(de) Räumungsklage Friedel 54: Last round - rising up to the challenge of our rival - Anarchistische Gruppe Neukölln

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Sun Sep 11 11:45:21 CEST 2016


NEW OWNER, SAME SHIT ---- Der Kiezladen Friedel 54 hat die Räumungsklage erhalten. Nach 
einem langen Kampf gegen die Verdrängung durch die "CITEC Immo Invest GmbH", hat diese das 
Haus Ende Juni an die "Pinehill S.à.r.l." mit Sitz in Luxemburg verkauft. Die 
Hausgemeinschaft hat vergeblich versucht, das Haus mit Hilfe des Mietshäusersyndikats zu 
kaufen. Pinehill hat also in vollem Bewusstsein um den Friedel54-Konflikt das Haus gekauft 
und sofort die Räumungsklage eingereicht. Die Klage ist die erste Kontaktaufnahme aus 
Luxemburg, denn dass das Haus verkauft worden ist, hat die neue Eigentümerin immer noch 
niemandem hier mitgeteilt. Die Hausgemeinschaft der Friedel54 sah sich schon unter der 
alten Eigentümerin mit massiven Mieterhöhungen wegen Modernisierung bedroht, was durch den 
Kampf der letzten Monate zumindest teilweise abgewehrt werden konnte. Bis jetzt.

Das Verhalten des neuen Eigentümers ist also nicht nur eine Kampfansage an den Kiezladen, 
sondern auch an die Hausgemeinschaft. Gleichzeitig spiegelt es die kapitalistische 
Stadtpolitik wieder. Verdrängt wird alles, was keine maximale Rendite verspricht. Menschen 
mit geringem Einkommen und unkommerzielle Räume sind in dieser Logik nichts wert.

Wir fragen uns weiterhin: Wer ist dieser "Eigentum"?
Schon seit April bekommen wir komische Briefe, in denen wir aufgefordert werden, die Räume 
"zurückzugeben".
Doch warum sollten wir unsere Räume "zurück"-geben und an wen? Wir sind diejenigen, welche 
die Räume seit über 12 Jahren mit Leben, Liebe und Solidarität füllen! Ein Eigentumsrecht, 
welches die Interessen einer dubiosen Immobilienfirma, die erst seit ein paar Monaten 
existiert, sich aus zwielichtigen Kapitalquellen finanziert und uns mit Gewalt vertreiben 
will, schützt, werden wir nicht akzeptieren. Diese Räume gehören uns und wir geben sie 
nicht "zurück"! Stattdessen wollen wir mehr:

Mehr Solidarität in der Nachbarschaft - Mehr rebellische Kieze - Mehr Stadt von Unten.

In einer Welt, in der ein immer größerer Teil des Lohns, für den wir unsere Arbeitskraft 
zu Markte tragen müssen, für die Miete draufgeht, ist es umso wichtiger, dass Menschen 
sich gegen Ausbeutung und andere Herrschaftsverhältnisse wehren. Die Friedel54 ist einer 
der Orte, wo diese Menschen zusammenkommen und Widerstand praktizieren. Viele andere 
soziale Räume befinden sich in vergleichbaren Situationen und sind von systematischer 
Verdrängung und staatlicher Repression betroffen. Wir waren, sind und bleiben solidarisch 
mit Euch und allen anderen von Verdrängung Bedrohten. Ihr seid nicht allein! Denn: 
Solidarität ist praktisch!

Die Klage ist frisch, die Beratung mit unserem Anwalt läuft. Bald werden wir eine genauere 
Vorstellung davon haben, wieviel Zeit uns bleibt und wie wir sie nutzen. Haltet euch 
bereit und die Augen offen. Wir freuen uns ausdrücklich über jede Form von Solidarität. 
Die letzte Runde ist eingeläutet, wer sie gewinnt, liegt an uns allen.

Don't lose your grip on the dreams of the past. You must fight just to keep them alive

https://anarchistischegruppe.noblogs.org/post/2016/09/07/raumungsklage-friedel-54-last-round-rising-up-to-the-challenge-of-our-rival/


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