(de) ag-freiburg: Solidarity 4 ALL - Gegen jede Form von Rassismus und Ausgrenzung! Schließen wir uns zusammen!
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Sun Sep 18 18:07:43 CEST 2016
In Heidelberg sollen im Modellversuch immer schnellere und moderne Techniken eingesetzt
werden, um Asylanträge und Abschiebungen zu beschleunigen. Dies nehmen wir zum Anlass, um
gegen die aktuelle Asylpolitik und Asylrechtsverschärfungen zu demonstrieren. ---- Kommt
zur zentralen Demonstration am 1. Oktober 2016 14 Uhr nach Heidelberg. Aktuelle Infos
unter: http://stop-deportation.de/ ---- Gemeinsamer Zugtreffpunkt: Freiburger Gruppen
treffen sich am 1. Oktober 2016 um 9.45 Uhr beim Hbf Freiburg und fahren um 10.03 Uhr
gemeinsam nach Heidelberg. ---- Informationsveranstaltung: "Warum demonstrieren wir in
Heidelberg? Dienstag, 27. September. 20 Uhr, Strandcafé, Adlerstr.12 (Gretherinnenhof),
Freiburg ---- Hintergrund | Zeitung
Aufruf
Zahlreiche Gruppen und Einzelpersonen aus verschiedenen Städten in Baden-Württemberg rufen
als offenes AntiRa-Netzwerk zu einer landesweiten Demonstration am 1. Oktober nach
Heidelberg auf.
* Im Sommer letzten Jahres, dem "Sommer der Migration" , wurden Zäune niedergerissen,
Grenzen überwunden und die Mauern der Festung Europa vorübergehend durchlöchert.
Zehntausende Menschen auf der Flucht vor Krieg, Armut, politischer Verfolgung, sexuelle
Gewalt, Verfolgung und Diskriminierung in Folge des Geschlechts, Sexismus und
ökologischen Katastrophen kamen u.a. in der BRD an. Sie hatten sich auf einen
lebensgefährlichen Weg begeben, haben sich den Militärs an den Grenzen widersetzt und sich
auch vom Stacheldraht nicht abhalten lassen. Dies machte uns auf sehr dramatische Weise
erneut deutlich, dass wir Position beziehen müssen zu den von hier ausgehenden
Fluchtursachen, wie z.B. Rüstungsexporte und Freihandelsabkommen.
Viele Geflüchtete sagen zurecht: "Wir sind hier weil ihr unsere Länder zerstört."
* Der "Sommer der Migration wurde zu einer humanitären Herausforderung für uns alle und
forderte unser konkretes Handeln. Viele von Euch haben sich in letzten Monaten für die
Rechte von Geflüchteten eingesetzt und diese unterstützt.
* Trotz dieser Solidarität konnten Verschärfungen in den Asylgesetzen, dem
Integrationsgesetz, mit der Ausweitung der "sicheren Herkunftsstaaten" und durch den
EU-Türkei-Deal zu Lasten der Geflüchteten, fast ohne Widerstand im Eiltempo durchgesetzt
werden. Oppositionelle Meinungen wurden ausgeblendet. Damit wurden auch viele der
Verbesserungen rückgängig gemacht, die wir in den letzten Jahren erkämpft haben. Die EU
plant bis Jahresende weitere Maßnahmen zur Migrationsabwehr. Diese Abschreckungspolitik
würde aber die Migration nicht stoppen, sondern das Leid der schutzsuchenden Menschen nur
vergrößern und diese auf immer gefährlichere Routen zwingen, kritisieren eine Vielzahl von
Hilfsorganisationen in einer aktuellen gemeinsamen Erklärung. Nur legale
Migrationsmöglichkeiten werden das Sterben an den Außengrenzen stoppen.
* Wir halten einen gemeinsamen Diskussions- und Aktionszusammenhang aktuell für unverzichtbar.
