(de) fda-ifa: Ankündigung Libertärer Frühling 2017

a-infos-de at ainfos.ca a-infos-de at ainfos.ca
Fr Apr 7 09:30:38 CEST 2017


Wie auch 2016 wollen wir dieses Jahr kämpferisch in den Frühling starten. Deshalb rufen 
wir unter dem Motto "In Bewegung kommen - syndikalistisch, feministisch, antiautoritär" 
(zur Website) dazu auf sich an verschiedenen Aktionen zu beteiligen. Auch wird es am 
Workers Memorial Day wieder eine eigene Demonstration geben. ---- Aufruf ---- "Unser Leben 
ist der Mord durch Arbeit, wir hängen 60 Jahre lang am Strickund zappeln, aber wir werden 
uns losschneiden." - Georg Büchner - aus "Dantons Tod" ---- "Kapitalismus tötet!" Dieser 
Leitpruch ist noch immer keine leere Phrase. Er tötet Menschen, Träume, Wünsche und 
Hoffnungen. Noch immer sterben täglich etwa 6000 Arbeiter_innen beim Job, laut einer 
Studie der ILO(1). Weltweit reden wir von über 2 Millionen Kolleg_innen die global an 
akute Arbeit ihr Leben verlieren. Am Workers Memorial Day(2) wollen wir darauf aufmerksam 
machen. Wir wollen auch darauf hinweisen, dass die angeblichen Sicherheitsbedenken vieler 
Arbeitgeber_innen nur vorgeschoben sind, um in der Öffentlichkeit den Schein des 
mitarbeiter_innenfreundlichen Betriebs zu bekommen, aber nichts mit tatsächlichem 
Interesse am Wohlergehen der Belegschaft zu tun hat. Noch immer steht jeglicher Profit 
über allen sozialen Belangen.

Dabei hört die Destruktivität des Kapitalismus jedoch noch lange nicht auf: unermeßlicher 
Leistungsdruck und teilweise damit einhergehend: Drogenmissbrauch, psychische Erkrankungen 
und Suizide. Kriege, Hungersnöte und Klimawandel sowie die oft tödlich endende Flucht nach 
Europa sind die Folgen eines Wirtschaftssystems, das erbarmungslos seiner eigenen Logik 
und nicht den Bedürfnissen der Menschen folgt.

Auch der Anschein der Gleichberechtigung ist nur Lug und Trug. Bis heute werden 
signifikante Unterschiede zwischen Männern*(3) und Frauen* gemacht. Angefangen bei 
unterschiedlicher Bezahlungen(4), ungleichen Erwartungshaltungen, erschwerten Bedingungen 
bei der Jobsuche, bis hin zur privaten Lebensplanung. Frauen* werden immer wieder 
benachteiligt und sind einem unglaublichen Druck ausgesetzt. Einerseits sollen sie sich 
beweisen und zeigen, dass es das "Risiko" ihrer Einstellung wert war, andererseits sollen 
sie neben hoher Qualifikation am besten auch noch Modelmaße haben. ‚Mann‘ will ja auch was 
anzusehen haben.

Aber nicht nur die individuellen Sexismen von Chef_innen und Personalabteilungen sind 
Ausdruck der Problemlage. Auch die Tatsache, dass in den meisten Köpfen immer noch so 
etwas "Frauenberufe" existieren, dass sich diese auch noch statistisch belegen lassen und 
im Regelfall im Niedriglohnsektor zu finden sind.

Soziale Probleme strahlen immer auch auf die beruflichen Ebenen ab. Weil das so ist und 
weil wir diese Situation satt haben und für eine solidarische und anarchistische 
Gesellschaft kämpfen wollen, möchten wir den Workers Memorial Day begehen. Wir wollen 
wieder einen Ansporn schaffen sich zu organisieren, sich ernsthaft mit diesen und weiteren 
Problematiken auseinanderzusetzen und die Arbeitswelt, so wie sie bislang besteht nicht 
als gegeben hinzunehmen. Wir wollen klar machen, dass ein Systemwechsel notwendig ist.

Wir wollen dieses Jahr nicht mit einer Gedenkminute starten, sondern wir wollen 
kämpferisch sein und wir wollen zeigen, wem die Straßen, Häuser und Betrieben gehören. 
Nämlich uns! Für eine anarchistische und solidarische Gesellschaft!

(1) Die Internationale Arbeitsorganisation (International Labour Organization - ILO) ist 
eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen und damit beauftragt, soziale Gerechtigkeit 
sowie Menschen- und Arbeitsrechte zu befördern.

(2) Der Workers Memorial Day ist ein internationaler Tag des Gedenkens an 
Lohnarbeiter_innen, die aufgrund von Arbeit getötet, verstümmelt beziehungsweise verletzt 
wurden oder erkrankt sind. Er findet jedes Jahr am 28. April in zahlreichen Ländern statt.

(3) Wir nutzen die Schreibweise Frau* und Mann* um zu verdeutlichen, dass das bei der 
Geburt eines Menschen festgelegte Geschlecht nicht mit der geschlechtlichen Identität 
eines Menschen übereinstimmen muss und auch keine Aussage darüber macht wie andere einen 
Menschen wahrnehmen.

(4) Der sog. Gender Pay Gap (geschlechtsspezifischer Lohnunterschied) beschreibt die 
Differenz zwischen dem durchschnittlichen Brutto-Stundenlohn von Frauen* und Männern*. 
Nach einer Veröffentlichung der Generaldirektion Justiz der Europäischen Kommission von 
2014 gehören  Deutschland und Österreich zu den Ländern mit dem größten Gender Pay Gap der EU.

https://fda-ifa.org/ankuendigung-libertaerer-fruehling-2017/


Mehr Informationen über die Mailingliste A-infos-de