrungen aus dem Bereich ehrenamtlicher 
Flüchtlingshilfe berichten.

Termin: 9. Mai - 18.00 Uhr (Erstes Treffen)
Ort: Kulturcafe an der Ruhr-Uni
Kontakt: minipax(at)free.de

Sexuelle Befreiung aus anarchistischer Sicht

Wenn es um die gesellschaftliche Veränderung des Umgangs mit Sexualität geht, sind die 
Themen meist sexualisierte Gewalt und Konsens. Das ist wichtig, aber es fehlt an positiven 
Alternativen, die nicht nur sagen was wir nicht tun und wie wir Dinge vereinbaren sollen. 
Wenn wir nicht nur dem Staat, kapitalistischen Industrien und anderen reaktionären 
Institutionen überlassen wollen, über Sexualität aufzuklären, bedarf es mehr.
Dabei stellen sich möglicherweise folgende Fragen oder auch ganze andere. Warum sind viele 
Menschen sexuell unzufrieden? Was gibt es eigentlich für sexuelle Praktiken? Was für 
Erfahrungen haben wir mir ihnen gemacht? Was sind unsere Wünsche in Bezug auf Sexualität? 
Wie können wir einen Umgang mit Sexualität schaffen, der uns das Ausleben unserer 
Sehnsüchte und Phantasien ermöglicht? Ein möglicher Fokus des Kurses ist die Formulierung 
positiver Alternativen und das Reden-Lernen über die eigene Sexualität. Ideen für 
praktische Inhalte sind Übungen über die eigene sexuellen Wünsche zu reden oder die 
Erarbeitung von antiautoritären Aufklärungsmaterial. Der Kurs findet als Block über ein 
Wochende statt. Am gibt 29.06 es ein Vorbereitungstreffen.

Vorbereitung: 29.06 - 19.00 Uhr
Termin: ganztägig 15. und 16.07
Ort: Black Pigeon (Dortmund)
Kontakt: anarchistisches-bewusst-sein(at)riseup.net

Informationen

Die Kurse sind komplett selbsorganisiert. Das heißt es gibt zwar eine Person, die sich 
überlegt hat was mögliche Inhalte sind, aber das ist nur ein Input. Es gibt keinen festen 
Lehrplan. Am Anfang von jedem Kurs oder auch später wird gemeinsam festgelegt, womit sich 
auseinadergesetzt wird. Wir geben keine Inhalte vor, sondern achten lediglich darauf das 
keine Ideen vorbereitet werden, die Herrschaft unterstützen.
Die Kurse finden, wenn sie keine Blockkurse sind, wöchentlich statt. Bei manchen werden 
die späteren Treffen beim ersten Treffen vereinbart. Alle Kurse sind kostfrei. Bei 
Blockkursen gibt es veganes Essen gegen Spende. Bei Fragen schreibt bitte an den angebenen 
Kontakt.

Orte

GBCF 04/611: Da wir formal keine Räume mehr an der Uni bekommen, unsere Aktivitäten sind 
der Uni-Verwaltung zu politisch, treffen wir uns vor ein paar Räumen in der Sowi-Fakultät 
und schauen was frei ist.

Kulturcafe: Das Kulturcafe liegt direkt am Eingang des Ruhr-Uni Campus.

Einen Plan der Ruhr-Uni findet ihr hier.

Black Pigeon: Anarchistisches Zentrum in Dortmund - Scharnhorstr. 50. Mehr hier.

Allgemeine Fragen bitte an:
schwarze-ruhr-uni(at)risuep.net

http://schwarzerub.blogsport.de/2017/04/17/radikale-bildungskurse-ein-welt-selbstorganisierter-neugierde-schaffen/


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