Nur das erlaubt uns stärker in das politische Geschehen einzugreifen. Noch stehen wir am
Anfang! Schließt euch dem Protest an. Anlass unserer Aktionen sind die Asylgesetze und
der damit beschlossene Abbau von Aufenthalts-, Sozial- und Verfahrensrechten für
Geflüchtete. Auch die Politik der 'sicheren Herkunftsländer‘ und das Integrationsgesetz
schränken die Rechte der Geflüchteten ein. Die Auswirkungen der Gesetzgebung auf das
Leben der Flüchtlinge werden täglich sichtbar. Abschiebungen, Sonderlager,
Schnellverfahren, Leistungskürzungen, Arbeitsverbote, Festnahmen, Ausgrenzungen. Die
Einschränkungen von Rechten erlauben dem Staat ein hohes Maß an legalem Zwang,
Bevormundung, Kontrolle, Eingriffen in die persönliche Freiheit und legaler Gewalt gegen
Geflüchtete. Das geplante Integrationsgesetz setzt auf eine umfassende Prekarisierung der
Lebenswirklichkeit für Geflüchtete. Aus selbstbestimmten Menschen wird eine zu
verwaltende und disziplinierende Masse. Ähnliches ist uns auch von der Agenda 2010 und
den Hartz-Gesetzen bekannt.
Die Erfahrung zeigt: Gesetze die gegen Geflüchtete beschlossen werden, wirken nie
isoliert, sondern richten sich auch in der Folge häufig gegen andere Bevölkerungsgruppen.
Warum demonstrieren wir in Heidelberg?
* Einer der Kernpunkte der Asylrechtsverschärfungen sind Sonderlager, sogenannte Aufnahme-
und Registrierzentren. Die Grüne-CDU Landesregierung sieht, wie zuvor auch Grüne/SPD, im
"Modellprojekt Heidelberg" die Zukunft in der Asylpolitik. Die massiven Einschränkungen
für Geflüchtete durch das Asylpaket I und II und die damit verbundenen Lebensbedingungen
in der Isolation, wurden in Heidelberg mitentwickelt. Das Sonderlager Heidelberg reiht
sich damit in Zentren, wie sie in Bamberg oder auch an den Außengrenzen der EU
existieren, ein. Deshalb ist Heidelberg der geeignete Ort um unseren Protest auf die
Straße zu tragen.
* Im Heidelberger "Registrierzentrum" wurde mit dem Ankunftsausweis die Digitalisierung
des Asylverfahrens erprobt, mit dem auch nicht asylrelevante Daten erfasst werden.
Geflüchtete werden zu gläsernen Menschen. Die Digitalisierung des Asylverfahrens dient in
erster Linie der Kontrolle, Überwachung, dem umfangreichen Datenaustausch, der
Verwertbarkeit der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt und vor allem der Durchsetzung der
Asylgesetze. Seit Mitte 2016 wird die Digitalisierung des Asylverfahrens bundesweit
umgesetzt. Das ist dann der Schritt zum "gläsernen Menschen" für alle in der BRD oder der
EU nicht weit.
* Weiterhin wurde in Heidelberg ein Asyl-Modellverfahren erprobt, wonach Asylverfahren
innerhalb von 24-48 Stunden vom Bundesamt entschieden werden. Innerhalb dieser Zeit
werden auch Anträge von Geflüchtete aus sicheren Herkunftsländern abgelehnt. Unmittelbar
danach droht die Abschiebung. Betroffen sind u.a. tausende Romaangehörige.
ÄnwältInnen,Menschenrechtsorganisationen, PRO ASYL, Flüchtlingsgruppen, Verbände haben
die Asylgesetzgebung entschieden kritisiert. Ein faires Verwaltungs- und
Gerichtsverfahren ist damit kaum mehr gegeben.
Heidelberg ist unser gemeinsamer Auftakt!
* Wir wollen zusammen mit euch in den kommenden Monaten weitere Diskussionen, Projekte und
Aktionen durchführen und zu Themen, wie z.B. die Militarisierung der Außen- und
Innenpolitik, die EU- Abschottung und das Ertrinken von über 60.000 Menschen im
Mittelmeer, die Funktion von Massenlager, die wirtschaftlichen Verwertungsinteressen des
Kapitals, das Erstarken von Nationalismus und Rassismus, die Forderung nach bezahlbarem
Wohnraum für alle und dem Recht auf Stadt, d.h. Recht auf gleichberechtigte Teilhabe für
alle die in einer Stadt leben und keine Ausgrenzung/Isolation, die soziale Frage oder die
ausgrenzenden Hartz-Gesetze eine gemeinsame politische Position entwickeln. Das kann uns
nur in einem offenen demokratischen Prozess von unten gelingen. Wir hoffen ihr beteiligt
euch daran!
Schließt euch den Aktionen und dem AntiRa-Netzwerk an! Kommt zur Veranstaltung und
Demonstration! Gleiche Rechte und das Recht auf ein gutes Leben für alle Menschen!
Categories: Termin
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