(de) fau berlin - KUNDGEBUNG: Arbeitskampf kennt keine Grenzen! 1. Mai Mall of Berlin

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Sa Apr 15 09:06:39 CEST 2017


Im Rahmen des internationalen Aktionstags "Migration und Arbeit" und am Vorabend des 1. 
Mai ruft die FAU Berlin zur Kundgebung an der "Mall of Shame" auf. Mit der FAU Berlin, 
Grupo de Acción Sindical (GAS), Berlin Migrant Strikers, Critical Workers und Oficina 
Precaria. ---- Ort: Leipziger Platz (S Potsdamer Platz) ---- Zeit: Samstag, 29.04.2017 von 
14 bis 16 Uhr. ---- ++++ am Vorabend, Freitag 28.4. 19 Uhr: Veranstaltung zum Thema im 
FAU-Lokal ++++ ---- Das Wohn- und Einkaufszentrum am Leipziger Platz wurde durch den 
Arbeitskampf einiger Bauarbeiter aus Rumänien im Winter 2014 zu einem Symbol des Lohnraubs 
und der Ausbeutung migrantischer Arbeitskräfte. Die insbesondere aus Osteuropa angereisten 
Handwerker und Bauhelfer wurden ohne schriftliche Verträge und zu rechtswidrigen 
Niedriglöhnen beschäftigt und erhielten am Ende nicht einmal diesen Lohn vollständig 
ausgezahlt. Ein unübersichtliches Geflecht aus Subunternehmen erschwerte den Nachweis, für 
wen die Arbeiter gearbeitet hatten und minderte die Chancen, ihre Löhne einzufordern.

Einige der Bauarbeiter schlossen sich zusammen, legten die Arbeit nieder, organisierten 
sich in der FAU Berlin und protestierten! Sie wurden mit Gewalt bedroht und unter Druck 
gesetzt, dass sie mit den Protesten aufhören und das Land verlassen sollten. Doch 
wochenlang fanden im Winter 2014 vor dem Einkaufszentrum am Leipziger Platz Kundgebungen 
statt und der weihnachtliche Konsumrausch wurde gestört durch die Rufe 'Mall of Shame - 
pay the workers'!

Zwar bekamen einige Bauarbeiter im Rechtsstreit gegen Sub- und Generalunternehmen ihren 
Lohn von den Arbeitsgerichten zugesprochen, doch bis heute haben sie den geprellten Lohn 
nicht erhalten. Die Unternehmen haben Insolvenz gemeldet oder sind für das Gericht nicht 
mehr zu finden. Ende 2016 hat sich nun einer der Bauarbeiter an das letzte und oberste 
Glied der Kette gewandt und Klage gegen den Bauherrn eingereicht.

Migrantische Arbeiter*innen sind in besonderem Maße von Ausbeutung und Entrechtung 
betroffen, da sie in Folge der rassistischen Migrationspolitik unter illegalisierten 
Arbeitsverhältnissen, Arbeitsverboten oder Arbeitszwang leiden. Vor allem tätig in der 
Gastro-, Reinigungs- und Bau-Branche, mit niedrigem Organisationsgrad oder ohne 
gewerkschaftliche Organisierung, haben sie kaum Möglichkeiten, gegen die zunehmende 
Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse zu kämpfen. Die etablierten 
sozialpartnerschaftlichen Gewerkschaften wiederum zeigen wenig Interesse, (illegalisierte) 
MigrantInnen zu unterstützen, auch gegen
Migrationsregime und Rechtsstaat. Vielmehr vertieft deren Fokus auf Stammbelegschaften und 
nationalökonomische Standortlogik die sozialen Spaltungen.

Es gilt, diesen Missständen Solidarität und Selbstorganisation entgegenzusetzen und die 
Kämpfe der anderen auch als die eigenen zu erkennen!

Auch in den gegenwärtigen Bestrebungen, geflüchtete Menschen für unterbezahlte Arbeit zu 
verpflichten, sehen wir ein Zusammengehen von Ausgrenzung und Absenkung arbeitsrechtlicher 
Standards, das in der Konsequenz alle ArbeiterInnen negativ betrifft. Wir sollten hier als 
Arbeiter*innenklasse solidarisch Widerstand leisten und nicht nur für Bewegungsfreiheit 
aller Menschen, sondern auch gegen rassistisch legitimierte Ausbeutung kämpfen.

Auf der Kungebung wird es Beiträge zu Arbeitskämpfen in Berlin geben, u.a. von der Grupo 
de Acción Sindical, Berlin Migrant Strikers, Critical Workers und von Oficina Precaria.
Außerdem werden wir über den aktuellen Stand der Lohnklage gegen den Bauherrn
der Mall of Shame informieren!

Musikalische Begleitung: Geigerzähler
Hier geht's zum Internationalen Aufruf für den Aktionstag!

Kundgebung, Samstag 29. April, 14 Uhr am Leipziger Platz

Mittwoch 3. Mai 11:45 Uhr, Arbeitsgericht Berlin - Verhandlung der ersten Lohnklage gegen 
den Bauherrn der Mall of Shame, Harald Huth.

https://berlin.fau.org/news/kundgebung-arbeitskampf-kennt-keine-grenzen


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